Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 10 (6.1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 405 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 405 Oeffnungszeiten dei Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beil-Straße und an der Eckenheimer Laudstraläe sind in der Zeit vom 1. Apr 1 bis 15- Sept. von 7 — 19 ULr geöffnet. — Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats jreschlnsr.en Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. GedSehtnislicbter Zum Andenken an Verstorbene können in den Genieindesynagogen Geriächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 7V— für ein ewiges Licht aui Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Zuwendungen Die Gemeindebibitothek erhielt Zuwendungen von Frl. Bertha Pappenheim, den Herren Carl Bendit, Dr. F. Falk, Dr. M. Kahn, M. Hammel, Dr. Martin F. Rothschild, Stern-Bing. Fundsache In der Hauptsynagoge ist ein brauner Damenschirm gefunden worden. Abzuholen beim Hausmeister der Hauptsynagoge, AUerlieiligenstraße 75. Aus der Gemeindevertretung Sitzung vom 16. Mai 1934 Bericht von Bürodirektor J. M e y e r In Anwesenheit von 28 Mitgliedern der Gemeindevertretung und 6 Mitgliedern des Vorstands eröffnet Herr Dr. Richard Merzbach die Sitzung. Herr I. Stern-Bing hat sein Amt als Mitglied des Gemeindevorstands niedergelegt und mitgeteilt, daß er als Zeichen seiner Verbundenheit mit der Gemeinde ihr einen Darlehens schein über RM 1000.— für ein Steuerdarlehen geschenkweise überläßt. Die Gemeindevertretung nimmt mit Bedauern von der Amtsniederlegung Kenntnis und schließt sich dem Dank des Vorstands für die Ueberlassung des Darlehensschuldscheins an. Zur Vorbereitung der Ersatzwahl wird die Vorlage der Wahlvorschlagskommission überwiesen. — Einer Vorlage betr. Abänderung der Wahlordnung der Israelitischen Gemeinde wurde zugestimmt. (Der Wortlaut ist;in anderer Stelle dieser Nummer veröffentlicht.) Für den Monat Juni wurdeein weiteres Etatzwölftel auf Grund des vorgelegten Etatentwurfs für 1934/35 bewilligt. Zu Revisoren der Jahresrechnung für 1932/33 werden die Herren Dr. Freimann und Cohen ernannt. Der Vorstand teilt mit. daß infolge Anordnung des Präsidenten der Reichspressekanimeivon den Beziehern des Gemeiiuleblatts ein monatliches Bezugsgeld erhoben werden muß, das vierteljährlich einzukassieren ist. (Vergl. an anderer Stelle in dieser Nummer.) Die Gemeindevertretung stimmt mit der Maßgabe zu, daß das ab Juni 1934 zu erhebende Bezugsgeld auf 15 Rpfg. pro Nummer einschl. Zustellung*- und Erhebungsspesen, also vierteljährich auf 45 Rpfg., festgesetzt werden soll. Von einem Arbeitsbericht des T a g e s h e i m s f ü r ,j ii d i s c h e Erwerbslose für die Zeit vom 23. März bis 2(5. April 1934 wurde Kenntnis genommen, desgleichen von einem V'orstandsbeschluß betr. die Offenhaltung eines zweiten Aufgangs zur Frauenempore der Hauptsynagoge und'dessen Beaufsichtigung. Nach Schluß der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung sprach der Vorsitzende namens der Gemeindevertretung dem infolge eines Unfalls erkrankten Herrn Dr. M a i n ■/. e r herzlich»' Wünsche für baldige Genesung aus. in der Hoffnung, ihn bald wieder im Kreise der Gemeindevertretung begrüßen zu können. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung. Der Bericht über die Sitzung der Gemeindevertretung vom 28. März 1934 (Nr. 9. S. 368 unseres Blattes) enthält Mitteilungen über eine alsdann zum Beschluß erhobene Vorlage des Vorstandes betr. die Verlängerung der Wahlperiode der gegenwärtigen Gemeindevertretung. Der hierzu in der Sitzung gestellte Antrag der Jüdischen Volkspartei auf Vertagung der Vorlage wurde u. a. mit einer Erklärung begründet, deren Wortlaut wir hiermit nachtragen: ..Die Jüdische Volkspartei bedauert, der beabsichtigten Verlängerung der Legislaturperiode nicht zustimmen zu können. Sie weist zunächst auf die Bedenken hin, die überhaupt gegen die Methode, dal? eine parlamentarische Körperschaft ihre eigene Verlängerung beschlielät. selbst dann bestehen, wenn fonualjuristisclie Bedenken nicht vorhegen. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei ist der Ueberzeugung, daß ein anderer Weg gefunden werden muß, der einerseits geeignet ist, den auch von ihr nicht gewünschten Wahlkanipf zu vermeiden, der aber auf der anderen Seite den Erfolg hat. eine gerechtere und der wahren Stimmung der Gemeinde entsprechende Lösung zu sichern. Eine Verlängerung der Legislaturperiode ohne Veränderung der Kräfteverhältnisse in der Repräsentanz würde ihres Erachtens die offenbare Tatsache verschleiern, daß die Körperschaft in ihrer jetzigen Zusammensetzung der geistigen Veränderung nicht mehr entspricht, die in heutiger Zeit jüdische Menschen zu neuen positiv-jüdischen Erkenntnissen gebracht hat." Ehrt das jüdische Handwerk! Feine Mass-Schneidsrei A. 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