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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-05-01 · 9 (5.1934) · p. Seite 371

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
9 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 371 (sequence 25)
Language
German
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Seite 371 Mit ihnen allen wird über ein auf Monate hinaus aufzustellendes Programm künstlerischer Aufgaben zu sprechen und Anregung, sowie Mitarbeit zu erwarten sein. Als nächste Veranstaltungen sind für den Monat Mai in Vorbereitung: eine Veranstaltung, die der Kulturbund im Interesse der bildenden Künstler veranstaltet, mit einem Vortrag, einer musikalischen Darbietung und einer amerikanischen Versteigerung der in der Chanukka-Ausstellung von der Künstlerhilfe angekauften Kunstwerke. Orchesterkonzert des neu gegründeten Berufsorchesters des Kulturbundes Deutscher Juden, Rhein-Main, unter Leitung von Hans Wilhelm S t e i n b e r g. Schauspielaufführung der „Arbeitsgemeinschaft jüdischer "Schauspieler". Künstlerische Oberleitung: Hans Wilhelm Steinberg. Regie: Alfred Auerbach. Der Vorstand des Kulturbundes Deutscher Juden, Bezirk Rhein-Main, wendet sich mit diesem Bericht an alle Gemeindemitglieder. Er bittet um Zusammenarbeit aller im jüdischkulturellen Leben wirkenden und empfangenden Menschen von Künstler und Publikum. Dieses Ziel kann nur zusammen mit allen jüdischen Organisationen erreicht werden. Jeder Einzelne ist mitverantwortlich und entscheidet mit über den Erfolg; denn wir alle bedürfen der Erhebung, des Trostes, der Freude! Sederabend in der Westendsynagoge Wenn der Verein Westend Synagoge auch in diesem Jahre es unternommen hat, in den Kreisen seiner Mitglieder durch Veranstaltung eines gemeinsamen Sederabends in dem Trausaal der Synagoge das Interesse an diesem einzigartigen Fest des jüdischen Familienlebens zu stärken und gerade der Jugend des Vereins diesen Festabend zum inneren Erlebnis werden zu lassen, so muß dieser Versuch als gelungen bezeichnet werden. Den Bemühungen von Frau Marie Bloch, die die Vorbereitung für diesen Sederabend getroffen hatte und durch ihre Leitung sowie ihre Vorsorge für geistige und leibliche Genüsse des Abends dem Fest ein weihevolles und dabei gemütliches Gepräge verlieh, war es gelungen, ungefähr achtzig Personen, darunter zahlreiche Jugendliche, zusammenzuführen, die mit Andacht und innerer Anteilnahme dem von Herrn Rabbiner Mehler freundlicherweise übernommenen Sedervortrag folgten. Herr Rabbiner Melder verstand es vortrefflich, neben der "Wiedergabe der Sedergebete, durch Auslegung und Erklärung der Haggada den Sinn und die Bedeutung dieses Abends allen Beteiligten vor Augen zu führen. Die auf die geschickt gestellten Fragen des Sedergebenden gegebenen Antworten der Kinder ließen erkennen, daß Sinn und Bedeutung des Sederabends auch ihnen voll bewußt wurde. Nach Beendigung des Mahles und des Sedervortrages blieb man noch geraume Zeit in angeregter Unterhaltung zusammen, wie es der Tradition dieses echt jüdischen Familienfestes entspricht. Dem Sedergebehden, Herrn Rabbiner Mehler, sowie der Veranstalterin, Frau Marie Bloch, sei herzlichst für das wohlgelungene Fest gedankt, mit dem Wunsche, daß dieser gemeinsame Sederabend zu einer ständigen Einrichtung des Vereins werden möge. Caligula. Frontgeneration und deutsch-jüdische Jngend \ Eine von der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in den großen Saal der Frankfurt-Loge einberufene Kundgebung „Frontgeneration spricht zur Jugend" hatte einen Teil der deutsch-jüdischen Jugend versammelt. Dr. Felix Kauffmann, der Vorsitzende des Frankfurter R. j. F., begrüßte die Erschienenen und leitete die Berechtigung der Veranstaltung von der jüdischen Verpflichtung ab, daß „der Vater seinem Sohn zu erzählen habe". Das