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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-06-01 · 10 (6.1934) · p. Seite 409

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
10 (6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 409 (sequence 23)
Language
German
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Seite 409 Es erfolgt dann die Verlesung des Kassenberichtes. Nach Einsetzung von zwei Revisoren wird dem Vorstand Entlastung erfeilt. In der anschließenden Aussprache wird dem gesamten Vorstand für die geleistete Arbeit der Dank der Versammlung ausgesprochen. Aus der Reihe der Mitglieder, deren Zahl auf weit über 600 angewachsen ist, werden einige Anregungen gegeben, die der Vorsitzende gerne in die Tat umsetzen zu wollen verspricht. Nach Wiederwahl bezw. Ergänzung des Vorstandes setzt sich derselbe nunmehr folgendermaßen zusammen: Rabbiner Dr. Georg Salzberger, 1. Vorsitzender; Professor Dr. Moritz Werner, 2. Vorsitzender; Nelly Heller, 1. Kassiererin; Albert Cohen, 2. Kassierer; Erich Katz, 1. Schriftführer; Cläre Stern, 2. Schriftführerin; Dr. phil. Dora Edinger, Dr. med. Karl Frenkel, Dr. med. Samson Raphael Hirsch, Dr. jur. Siegfried Katzenstein, Baumeister Fritz Nathan, Else Zedner. E. K. Religion und Geschichte als Lehrmeister unserer Zeit Die drei neutralen Jugendorganisationen, die Freie Arbeitsgemeinschaft, der Jüdische Jugendbund und der Verein Montefiore e. V. veranstalteten einen Vortrag des Herrn Rabbiner Ludwig Hehler, mit welchem sich dieser zugleich von der Frankfurter Jugend verabschiedete. Das Thema „Religion und Geschichte als Lehrmeister unserer Zeit" hatte eine größere Zuhörerschaft in der Aula des Philanthropins versammelt. Die Geschichte der Juden vom babylonischen Exil bis in die Diaspora, und insbesondere die gegenwärtige Lage des deutschen Judentums gaben dem Redner Veranlassung, in wohl abgewogenen und ergreifenden Worten über die religiösen Aufgaben der Juden auf Grund ihrer Geschichte und Tradition zu sprechen. Zum Schluß riditete Rabbiner Mehler eindringliche und persönliche Worte an die Erschienenen, zu Ehren des Judentums und insbesondere der hiesigen altehrwürdigen Gemeinde zu handeln. Mit Ergriffenheit folgten die Anwesenden den Ausführungen Rabbiner Mehlers und der spontane Beifall zeigte, wie sehr es ihm in der kurzen Zeit seines Hierseins gelungen war, mit der Jugend in enge Verbindung zu kommen. Namens der drei veranstaltenden Organisationen und der gesamten jüdischen Jugend dankte Hellmuth Strauß dem Scheidenden für seine verdienstvolle Arbeit für die Jugend und überreichte ihm gleichzeitig ein Abschiedsgeschänk. Namens des Vereins Hauptsynagoge überreichte Siegfried Haas mit anerkennenden Worten ein Buch. — Zur musikalischen Umrahmung des Abends (Lag Beaumer) hatten sich dankenswerterweise die Damen Elsbeth Strauß (Gesang), Selma Jutta Lang (Violine) und die Herren Willy Natt (Gesang) und Herbert Translateur (Klavier) zur Verfügung gestellt. Sie brachten hebräische und allgemeine Darbietungen formvollendet zu Gehör. E. K. Gemeinsame Veranstaltung der drei neutralen Jugendorganisationen Die Freie Arbeitsgemeinschaft, der. Jüdische Jugendbund und der Verein Montefiore E. V. veranstalten gemeinsam am Mittwoch, den 13. Juni 1934, 20% Uhr. im Saal des Israelitischen Mädchenheimes, Taunusplatz 17, einen Vortrag des Herrn Dr. Eduard Strauß über: „W issenschaft und Lebe n". Singgemeinschaft der Musikfreunde Die „S i n g g e :n e i n s c h a f t der Musikfreunde" (Leitung. Artur Holde) hat sich durch den Zuwachs an Mitgliedern genötigt gesehen, in ein größeres Uebungslokal überzusiedeln. Die Proben finden nunmehr regelmäßig am Dienstag. Uhr pünktlich, im Saal des Israelitischen Mädchenheims, Taunusplatz 17, statt. Sangesfreudige Herren und Damen können sich dort vor der Probe oder direkt bei dem Dirigenten Herrn Artur Holde, Trutz 17 (57765) zur Teilnahme melden. Palästina-Ausstellung in Frankfurt Die in Berlin, Hamburg, Leipzig und Breslau gezeigte Palästina- Ausstellung wird in Kürze auch nach Frankfurt kommen. Palästina hat in den letzten fünfzehn Jahren die grundlegende Wandlung zur modernen Volkswirtschaft durchgemacht. Die Städte haben sich vergrößert, die Bevölkerung ist gewachsen und die Sphäre der Landwirtschaft hat sich erheblich ausgedehnt. Freunde und Gegner, die das Land besucht haben, berichten von