Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 9 (5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- Seite 357 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 357 kannt. Schon in diesem Werk entwickelt der Komponist, der immer sein eigener Textdichter ist, alle für seinen Stil charakteristischen Eigenschaften: Schreker besitzt einen ungewöhnlichen Sinn für die szenische Situation. Sein Orchesterkolorit ist von seltener Mannigfaltigkeit und Differenziertheit. Aber gerade die aus dem Klang kommenden Spannungsreize waren geeignet, den häufig vorhandenen Mangel an wertvoller musikalischer Substanz zu verhüllen. Der merkwürdigen Mischung von Romantik und Naturalismus, von Erotik und mystischen Elementen verdankt die Opernkunst Schrekers einen erheblichen Teil des schnell entflammten Interesses. Mit den ungewöhnlich bühnenwirksamen: „G e - zeichneten'1 erreicht der Komponist den Zenith seiner Bahn. Bald aber erweist sich die Hoffnung seiner Anhänger, ihn gewissermaßen die Nachfolgeschaft Wagners antreten zu sehen, als trügerisch. Im „Schatzgräber" tritt das Unechte, Brüchige seines Schaffens offen zutage. Und weder in „I r r e 1 o h e" noch im „Singenden Teufel" oder in dem als Volksoper gedachten „S ch m i e d von Gent" konnte Schreker das Sinken seines Sterns verhindern. Der Komponist hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht. In Monaco geboren, lebte er nach seiner Studienzeit in Wien als Dirigent des Philharmonischen Chores und als Kompositionslehrer an der Akademie. 1920 erfolgte die Ernennung zum Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin, ein Posten, den Schreker bis zum Sommer 1932" inne hatte. * Zu den Schülern Schönbergs, die sich einen klangvollen Namen erworben haben, gehört Egon W e 11 e s z. Den Musikwissenschaftler, der an der Wiener Universität eine Lehrtätigkeit ausübt, kennen die Fachkreise. Sie schätzen besonders wichtige Studien über orientalische Musik. Die Gestaltungsprobleme des jüngeren Schönberg treten auch bei "Wellesz in Erscheinung, aber sie gewinnen kein entscheidendes Gewicht. Bei Debussy findet der Komponist in höherem Grade die ihm gemäßen Anregungen, ebenso in der von ihm als Forscher behandelten Musik des Orients. Ueberall erkennt man den mit den Mitteln moderner Satzkunst geschmacklich sicher und technisch reif arbeitenden Musiker. Seine Bühnenwerke hatten mehrfach Erfolg. Mannheim setzte sich für „A 1 k e s t i s", Frankfurt für das Legendenspiel „D i e Prinzessin Girnara" ein. Im Konzertsaal hat Wellesz sein Ansehen als Schöpfer wertvoller Instrumental- und Vokalmusik befestigt. Der jetzt im 49. Lebensjahr stehende Komponist zählt zu den erfreulichsten Erscheinungen des Kreises der zeitgenössischen österreichischen Tonsetzer. * Abgesehen von mehreren Kriegsdienstjahren in Oesterreich ist Ernst T o c h seiner Heimat ganz entrückt. 1887 in Wien geboren, trieb er vor Beginn der musikalischen Laufbahn an der dortigen Universität medizinische und philosophische Studien. Musikalisch hat sich Toch hauptsächlich als Autodidakt weitergebildet. Nach längerem Aufenthalt in Frankfurt und Mannheim siedelte der Komponist, der inzwischen den Doktorgrad mit einer Schrift über „Melodielehre" erworben hatte, nach Berlin über. Jetzt hat er seinen Wohnsitz nach London verlegt. Toch gehört zu jenen Vertretern der „neuen Musik", die aus musikantischen Instinkten heraus das „abstrakte", rein „konstruktive" Schaffen ablehnten, das mehr das Auge als das Ohr befriedigt. Hierin begegnet er sich mit Paul Hindemith, der ihm auch in der Beweglichkeit des Temperaments verwandt ist. — Zunächst ist es die Kammermusik, in der sich Toch am freiesten und zielsichersten ausspricht. Sein Quartett auf den Namen eines Verwandten: B-A-S-S erschloß ihm die Bade-Anzüge führender Marken wie Jantzen, Forma, Venus usw. Riesige Auswahl Uebersichtliches Lager Fachmännische Bedienung Bequeme Anprobe-Kabinen BLEIDENSTRASSE 3—5 PORZELLAN GLAS KERAMIK Scbleillack- und ßastarlikel ti Kaiserstr. 4 Inh. P. Buseck w A. Loeb $ai€~*ZtuU BING IST B I L LI G" IN ALLER MUND O-H BROT O-H BACKWAREN HERGESTELLT UNTER AUSSCHLIESSLICHER VERWENDUNG VON BUTTER UND REINEN PFLANZENFETTEN O-H FEINBÄCKEREI £ h. FILIALEN OBERALL SAMMEl NUMMER 40101 FRIEDRICH BRESLAU BANKGESCHÄFT jetzt Cronbergersfrasse 9 Telefon 78813 - zur Börse 20941 EFFEKTEN Individuelle Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte HANNS L. KATZ Dipl. Malermeister Fernruf94418 Am Hirschberg 27 Ausführung aller Maler- und Anstricharbeifen