Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 3 (11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 105 (sequence 27)
- Language
- German
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Seite 105 Persönliche Nachrichten Justizrat Dr. Albert Kallmann Mit dem am 29. September verschiedenen Justizrat Dr. Albert "Kallmann ist einer der angesehensten Rechtsanwälte und Notare Frankfurts dahingegangen. Der Verblichene, der in diesem Jahre -auf eine 50jährige Anwaltstätigkeit zurückblicken konnte, hat sich insbesondere in seiner Standesorganisation große Verdienste erworben. Justizrat Kallmann war lange Jahre im Vorstand des Anwaltsvereins tätig. Im Kriege leitete er im Auftrage des An- -waltsvereins eine Beratungsstelle, in der Angehörige von Kriegsteilnehmern unentgeltlich Schutz und Rat fanden. In Anerkennung ■dieser seiner vaterländischen Leistung und seiner oft bewiesenen segensreichen Hilfsbereitschaft wurde ihm das Verdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen. Innerhalb der Israelitischen Gemeinde ist Justizrat Kallmann in vielen Stiftungen mit Interesse und Hingabe tätig gewesen. Die Gemeinde hat in ihm einen treuen und anhänglichen Freund verloren. Salomon Epstein Am 18. Oktober ist nach längerem Leiden im ehrwürdigen Alter von 85 Jahren Salomon Epstein verschieden. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die sowohl im Wirtschaftsleben Frankfurts als Börsenmakler und langjähriger Vorsitzender der Makler- Kammer, als auch in der Israelitischen Gemeinde während vieler Jahre eine bedeutende Stellung eingenommen hat. Als Sohn eines jüdischen Lehrers in Treis geboren, war er von Haus aus mit jüdisch-religiösem Leben und mit den allgemeinen großen sozialen und geistigen Aufgaben des Judentums vertraut. Als vor nunmehr bald 50 Jahren die Gegensätze innerhalb der Frankfurter Judenheit an Schärfe zunahmen, befand sich Salomon Epstein unter den Männern, die über alles Trennende hinweg durch die Gründung der Frankfurt-Loge dem Gedanken jüdischen Lebens und jüdischer Einigkeit eine Pflanzstätte, schufen. Epstein war. einer der Mitbegründer des Freisinnigen Vereins für jüdisches Gemeindeleben und gehörte von 1899—1904 dem Gemeindeausschuß an. Nach seinem Eintritt in den Vorstand der Gemeinde wurde er bald für mehrere Jahre dessen stellvertretender Vorsitzender. Als Finanzdezernent und in den verschiedensten Verwaltungskommissionen hat der Heinigegangene sachverständige und ersprießliche Tätigkeit entfaltet. Als der Gemeinde in den Jahren 1911—1914 die große Aufgabe des Baues des neuen Krankenhauses gestellt wurde, gehörte der nunmehr Verblichene der neuzusammengesetzten Baukommission an und wurde nach Eröffnung des Krankenhauses Mitglied des Pflegamtes. Nach dem Tode Leopold Igersheimer s. A. wurde er Vorsitzender des Pflegamtes und im Jahre 1921, nach seinem Ausscheiden aus dem Pflegamt, dessen Ehrenvorsitzender. In seiner Tätigkeit, die er dem Krankenhaus in vielen Jahren widmete, hat Salomon Epstein eine besonders vielseitige und fruchtbringende Arbeit geleistet. Da sie in Zeiten der Neuorganisation des Krankenhauses, des Krieges und der Naehkriegsschwierigkeiten durchgeführt wurde, ist seine Tätigkeit um so höher zu schätzen. In Salomon Epstein paarten sich Zielbewußtheit, Schärfe des Geistes und Energie mit einem grundgütigen Herzen. Auf manchen Gebieten der Wohltätigkeit hat er segensreich gewirkt und viel Gutes getan. Ehre seinem Andenken! L. A. Ferdinand Rosenberg Im 72. Lebensjahr ist Ferdinand Rosenberg von uns gegangen. Ein Herzschlag hat ihn nach wiederholtem schweren Leiden seiner Familie und seinen Freunden entrissen. Ein tiefreligiöser Mann, ein vornehmer und bescheidener Mensch ist verschieden. Aus Westfalen stammend, kam er in jungen Jahren nach Frankfurt. Durch Fleiß und Eifer, durch liebenswürdiges, verbindliches Wesen hat er es verstanden, sich rasch eine angesehene Stellung im Geschäftsleben und einen großen Freundeskreis zu schaffen. — Als wahrer Jude hat er weitgehende Wohltätigkeit geübt und meist im Stillen geholfen und manche Träne getrocknet. Insbesondere hatte er ein mitfühlendes Herz und eine offene Hand, wo es galt, kranken und erziehungsbedürftigert Kindern in unserer Gemeinschaft beizustehen und der Betreuung solcher Organisationen tätige Hilfe zu leisten. Denn in einer kräftigen gesunden Jugend sah er die Zukunft. Es ist heute nicht an der Zeit, die stille Arbeit und die guten Taten des Dahingegangenen auf diesem Gebiet zu schildern. Möge es stets Männer geben, die so wie der Verklärte Wohltun üben, und möge es unserer Gemeinschaft niemals an solchen Menschen fehlen. R. Silberne Hochzeit 21. November: Aron Joseph Halber Stadt und Frau Rosa geb. W' e s e n e c k, Bärenstraße 12. 75. Geburtstage 4. November: Frau S. Rödel'heimer geb. Löb, Eysseneckstraße 33. 17. November: Amson Frank, Gausstraße 36. 70. Geburtstag 25. Oktober: Max Amerikaner, Schumannstraße 47. Anstalten und Vereine November-Programm des Kulturbundes Für den Monat November plant der Kulturbund deutscher Juden, Bezirk Rhein-Main, vier Veranstaltungen in Frankfurt a. M. Am Montag, den 5. November ist eine Kammermusik-Veranstaltung (Frendel-Steinberg), am 12. November konzertiert die Jüdische Chorvereinigung e. V. unter Mitwirkung des Kammerchores (Leitung: Dr. Ehrenreich), am Sonntag, den 18. November gelangt Stefan Zweig's „Jeremias" zur Aufführung. Samstag, den 24. und Montag, den 26. November findet das Zweite Orchester-Konzert statt, wobei Prof. Felix R. Mendelssohn als Solist mitwirkt. Mt.24.-an in versiert von Ml 6.- an Besteck« itf9*0^^""'^ echt Silber u. versilbert Trauringe Brillanten auch stets Gelegenheiten Armbanduhren Barmizwohgeschenke uto-Bahn Schfdfik' -ßöffer JS^^CT —=^C>~" <r .LESCHHORfl Damentafchen Lederwaren KfllSERSTR.3 POSENS POSEN , SilberjcKmiede HflISE RSTR.5. nächft Roßmarkt FRANKFURT AM MAIN