seiner Blüte. Dieae Entwicklung zeigt die Ausstellung in instruktiver Weise. Sie konzentriert sich speziell auf das jüdische Aufbauwerk und will in erster Linie zeigen, wie Juden dieses Land zu bebauen im Begriffe sind. Sie zeigt das Werk der jungen Menschen, die in Erfüllung des zionistischen Cedankens hinübergingen und den Boden für diejenigen bereiteten, in deren Gesichtskreis inzwischen Erez Jisrael gerückt ist. Die Frankfurter Judenheit wird es begrüßen, diese Ausstellung zu sehen und damit einen Einblick in den Fortschritt des jüdischen Aufbauwerks zu erhalten, mit dem schon heute fast jeder Jude auch durch die Bande der Verwandtschaft verbunden ist. Die Ausstellung findet vom 8.—15. Juli in der Frankfurt-Loge statt. Israelitisches Mädchenheim E. V. In der nächsten Zeit beginnt in unserem Heim unter Leitung eines Kinderarztes ein Kurs: „Der Säugling und das Kind in gesunden und kranken Tagen." Anmeldungen von jungen Frauen und Mädchen erbeten. Auskunft bereitwilligst durch die Vorsteherin. Taunusplatz 1". Tel. 32267. Hausfrauengruppe des Jüdischen Frauenbundes Die von der hauswirtschaftlichen Kommission der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes gegründete Hausfrauengruppe hatte ihre erste Zusammenkunft unter großer Beteiligung. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung erfreute Frau Lore Michaelis durch den Vortrag jüdischer Volkslieder. Frau Ella Werner vom Vorstand der Ortsgruppe sprach die einleitenden Worte und wies auf die Bedeu tung der Aufgaben des jüdischen Frauenbundes hin, denen sich nun die Hausfrauengruppe als neuer Zweig anschließt. Frau Stephanie Förchh e i m e r , die die neue Gruppe leiten wird, entwickelte dann ihr Programm. Alle den Haushalt betreffenden Fragen sind für die jüdische Frau heute doppelt wichtig, weil für die meisten unter ihnen eine weitgehende Umstellung geboten ist. Auch die Frage der hallswirtschaftlichen Hilfskräfte muß anders behandelt werden im Hinblick auf die Trüber geringere Beschäftigung jüdischer Mädchen, wobei die Lehrlingsausbildung im Haushalt besonders in Betracht zu ziehen ist. Lehrkurse in verschiedenen Zweigen der Hauswirtschaft sollen eingerichtet werden. In einer kurzen Ansprache gab Frau Paula Nassauer, die Vorsitzende der Ortsgruppe, noch einige Erläuterungen und Anregungen für die Ausdehnung des Programms, das auch die Hausfrau als Mutter und Erzieherin berücksichtigen und sich mit der jüdischen Haltung nach außen befassen soll. Es wurde beschlossen, jeden ersten Donnerstag im Monat in den Räumen des Mädchenheims gemütlich zusammenzukommen. Auf allgemeinen Wunsch wird das nächste Referat die Frage des Verhältnisses der Hausfrau zu ihrer Hausangestellten behandeln. Zu dem reichen Aufgabengebiet der Hausfrauengruppe ist das Interesse und die Mitarbeit aller jüdischen Hausfrauen erwünscht. H. Kr. Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Fahrgasse 146 III., Tel. 26976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990. Allgem. Sprechstunden: Montag bis Donnerstag von 15—17 Uhr. Beratung in Rechtsfragen: Dienstag und Mittwoch von 15—17 Uhr Juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des CV. Die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Hessen-Nassau und Hessen und Ortsgruppe Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 22, (Sprechstunden täglich außer Samstag und Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr) erteilt im Einvernehmen mit den jüdischen Spezialorganisationen im Rahmen der Richtlinien der Reichsvertretung der deutscheu Juden Rechtsauskünfte in allen juristischen und wirtschaftlichen Fragen, die mit der neuen Gesetzgebung zusammenhängen. Ferner werden Kollektiv- und Einzelschritte bei Behörden und Verbänden bearbeitet. Um eine unnötige zeitraubende Belastung der Beratungsstelle, welche jedem deutschen Juden zur Verfügung steht, zu vermeiden, wird gebeten, alle für die Auskunft wichtigen Belege mitzubringen und die Sprechzeit möglichst einzuhalten. EREZ ISRAEL DAS LAND DER JUDEN PALÄSTINA-AUSSTELLUNG DER FRANKFURTER ZIONISTISCHEN VEREINIGUNG Vom 8. b.is 16. Juli in den Sälen der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstrasse 27 Ernst Lochner & Horkheimer Liebfrauenberg 39. I. Stock - Gegr. 1837 Engl. u. Deutsche Herrensiolie Spezialität: Engl. Herrenstoffe Waschu. 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