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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-02-01 · 6 (2.1935) · p. Seite 221

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
6 (2.1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 221 (sequence 15)
Language
German
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Seite 221 l^SÄ^ :- :.:^ACHM^MAT^H''kÜR^iSTEÜJE RVr / - UND DEVISE ift RECHT 3?oEtfH£^ : des Glaubens und des Denkens wird die Auswahl getroffen und hinter der lebenerfüllten Buntheit dieser Bändchen steht immer wieder der Jude und das Judentum. Von den Juden Jemens und den Bräuchen im Frankfurter Ghetto wird berichtet, aus dem Leben des Flavius Josephus, den Weisheiten des Bai Sehern Tow, der Gedankenwelt des Chassidismus und den dichterischen Bekenntnissen Wolfskehls wird Steinchen um Steinchen das Bild geformt, aus dem das Judentum zu erkennen sein wird: Ein Mosaikbild, dessen Anfänge wir erleben dürfen und dessen Ausgestaltung wir herzlich wünschen. Ghr. Kriegsbriefe gefallener deutscher Juden. Berlin 1935, Vortrupp Verlag. Ein ergreifendes, schmales Buch, das der Keichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V. herausgegeben, dem Max Liebermann eine schlichte Zeichnung (Leid der Mutter) gewidmet hat. Ein Buch von Not und Schrecken, von Gefahren und unerhörtem Leiden, aber auch eines, das von gläubigem Vertrauen, von treuer Hingabe um der Sache, um des Vaterlandes willen kündet, und — die Schreiber miissten keine echten Feldgrauen gewesen sein, wenn nicht da und dort lichtere Stimmungen vernehmbar wären: der „unter Tränen lächelnde" Humor hat <>i dem Frontsoldaten vielfach erst die innere Möglichkeit des Aus- und Durchhaltens gewährt. Es sind Briefe in all ihrer Ursprünglichkeit, die von dem grossen Geschehen der Kriegs;jahre wie dem ganz persönlichen Erleben der Einzelnen berichten. Mancher der Absender — wie der Dichter Walter H e y m a n n oder der Politiker Ludwig Frank — haben es zu Ruf und Ansehen im öffentlichen Leben gebracht, andere, die meisten, sind „unbekannte Soldaten" und doch — Helden geblieben. An das herrliche Goethe-Wort „Stirb und Werde" knüpft ein Gefreiter im Juli 1916 an, wenn er schreibt: .....darf grosse Sterben, zu dem nun auch er beisteuern musste. Und daß er es war und nicht ein anderer? So wird jede Mutter, jede Schwester grollen. Als Juden müsst ihr euch darein ergeben. Die Zeit wird auch hier lindernd wirken. Weil sie gefallen sind, d ar u m können wir weiterleben....", und Walter lieymann hat es in Vers und Prosa ausgesprochen: „Wo stellt es geschrieben, daß andere für mich bezahlen und an meiner Stelle müssen." — Ein Frankfurter erwartet (im Schützengraben bei Andochy),daß diese Zeit eine Abkehr vom Materialismus bringen und „reinigend hineinfahren werde in unsere Frankfurter Gassen; möge man verstehen lernen, daß man bisher zuviel danach gefragt, wer reich, wer arm ist. Weg mit der A n b e t e r e i de s Reichtuaus, entfernen wir diesen Götzen aus unserem Herzen, und unser Frankfurt wird sehen, daß es noch ein Höheres gibt, und das heisst „M e n s c h sein."... Die Frankfurter Bankr Neue Mainzerstrafje 69 gegründet 1854 Tel. 20901 übernimmt die Ausführung aller bankmässigen Geschäfte Spareinlagen gegen Sparbuch Hinterlegungsstelle für Mündelvermögen %/mhm'; kauft mit*- - ML:- Mofckö-Rös+erßi FÄRBERsCo. G r.Bocfce rt hei mers* r. 3Z, l&ARßiN'WQlF Nur 49 Zeil 49 ZIGARREN TEL. 27930 TABAKE io Gelegen heitss kaufe Ruf-. Brüder- 43233 Grimmsir. 7

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