Erlebnis der Frontgeneration den Jüngeren zu übermitteln, um die jüdische Jugend in Deutschland mit dem Einsatz vertraut zu machen, den die Kriegsgeneration für Judentum und Deutschtum geleistet habe, sei die Absicht der Veranstaltung. Der Syndikus der Ortsgruppe, Rosenstrauß, berichtete von Fronterlebnissen und verlangte von der Jugend heroische Lebenshaltung. In Wehrhaftigkeit, Kameradschaftsgeist und Manneszucht erblickte er den Weg, um die junge Generation für die Existenz als deutsche Juden zu erziehen. Rechtsanwalt Dr. H o r o v i t z stellte in einer außerordentlich eindrucksvollen Ansprache die Wichtigkeit der Besinnung auf die Tradition dar, aus der die Kraft zur Lebensgestaltung erwachsen werde. Das Bewußtsein um die Verpflichtung von Würde und Schlichtheit im Auftreten und um den Einsatz für jüdische Dinge (Studium des Hebräischen) stellte er als gebieterische Forderung auf. Rechtsanwalt Dr. Hugo Stern sprach von der Verbundenheit der deutschen Juden mit ihrem Vaterland, mit deutscher Sprache und Kultur. Vertreter der Jugendorganisationen der deutsch-jüdischen Richtung bekannten sich zu den Grundsätzen der Veranstaltung. Rezitationen, Gesänge, Sprechchöre umrahmten die Reden. — r. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Der R. j. F., ursprünglich gegründet, die jüdischen Frontkämpfer vereinigen, deren Ehre und Interessen zu verteidigen, will jetzt i in einer besonderen Gruppe der „Altsoldaten" alle frühe Angehörigen des Heeres, der Marine und Sehn., tru p.p e n , die nicht in der Kampffront gestanden haben und die zum Teil aus Krieger- und Militärvereinen ausscheiden mußten, zusammenfassen. Diese „Altsoldaten" genießen die gleichen Rechte und den gleichen Schutz wie die aktiven Mitglieder (Frontkämpfer). Anmeldungen werden erbeten an die Geschäftsstelle Frankfurt a. M. des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten e. V., Landesverband Südwestdeutschland, Stiftstraße 39 U. Konzert-Veranstaltung der Jugendkommission Die Jugendkommission der Israelitischen Gemeinde veranstaltet am Donnerstag, den 31. Mai d. J., 20% Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge ein Konzert zu Gunsten des Tagesheims der erwerbslosen jüdischen Jugend. Es wirken mit: die Kammer-Streichver- (L mg A r Auffüh Mendels md Sin schaft de M ii s i k f r Mio lde), als Solistin He mg gelangen Werke von Händel. Bach. H a y d n . o h n und Franz Xaver Richter. Bibliothek des Jüdischen Jugendheimes Die Vereine und Bünde haben sich entschlossen, die in ihrem Besitz befindlichen Bücher dem Heim zwecks Errichtung einer Bibliothek zur Verfügung zu stellen. Zur Aufstellung derselben werden zwei zweitürige Kleiderschränke benötigt. An die Gemeindemitglieder wird die ergebene Bitte gerichtet, durch Stiftung dieser Schränke der Jugend zu helfen. Der Grundstock für eine große deutsche, hebräische, französische und englische Bibliothek ist vorhanden; weitere Gaben werden dankbar entgegengenommen. Alle Nachrichten an den Heimwart, Eschersheimer Landstraße 63, erbeten. Die Singgemeinschaft, die 1933 ins Leben gerufen worden ist, weist bereits eine beträchtliche Mitgliederzahl auf. Sie fordert sangesfreudige Damen und Herren zur aktiven Beteiligung auf. Meldungen nimmt der Leiter A r t u r Hol d e. Trutz 171. (Tel. 57763), entgegen. Die Proben finden regelmäßig am Montag, 20—22 Uhr, pünktlich, im Jugendheim, Eschersheimer Landstraße 63, statt. In den Vorstand wurden gewählt: Herbert Stern (Schriftführer), Philipp Falkenstein (Kassenwart). Robert Marx (Notenwart), ferner Frau Liesel Ziegelstein und Frau Gerda Schneemann (Beisitzerinnen). Der neugewählte Vorstand legte der Mitgliederversammlung den Entwurf der Vereinssatzungen vor, die einstimmig angenommen wurden. Das Statut sieht die Eintragung in das Vereinsregister vor. Verein für jüdische