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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-02-01 · 6 (2.1935) · page 3

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
6 (2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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FRANKFURTER ISRAELITISCHES GENEINDEBLAn Amtliches Organ der Israelitischen Gemeinde« Das Gemeindeblatt erscheint monatlich. Bezugspreis-für Gemeindemitglieder Tierteljährlich 45 Rpfg. (einschl. Zustellungs- und Erhebungskosten). — Preis der Einzelnummer 25 Rpfg. — Jahresbezug für Nichtmitglieder der Gemeinde RM. 3.— zuzüglich Porto. — Schriftleitung: Fahrgasse 146; Fernsprecher: Sammel-Nummer H. 27544. — Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 33521. — Anzeigenrerwaltung: Annoncen-Expedition M. Isaac & Co., Rarensteinstrafie 11. I., Fernsprecher 44868 und 44888. — Anzeigen nach Tarif. — Anzeigenschluß für nächste Nummer: 21. Febr — Die Schriftleitung übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblattes nur die preffgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Erlaubnis der Schriftleitung gestattet. 13. Jahrgang Frankfurt a. M., Februar 1935 Nr. 6 Die jüdische Notstandskiiche in Gefahr! Weisst Du um unsere Küche? Sie ist vor drei Jahren seitens der Jüdischen Wohlfahrtspflege gegründet worden und hat damit begonnen, täglich 47 Mittagessen abzugeben. Heute ist die Zahl auf 915 gestiegen. Die Anforderungen, die an uns gestellt werden, wadisen von Tag zu Tag. fil Das jüdische Religionsgesetz verlangt, daß Du jedes Mal sorgfältig prüfst da, wo es sich um Deine Hilfe handelt. Hungernde aber soll man stets und sofort speisen, ohne lange zu fragen. Darum zögere nicht und bediene Dich des beiliegenden Postsdiecks! Gib, soviel Du vermagst! Aber gib regelmässig! Auch die kleinste Gabe ist ■willkommen! Wenn Du aber kannst, so gib RM. 9.- für den Monat. Damit speist Du täglich einen Hungernden. Und vielleicht kannst Du die Sorge für zwei oder noch mehrere übernehmen. Viele von denen, die jetzt auf Deine Hilfe angewiesen sind, gehörten vor noch nicht langer Zeit selber zu den Gebenden. Darum gib! Und wenn Du selbst gegeben hast, gewinne Deine Freunde! Dasx wäre der beschämendste Notstand für die Judenschaft unserer Stadt, wenn die Notstandsküche aus Mangel an Mitteln aufgelöst werden müsste. Tue das Deine, damit sie erhalten bleibt! Die jüdische Notstandsküche Königswarterstrasse 26. Tel. 42079 Postscheckkonto Jüdische Wohlfahrtspflege Konto N Nr. 86776 Jüdifcher Kau Wieder beherrscht die Berufsfrage Tausende jüdischer Familien. Die zu Ostern die Schule verlassenden Kinder sollen ihren rechten Beruf finden. Bang wird Eignung, Aussicht, Ausbildungsmöglichkeit abgewogen, oft scheint kein Ausweg vorhanden. Die Einrichtungen der jüdischen Berufsberatung werden stark in Anspruch genommen: sie raten nach bestem Wissen und versuchen, die rechte Lehrstelle zu vermitteln. Die radikale Ansicht des letzten Jahres, die vermeinte, in leurzem Zeitraum die gesamte Berufsschiehtung der Juden ändern zu können, ist einer ruhigen Betrachtung gewichen. Doch bleibt noch manches Vorurteil, namentlich unter den Jugendlichen selbst, "wegzuräumen. Noch immer überwiegen, auch bei offensichtlich Ungeeigneten, die Berufe des Schlossers, Schreiners, Elektrotechnikers, bei den Landjungen die des Bäckers und Konditors als Wunschberuf. Der. Kaufmannsberuf wird oft entschieden abgelehnt. „Alles, nur nicht Kauf mann" will ein Junge vom Land werden. Ein anderer will, dem Elternwunsch gerade entgegengesetzt, jedes beliebige Handwerk erlernen, „weil der Kaufmann keine Zukunft hat." ianu - heute? Hier kommen zur rechten Zeit einige Richtlinien des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfeund Aufbau zur jüdischen Berufspolitik und zwar besonders zur Frage des kaufmännischen Nachwuchses. Nicht nur in der jüdischen Berufsberatung, sondern allgemein ist seit Jahren beobachtet worden, daß die Jugendlichen von den kaufmänischen Lehrstellen abwandern. So werden die nun einmal vorhandenen kaufmännischen Lehrstellen wahllos besetzt, ohne daß viel nach der Eignung gefragt wird. Daß aus solchen zufällig in den Beruf geratenen Menschen keine guten Kaufleute werden, ist klar. Der Kaufmannsberuf kann kein Unterschlupf sein für solche, die sonst nicht unterkommen. Er fordert seine Eignung wie jeder andere. Aber gerade in unseren jüdischen Familien ist kein Mangel an geeigneten Anwärtern. Ein grosser Teil unserer Jugendlichen stammt aus Kaufmannsfamilien. Er bringt als Erbgut mit: rasches und sicheres Einfühlungsvermögen in kaufmännische Dinge, Interesse für die Vielfältigkeit des geschäftlichen Lebens, oftmals Sprachbegabung. Diese echte Eignung zu verleugnen, einer vermeintlichen handwerklichen

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