Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 3 (11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 118 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 118 Forderungen eines Kulturzionismus der Widerstand der Araber bestellen würde. Dennoch geht er nach Palästina, getragen von der Erkenntnis, daß die Schaffung einer Heimat für das jüdische Volk in Erez Israel, das ihm kraft seines historischen Rechts völkerrechtlich zugesichert wurde, selbst durch die, Majorisierung der palästinensischen Araber, die nur 2 Prozent des arabischen Volkes ausmachen, den höchsten ethischen Imperativ nicht widerspreche. Der Betari geht nach Erez Israel in der Bereitschaft, die jüdischen Positionen mit seinem Blut zu verteidigen. Der Name Tel-Chaj, verbunden mit dem unsterblichen Helden Josef Trumpeldor mahnt ihn zu dieser Bereitschaft. Die Legion, die während des Weltkrieges für die Befreiung Palästinas gekämpft hat, dient als Vorbild. Man mag dies „Militarismus" nennen — der Betari aber weiß, daß die Verteidigung Erez Israels in der jüdischen Geschichte immer heilig war. Judenstaat, Monismus, Legionismus — in dieser Richtung gestaltet der Betar seine Arbeit. Mit dem festen Glauben und dem ewigen jüdischen Optimismus schaut der Betari einer besseren jüdischen Zukunft entgegen, in Erez Israel als Judenstaat zu beiden Seiten des Jordans. Dr. Josef Fried Mein Weg zum Bund Ich bin erst seit drei Monaten in einem Bund; ich soll schreiben, was mich bewog, mich einer Gemeinschaft Gleichgesinnter anzuschließen. Die Zeit verlangt von uns allen, einen klaren Weg zu gehen, kein Mischmasch von Gedanken und Gefühlen, sondern eindeutig und bestimmt, den Weg einzuschlagen, der nach Ansicht des Betreffenden richtig ist. Unter diesem „Weg" ist gleichsam die inner-jüdische Richtung zu verstehen. Auch ich wurde, wie viele andere, von sich widerstreitenden Gefühlen bewegt. Ich glaube, ich brauche sie nicht wiederzugeben. Oft versuchten mich die Mitglieder vieler Bünde von ihrer Idee zu überzeugen oder für den Bund zu keilen. Doch stets lehnte ich ab. Denn mich hinderte, was so viele hindert: ich dachte, daß die Jungen des Bundes, dem ich angehören sollte, meine Ansichten als „spießerisch" verpönen würden. Meine Befürchtung wurde bestärkt, als es an einem •Samstagnachmittag vor einer Heimstunde hieß, Röcke und Krawatten ausziehen und Hemdsärmel aufkrempeln. Als ich — als vorerst unbeteiligter Zuschauer — diesem „Befehl" nicht gehorchte, stieß man mich in die Seite, nannte mich einen Spießer und unbündisch. Worauf ich — heute bereue ich es — dem Beispiel der anderen folgte. Ich wagte denn auch nicht einmal während des ganzen Heimnachmittags meinen Mund zu öffnen. Ich möchte noch sagen, daß ich fest überzeugt bin, daß Schillerkragen und kurze Hosen nicht allein das Jungenhafte und Jugendliche ausmachen. Außer diesen Befürchtungen hielten mich noch die oben erwähnten Zweifel ab. Einmal, z. B., war ich fest entschlossen, einem zionistischen Bund beizutreten. Schon war ich unterwegs zum Heim; es war ein herrlicher, lauer Frühlingstag und ich ging durch die Anlagen. Plötzlich hörte ich das Deutschlandlied. Es wurde mir seltsam ums Herz, ich setzte mich auf eine Bank und verbrachte so fast den ganzen Nachmittag. Allmählich