Krankenpflegerinnen In der ordentlichen Mitgliederversammlung des hiesigen Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Bilanz wies einen kleinen Jahreskasseriiiberschn(? auf. der dem Pensionsfonds überwiesen wurde, wodurch dessen Defizit etwas verringert werden konnte. Die umgeänderten Satzungen des Vereins wurden genehmigt. In der anschließenden Sitzung des Verwaltungsansschusses wurde Profes so r Dr. Isaac als Vorsitzender. Sanitätsrat D r. Günzburg als stellvertretender Vorsitzender, wiedergewählt. Die übrigen Aemter des Verwaltungsausschusses wurden in folgender Weise verteilt: Kassenführer: Dr. S. Auerbach, Schatzmeister: Dr. Fritz Adler, Schriftführerin: Frau Bloch-Neu Stadt. Oekonom: Herr B e n d i t. Uebungen in Säuglingspflege Anfang Mai beginnt im Isr. Mädchenheim E. V.. Taunusplatz 17, unter Anleitung eines Kinderarztes ein Semesterkurs „Uebungen in Säuglingspflege". Anmeldungen von Frauen und Mädchen aus der Frankfurter Gemeinde erwünscht. Jüdische Körperbehinderte! Die Selbsthilfeorganisation jüdischer Körperbehinderter ist ins Leben gerufen worden mit dem Ziel, alle in Deutschland wohnenden Schwer- und Leicht-Körperbehinderten zusammenzuschließen, sie in den mit der Körperbehinderung verbundenen Nöten kostenlos zu beraten, womöglich Abhilfe zu schaffen und durch Aufklärung Krüppeltum zu verhüten und abzuschwächen. Positive Einstellung zum eigenen Schicksal hilft überwinden, hilft Eltern, ihre körperbehinderten Kinder seelisch und sachlich für den Lebenskampf vorbereiten. Gemeinschaftsgeist wird Anregungen und Freude geben. Der soeben gegründeten- Berliner Ortsgruppe soll eine solche in Frankfurt a. M. — zugleich als Vorort für Süddeutschland — schnellstens folgen. Alle Körperbehinderten sollen teilnehmen, zunächst durch sofortige unverbindliche Adressenangabe für sich selbst und ihnen bekannte Schicksalsgefährten. Auch hilfsbereite Freunde bitten wir um Meldung zwecks Einberufung unserer bevorstehenden Gründungsversammlung, j Im Auftrage des Arbeitsausschusses: <■ Irma Dresdner, Gaußstr. 101. Dr. Max Mainzer Prof. Dr. W. V. Simon Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Fahrgasse 146 III., Tel. 26976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990. Allgemeine Sprechstunden: Montag bis Freitag von 15—17 Uhr. Beratung in Rechtsfragen: Dienstag und Mittwoch von 15—17 Uhr Helfer zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Büro der Beratungsstelle für sofort gesucht. Meldungen erbeten an das Büro der Beratungsstelle, Fahrgasse 146 III. (Tel. 26976). Schreibmaschinentisch gesucht. v.-Verband für jüdische Wohlfahrts-Pflege, Fahrgasse 146. kämpfer zu\ jetzt auch \ rüheren .) c 1, „ * » v Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend, Königswarterstraße 26 (Leitung: Dr. Fritz Mayer, Hermannstrafie 5, parterre, Tel. 31775) Das Heim ist geöffnet: Montag bis Donnerstag 10—12 und 14—20 Uhr, Freitag 10—12 und 14—17 Uhr Sonntag 15—18 Uhr Arbeitsplan Montag bis Donnerstag, 14—20 Uhr, Schreinerlehrwerkstätte (Leitung: Herr Karl Rosenthal) Montag: 14—16: Neuhebräisch für Anfänger (Leitung: Herr M. Kascalzki); 17—18: Französ. f. Fortgeschr.; 18—19: Französ. f. Anfänger. Dienstag: 14—17: Bastelkurs; 17—18: Stenographie f. Fortgeschr. (Leitung: Frau Postawelski); 18—19: Engl. f. Anfänger. Mittwoch: 14—16: Bastelkurs; 16—17: Französ. f. Anfänger; 17—18: Französ. f. Fortgeschr.; 18—19: jüd. Gesch. Donnerstag: 15—17: Kurs in Plakatschrift (Leitung: Frl. M. Lerner); 17—18: Deutsche Korrespondenz f. Anfänger; 18—19: Engl. f. Anfänger. Freitag: 15—16: Besprechung von Tagesfragen; 16—17: Deutsche Korrespondenz f. Fortgeschr. Sonntag: 17—18: Heitere Rezitationen. Täglich vormittags: Spiel, Musik, Lektüre, Tischtennis, Fußball, Schreibmaschinenübungen nach Verabredung.

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