Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 4 (12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 160 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 160 m Verein Montefiore E. V. D?r neue Verwaltungsausschuß besteht aus folgenden Mitgliedern: Alfred Speyer (1. Vors.), Berndt Mayer (2. Vors.), Dr. Werner Brafl, Bertbold Eger, Ph. Falkenstein, Fredy Hirsch (J. P. D.), Ernst Löb (J. P. D.), Alfred Meyer, Trude Rosenstiel, Sally Sternfels, Liesel Strauß. Zur Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Jugendgemeinschaft „Urah" trat deren Vors. Herr David Abromovicz als gleichberechtigtes Mitglied in den v.-A. ein. Es wurden Richtlinien über die künftige Vereinsarbeit aufgestellt, insbesondere im Hinblick auf die Errichtung des Jüdischen Lehrnauses. Die Arbeitsgemeinschaft des Montefiore umfallt jetzt drei Jugend-Organisationen: Montefiore, JPD. und „Urah". Es wäre zu wünschen, daß sich im Interesse der Jugendarbeit in Frankfurt a. M. noch mehrere gleichgerichtete Bünde hinzufänden. Im jüdischen Jugendverein „Montefiore" sprach Herr Dr. Joseph Kahn-Mainz über „Hilfe und Aufbau". Er stellte zwei Forderungen auf. Erstens Schaffung von weiteren und Umgestaltung der vorhandenen Volksschulen, zweitens Umstellung von kaufmännischen und akademischen Berufen auf landwirtschaftliche und handwerkliche. Sodann gab er einen Querschnitt durch die Tätigkeit des hessischen Landesverbandes in Mainz zur Erreichung des aufgezeigten Ziels. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit den lebendigen, das Praktische betonenden Ausführungen und beteiligten sich an der Aussprache. Jugendgemeinschaft Urah Die Jüdische Jugendgemeinschaft „Urah" veranstaltete im jüdischen Jugendheim einen Unterhaltungsabend. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoß waren voll besetzt. Zu Beginn trug Max Orbeck einen Prolog vor. Es folgten hebräische Chorgesänge und Sologesänge von Jakob Herzog. Erwin Offenbacher begleitete am Klavier. Minna Flamm rezitierte aus dem „Jeremias". Der erste Teil des Abends endete mit einer Ansprache des Vorsitzenden, David Abromovicz, der die Entstehung und Aufgaben der „Urah" aufzeigte; sie bemüht sich ganz besonders, ein gutes Verhältnis zwischen der älteren und jüngeren Generation herzustellen. Anschließend nahm A. Speyer vom Montefiore Gelegenheit, die Arbeit der „Urah" und ihr Zusammengehen mit dem Montefiore zu würdigen. — Den zweiten Teil leitete der Chor mit dem Lied „Schalom Chawerim" ein. Erwin Offenbacher erfreute mit jüdischen Volksliedern, Edith Lion mit Dichtungen von Karl Böhm. Mit dem Chorgesang Techesakna schloß der Abend. Eine für die Jüdische Wohlfahrtspflege durchgeführte Sammlung brachte ein erfreuliches Ergebnis. Jüdischer Jugendbund Der Jüdische Jugendbund veranstaltete am 14. Oktober in der Frankfurt-Loge ein Wohltätigkeitsfest. Der Reinertrag dieser Veranstaltung wurde verschiedenen wohltätigen Institutionen zugeführt. Verein israelitischer Gehörloser E. V. Die alljährliche Chanukkahfeier findet am 16. Dezember, 20 Uhr, in den oberen Räumen des Cafe Falk statt, wobei Herr Rabbiner Dr. Salzberger sprechen wird. Der Eintritt ist unentgeltlich. — Die Monatsversammlung findet jeweils am ersten Samstag des Monats, erstmalig am 6. Januar 1934, im Cafe Falk statt. Anschrift: Max Blumenthal, Börnestraße 30. Arbeitsgemeinschaft jüdischer Turn- und