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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-04-01 · 8 (4.1934) · p. Seite 323

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
8 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 323 (sequence 21)
Language
German
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Seite 323 80. Geburtstag 5. März: Frau Elise Rosenbaum geb. Baumarin, Finkenhcfstjraße 11. 75. Geburtstag 10. März: Herr Moritz Strauß, Rotteekstraße 3. 75. Geburtstag Herr JacobBallin hat am 19. März d. J. sein 75. Lebensjahr vollendet. Nach Besuch des Philanthropins von 1865 bis 1875 trat er in die kaufmännische Lehre, wirkte dann als Angestellter in Straßburg und betätigte sich später in dem väterlichen Geschäft auf der Zeil. Als Junggeselle widmete er seine freie Zeit bis vor einigen Jahren mit regem Interesse den öffentlichen Wohlfahrtsangelegenheiten. Eine Reihe von Jahren war er Bezirksvorsteher, fast 34 Jahre Mitglied der Verwaltung der Israelitischen Männer-Krankenkasse, tätiger Vorstand der Jüdischen Leihkasse, des Israelitischen Handwerkerunterstützungs-Vereins und anderer jüdischer Korporationen. Mögen dem geistig regen Mann noch eine Reihe sorgenfreier Jahre beschieden sein. M. A. Dienstjubiläum Am 15. März feiert Herr Adam Spilger sein 25jähriges Dienstjubiläum als Portier der Synagoge am Börneplatz. | Kulturarbeit des Monats | Von den Wohnstätten der Frankfurter Juden Der Besuch des Vortrages, zu dem die „Gesellschaft für jüdische Volksbildung E. V." Herrn Kustos Dr. G u i d o S c h ö nberger über die „Wohnstätten der Frankfurter Juden" gebeten hatte, bewies in erfreulicher Weise, daß das Interesse, welches der unvergeßliche Julius Hülsen für dieses Thema zu erwecken wußte, seit seinem Heinigang durch die äußere Entwicklung der jüngsten Zeit noch zugenommen hat. Den kleinen Saal der Frankfurt-Loge und noch einen Teil des Nachbarzimmers füllend, saß und stand das Publikum in dichtgedrängten Reihen vor dem Leinwandschirm, auf welchem eine lange, die Aufmerksamkeit stark beanspruchende Kette von Lichtbildern den Vortrag begleitete. Die Diapositive — zu einem Teil eigens für den Abend angefertigt und, wie wir hören, von der „Gesellschaft" zur Ueberweisung an das „Jüdische Museum" bestimmt — umfaßten ein sehr aufschlußreiches Material, angefangen von den nur aus schriftlichen Urkunden gewonnenen Rekonstruktionsversuchen der frühesten Judenquartiere über die bekannten alten Stadtpläne bis zu den wohlvertrauten Häuserfassaden und -grundrissen der Judengasse; aber man sah auch neben den alten Hauszeichen Interieurs, ja Mobiliar und Zierstücke noch aus der Zeit unmittelbar vor der Emanzipation. Ergab sich so für die Zukunft die aussichtsvolle Möglichkeit eingehender Sonderbehandlung der zuletzt genannten Dinge, so war diesmal das Bemühen des Vortragenden darauf gerichtet, unter Betonung der jeweiligen sozialen Lage der Juden den Parallelismus und sogar die zeitweilige enge Verflechtung des Daseins und der Wohnweise zwischen der jüdischen und der christlichen Bevölkerung unserer Vaterstadt nachzuweisen, was auch in einer von Anfang bis zu Ende überzeugenden Darstellung gelang. w. Gastspiel Joseph Plaut Die „ Gesellschaft für jüdische Volksbildung E. V." hatte Joseph Plaut für den Purim-Abend gewonnen. Ob der Künstler in Anpassung an unsere Zeit sein Programm nicht so durchaus heiter gestaltete, wie in früheren Jahren, wissen wir nicht. Jedenfalls gab der dramatische Vortrag des „Archibald Douglas", wie die behaglich-besinnliche Wiedergabe Andersenscher Märchen und der entzückenden Tiergeschichten von Manfred Kyber Gelegenheit, ihn aufs angenehmste von einer neuen Seite kennen zu lernen. Die jüdische Note kam in einem zweiten, besonders reizenden Fontane-Gedicht zur Geltung, das außerordentlich aktuell anmutet. Große Heiterkeit löste dann der Gang durch Deutschland an Hand seiner Mundarten aus, die Joseph Plaut ganz bewundernswert beherrscht; nur unseren Sachsenhäuser konnten wir uns waschechter vorstellen. Der letzte Teil des Programms, bei dem Max F i r n b e r g am Flügel musikalisch sehr sicher mitwirkte, entfesselte jene befreiende, ansteckende Heiterkeit, die man dem Künstler heute doppelt danken muß. Wie er die Typen einer Variete-Vorstellung, etwa die Nummernträgerin oder den musikalischen Clown ohne jedes äußere Mittel und doch bis ins kleinste genau charakterisiert, das stellt wohl eine Leistung dar, wie man sie sich auf diesem Gebiete kaum besser denken kann. Ebenso erstaunlich war die Kunst, mit der Joseph Plaut, unterstützt lediglich durch KNOPFE KRAGEN SCHLIESSEN SCHALS KLIPSE SCHLEIFEN Unerreicht in der Auswahl BLEIDENSTRASSE 3-5 FRIEDRICH BRESLAU BAN «GESCHÄFT jetzt Cronbergerstrasse 6 Telefon 78813 - zur Börse 20941 EFFEKTEN Individuelle Ausführung e 11 e r bankmäßigen Geschäfte Der karierte Schirm zum Frühjahr von ISENANN Konstabier Wache Eingang jetzt AllerheiHgenstrasse Corsethaus GAZELLE größte Auswahl in Formen und Preislagen 7PH 1 Größte s Spezialhaus Norddeutschlands Z-L.iL# I^t: Hamburg Lübeck Hannover Telefon 27172

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