wurde ich immer weniger gebeten, in einen Bund zu gehen. Ich war recht froh, unbelästigt zu bleiben. Aber seltsam: Die Gesellschaft unorganisierter, gleichgesinnter Kameraden genügte mir nicht mehr. Es drang in mir nach dem Bund. Doch, noch entschloß ich mich nicht, der Organisation, die meine Richtung vertrat, beizutreten. Ich hatte noch immer Angst als Spießer zu gelten, hegte noch immer Befürchtungen, meine Anschauungen und Ideen könnten als unjungenhaft verlacht werden. Doch all dies überwand der Drang nach Kameradschaft. Schließlich sagte ich mir, daß ich fürs Judentum in einer Gemeinschaft viel besser arbeiten könne wie als Einzelner. Nun aber hat der Bund verhindert, daß ich mich weiter quälen muß, daß ich weiter zweifele. Er hat mich mit Hoffnung erfüllt, meinen Drang nach der Gemeinschaft und den vieler anderer befriedigt. Ich darf mithelfen am Aufbau eines deutschen Judentums, mitarbeiten an der Zukunftsgestaltung der jüdischen Jugend im deutschen Vaterland! Horst Brand, Bund deutsch-jüdischer Jugend Jüdische Jugend photographiert Zum Wettbewerb im Jüdischen Jugendheim Im Anschluß an die großen Ferien veranstaltete der Heimwart des Jüdischen Jugendheimes in der Eschersheimer Landstraße einen Wettbewerb der schönsten Bildaufnahmen aus den Ferien. Nur die schönsten Bilder sollten zum Aushang kommen, schlecht gelungene wurden nicht angenommen. Auch der Veranstalter wurde •durch die Menge der eingereichten- Bilder überrascht und konnte diese nur in primitiver Anordnung dem Preisgericht zur Vorführung bringen. Trotzdem konnten 4 Preise zur Verteilung gelangen, die in Gutscheinen für Filme bestanden. Diese Preise wurden dankbar und mit allergrößter Freude entgegengenommen. Interessant war es, auf den Photos festzustellen, wo sich die Jugendlichen in den freien, ungebundenen Ferientagen herumgetrieben hatten, besonders wie sie es verständen, zu „trempen", d. h. die Autos unterwegs anzuhalten und sich mitnehmen zu lassen. Teils waren sie auch mit Rädern unterwegs, und einige verstanden es sogar, sich auf Kohlenkähnen den Rhein hinab mitnehmen zu lassen. So kamen denn Aufnahmen aus der Schweiz, dem 'Schwarzwald, vom Bodensee, vom Rhein, von der nordfranzösischen Küste, von Holland und von den Lagern der verschiedenen Bünde zusammen. Alles in allem ein Zeichen dafür, daß unsere Jugend es versteht, die schönsten Gebiete in der weiten Natur selbst herauszufinden. Nach den Weihnachtsferien soll wiederum ein derartiger Wettbewerb in die Wege geleitet werden, der in schönener Aufmachung in Erscheinung treten soll. Der Veranstalter hofft, daß dann noch bessere Bilder und in noch größerer Zahl zur Ausstellung gelangen können. S. R. Par wirklich elegante Herr trägt nur aus der erstklassigen Herrenschneiderei A. PITTERMANN ZEIL 12, I. — TELEFON 24103 UHREN GOLDWAREN REPARATUREN ZEIL 8 TELEFON 22277 GOLD wird zu höchsten Preisen angekauft Schwarz, roi, man V'L 1 Beste FOllhallerilnte Ä 1 hfl 1 fliesst b,au> &.JU 1 bIeibt bIau .bGSSyV 1 setzt nicht ab! flgjgfrf Flecken tnitreiner 1 */2L 7 Kernseife in kochendem I f pjn £0lh{. Wasser auswaschen; sie ■ 1 "III verschwinden restlos! I »wli Für Büro und Haus Alleinhersteller: ERWIN GRÜNEBAUM RL V7 \/\ Frankfurt/M., Scheffelstrasse 15, Tel. 55135