Sportvereine Südwestdeutschlands Kaum fünf Wochen nach Gründung des jüd. Sportverbandes in Südwestdeutschland kann die jüdische Oeffentlichkeit von dem Wirken und Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft unterrichtet werden. Der neu gebildete Sportverband hat in kurzer Zeit viel praktische Arbeit geleistet, dank dem 1. Vorsitzenden Herrn W. Friedenstein und seiner unermüdlichen Tätigkeit. Der gute Wille aller, etwas Neues im jüdischen Sport zu schaffen, haben Schwierigkeiten schnell überwinden lassen. Große und kleine jüdische Sportvereine, Jugendvereine mit Sportgruppen, die bisher kaum miteinander Verbindung hatten, deren technische Schulung unterschiedlich ist, stellen sich unter eine Leitung, die Einordnung und sportliche Disziplin verlangt. Wir jüdische Sportler werden zeigen, daß wir in der Lage sind, auf unserem Gebiete Ordentliches zu leisten. Bisher haben sich in der Arb.-Gem. folgende Vereine zusammengefunden: Vom Makkabikreis: Bar Kochba Ffm., Bar Kochba Mannheim, Hakoah Köln; vom R. J. F. die Sportgruppen: Darmstadt, Mannheim, Wiesbaden, Worms; die Sportgruppen des J. J. B. Hanau, Offenbach; die neutralen Vereine: Schild Ffm., Philanthropin Ffm., Jüd. Jugend Langenselbold. Mit der jüdischen Sportjugend in Mainz, Sobernheim, Andernach, Kassel, Karlsruhe und dem Jüd. Turnerbund Ffm. steht die Arb.-Gem. in Verhandlungen, die zur Aufnahme führen sollen. Die genannten Mitgliedsvereine haben über 2000 aktive Sportler in ihren Reihen, die sich auf verschiedensten sportlichen Gebieten betätigen. Zunächst haben die Verbandsrunden für Fußball und Handball eingesetzt, an denen sich bisher 25 Fußball- und 22 Handballmannschaften beteiligen. Gespielt wird an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat Fußball mit 12 Spielen, an jedem 2. und 4. Sonntag Handball mit 11 Spielen. In allernächster Zeit werden die Verbandsspiele in Hokey einsetzen und ab Januar 1934 werden neu die Verbandsrunden in Tisch-Tennis ausgeschrieben werden. Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Verbandsspiele steht der Arbeitsgemeinschaft ein guter Stamm von Funktionären zur Verfügung, die auch in der deutschen Sportswelt einen angesehenen Namen haben. Die Spiele stehen unter Aufsicht z. T. geprüfter Schiedsrichter, außerdem haben die Vereine auch eine Anzahl ungeprüfter Schiedsrichter gemeldet. Es wird die nächste Aufgabe der Arb.-Gem. sein, einen Lehrgang einzurichten, in welchem diese Herren für eine ordentliche Prüfung vorbereitet werden. Es ist beabsichtigt, die Vereine des Rhein- und Nahegebiets zu erfassen. Bestehende Sportgruppen usw. werden gebeten, ihre Adressen der Geschäfsstelle W. Friedenstein, Ffm., Bürgerstrafie 94, anzugeben. Sportverein Bar Kochba E. V. Das durch die Ereignisse erschütterte deutsche Judentum sammelt sich bei den Gruppen, in denen es sich aufgehoben und geborgen fühlt. Der Bar Kochba ist Sammelpunkt junger Menschen geworden, die bereit sind, ihr Schicksal neu zu formen. Neue Aufgaben ergeben sich für den Vereinsbetrieb, und die leitenden Personen müssen alle Kräfte anspannen, um den vielfachen Wünschen des immer größer werdenden Mitgliederkreises nachzukommen. Ein besonderes Augenmerk richtet die Vereinsleitung auch auf die Eingliederung der heranwachsenden Generation in die Arbeit ihrer Väter. Der Bar Kochba legt in Erkenntnis dieser seiner neuen Aufgabe Wert darauf, daß der Wille der Jugend zur Mitarbeit an den Gemeindeaufgaben im Dienst jüdischer Gemeindearbeit sich auswirken kann. Um denjenigen, die noch abseits stehen, die Möglichkeit zu geben, sich den Reihen des. Bar Kochba anzuschließen, gibt der Verein nachstehend seinen Trainingsplan bekannt. Schüler: Fußball, Handball, Turnen: Donnerstag 5—6M> Uhr, Boxschule Jackson. Tisch-Tennis: Mittwoch 5—7 Uhr, Kasino Moselstraße. Jugend: Fußball, Handball, Leichtathl.: Donnerstag 7—9 Uhr Philanthropin. Tisch-Tennis : Mittwoch 5—7 Uhr, Kasino Moselstraße. Boxen: Donnerstag S—10 Uhr, Boxschule Jackson. Mädchen: Handball, Gymnastik: Donnerstag 5^—5 Uhr, Boxschule Jackson. Tischtennis: Mittwoch 5—7 Uhr, Kasino Moselstraße. Damen: Handball, Leichtathl., Gymnastik: Montag 8—10 Uhr, Isr. Volksschule. Tisch-Tennis: Mittwoch 7—11 Uhr, Kasino Moselstraße. Männer: Fußball, Handball, Leichtathl.: Donnerstag 8—10 Uhr im Philanthropin. Turnen: Dienstag 8—9 Uhr, S. R. Hirsch- Schule. Tisch-Tennis: Mittwoch 7—11 Uhr, Kasino Moselstraße. Boxen: Donnerstag 8—10 Uhr, Boxschule Jackson. Alte Herren: Turnen, Athletik: Dienstag 8—9 Uhr, S. R. Hirsch- Schule. An jedem Sonntag Spiele sämtlicher Abteilungen auf unseren Plätzen im Ostpark. Am Samstag, 2. Dezember, abends 8 Uhr, veranstaltet der Jüdische Sportverein „Bar Kochba" Frankfurt anläßlich seines 20jährigen Bestehens eine Jubiläumsfeier in der Frankfurt-Loge. Namhafte Künstler, wie Kammersänger Benno Ziegler, Czerner-Kaufmann, sowie der Kammerchor unter Leitung des Herrn Dr. Nathan Ehrenreich u. a. haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die jüdische Bevölkerung Frankfurts ist zu dieser Veranstaltung herzlichst eingeladen. Der Bar Kochba hat sich entschlossen, für die älteren Jahrgänge vom 25. Lebensjahr aufwärts zunächst für zwei Gruppen Uebungsabende einzurichten: 1. Aeltere Herren-Abteilung, Gymnastik u. Turnen: An jedem Dienstagabend, 8—9 Uhr, in der Hirschschen Realschule; Leitung: Sportlehrer Vogel. 2. Alte Herren -Mannschaft für Fußball: Zur Erweiterung seines Fußballbetriebes hat der Bar Kochba eine Alte Herren-Mannschaft gegründet, die regelmäßig Gesellschaftsspiele veranstaltet. Herren von 25 Jahren aufwärts, die noch am aktiven Fußballsport interessiert sind, werden gebeten, sich telephonisch oder schriftlich zu melden bei Walter Neumann, Herderstrafie 38, Tel. 44576. Jüdischer Turnerbund E. .V. Geschäftsstelle: Friedberger Anlage 13, Postscheckkonto Ffm. 33311, Telephon 47715 (Dr. Freimann). Am Sonntag, den 17. Dez., nachmittags, findet unsere Chanukkahfeier für die Jugend statt. Ort und Zeit werden in der jüdischen Presse bekanntgegeben. Für Erwachsene findet abends eine gesellige Zusammenkunft statt. Eine neue Fußball-Abteilung für Jugendliche wurde gegründet. Training: Sonntagnachmittags auf der Ostparkwiese. Wir bitten Meldungen für weitere Schülermannschaften an die neue Geschäftsstelle, Rückertstraße 47 (Adolf Fiebermann, Tel. 48 396), zu richten. Winterprogramm 1933: Herren: Donnerstag: 8%—10 Uhr Turnen, S. R. Hirsch-Schule, Tiergarten 8; Jugend: Sonntag: Fußballspiele, Montag: 6—8 Uhr Turnen, S. R. Hirsch-Schule; FRAN KFU RTER BAN NEUE MAINZERSTRASSE 69 /. GEGRÜNDET 1854 übernimmt die Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte bei billigster und raschester Bedienung. Spareinlagen gegen Sparbuch ist HINTERLEGUNGSSTELLE FÜR MUNDELVERMÖGEN l