Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 4 (12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 155 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 155 Anstalten und Vereine Theaterabend der Gesellschaft für judische Volksbildung Am 10. Dezember 1933 veranstaltet die Gesellschaft für jüdische Volksbildung ihren ersten Theaterabend und wird ihn als neue Form einer Bühnendarbietüng bringen. Die Lage verlangt von den jüdischen Dramatikern, wie von den Darstellern, ein Heraustreten aus dem gewohnten Bühnenschaffen. Man hat nicht mehr die Möglichkeit, Repertoirestücke heranzuholen und sie einfach in Szene zu setzen, man kann nicht mehr mit Star- und Prominentenzugkraft rechnen. Die Provioz kann es schon gar nicht und es dürfte auch gar kein Nachteil sein. Denn die bequeme Erwägung: „Was wirkt? Wer wirkt?--" ist dahin. Man muß heute schon tiefer greifen und die seelischen Forderungen allen anderen voranstellen. Man hat das vor sich, was man früher interessante, aber unglaublich schwierige Aufgabe nennen konnte, was man heute als selbstverständliche, hingehendste und opferfreudigste Tat bezeichnen .darf: . Es gilt, den ganzen Komplex der Werke zu durchwandern, die sich mit der jüdischen Seele, ihren Werten und Nöten befassen und man wird als verantwortlicher Dramaturg erkennen, daß viele Dramen dieser Art keine rechte Beziehung zu unserer Zeit und unseren Fragen haben. Vieles läuft leer an unserer Empfindung vorbei. Man wird auch erkennen, daß erzählende Werke da sind, die häufiger als dramatische Arbeiten jüdisches Innenleben für jüdische Menschen künstlerisch erschaut und gestaltet haben. Der Grund ist klar: die Bühne war für die Allgemeinheit da, das Buch kann sich familiärer geben. Dieser erste Versuch wird dialogisierte Kernszenen aus der erzählenden Literatur geben. Er wird jüdisches Innenleben feinsinniger und ureigener humoriger Art von Darstellern erleben lassen; sie dürfen nicht Schauspieler sein, sondern sind künstlerische Instrumente, in denen alles Leid und alles Ueberwinden der Alltäglichkeit echt jüdische Gestalten webt. Als Klammer für den Abend haben wir die altbretonische Legende vom ewigen Juden und der Not gewählt, als Prolog und als Epilog ... als Mollbeginn und Durausklang. In diesen Rahmen haben wir jüdische Szenen hineingestellt, die Juden aus allen Gegenden zeichnen. Meier Aaron Goldschmidt, der den Kleinjuden Kopenhagens liebevoll abbildet, östliche Poeten wie Perez und Ben Ami sind in die Szene verwoben, die zum Thema hat: „Macht die Not den Menschen schlecht?". Die taktvollen Radierungen Salomon Kohns aus Prag leben wieder auf und offenbaren die Armeleutsseele. Die jüdische Theaterkunst steht am Anfang; sie ist nicht mehr, wie sie es leider zuvor allzuoft war, eine brettlhafte und taktlose Unterhaltlingsangelegenheit; sie ist eine Bekennerkunst und sie muß nun ihre Dichter und ihre Gestalter suchen und formen. An dem ersten Abend der Gesellschaft für jüdische Volksbildung sind unter anderen Kräften, die Mitglieder des Neuen Theaters: H. Massarek und M. Wittmann beteiligt. Alfred Auerbach Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Programm für den Monat Dezember 1933: Montag, 4. Dezember 1933, 20'/j Uhr, im kleinen Saal der Frankfurt-Loge: Vortrag von Frau Dr. Dora E d i n g e r über „Der neue Josef-Roman von Thomas Mann". Eintritt frei. Sonntag, 10. Dezember 1933, 20 Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge: Erster Bühnenabend „Jüdische Autoren"' nach Werken von Perez, Ben Ami, Meier A. Goldsthmidt und Salomon Cohn. — Bearbeitung und Regie: Alfred Auerbach. Mitwirkende: Alfred Auerbach, Franz Massareck, Max Wittmann, Karl Cerdo, Rudolf Ganz, Sofie Seligmann, Marietta Lupescu und Anneliese Braunthal. Musik von Herbert Fromm. Bühnenbilder von Willy Löwenstein und Carlo Goldsdnnidt. Montag, 18. Dezember 1933, 17 Uhr, und Dienstag, 19. Dezember 1933, 17 Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge: Kasperletheater Liesel Simon. Programm wird noch bekanntgegeben. Samstag, 30. Dezember 1935. 20 Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge: Tanzabend bekannter Frankfurter Tänzerinnen. Die mitwirkenden Künstlerinnen und ihr Programm werden durch Rundschreiben und Bekanntmachungen in den jüdischen Zeitungen mitgeteilt werden. (Aenderungen vorbehalten!) Eintrittskarten sind bei den bekannten jud. Vorverkaufsstellen erhältlich. Mitteilungen des Jüdischen Lehrhauses Das Herrn Prof. Dr. Buber zur Seite stehende beratende Gremium setzte sich aus den Herren Prof. Dr. jur. Ernst Kantorowicz,-Dr. Eduard Strauß und Prof. Dr. Gotthold Weil zusammen. Hierzu sind nunmehr noch die Herren Rechtsanwalt Abraham Horovitz und Rabbiner Dr. Georg Salzberger getreten. Die Vorlesung Nr. 17 von Kurt Blumenfeld: „Das heutige Palästina", findet Montag, den 11. Dezember, um 20% Uhr, im großen Saal der Frankfurt-Loge statt. Die Abschlußveranstaltung am 17. Dezember wird in Form einer Morgenfeier um 11 Uhr im kleinen Saal der Frankfurt-Loge stattfinden mit folgendem Programm: Man kauft bei BREITENSTEIN Gute Hemden Ün terwäsche mod Cravatten u. Haiid8chuhe im Spezialgeschäft FAHRGASSE121 und 150 An, der Konstabier Wache Das Siefs willkommene Geschenk für die Dame: ein Schmuckstück aus dem Spezialgeschäft „BAGATELLE" Goethestr. 14 . Modeschmuck Silberschmuck. Kleine Geschenke für die Dame u. den Herrn. 'BANKHAUS HEINRICH CAHN & Co? Taunusstr. 7 / Gegründet 1873 / Telefon 34247-48 / Inhaber; Moritz Feibel u. Arthur Schiff V.. Ausführung sämtlicher bankmäßigen Geschäfte. Individuelle Vermögensberatung u. Verwaltung. J BiOX-ULTRA-ZAHNPASTA^ sie macht die Zanne blendend weiss und beseitigt Mundgeruch spritzt nicht, Ist hoch konzentriert, daher sparsamer. Kleine Tube 50 Pfg. MAX ELB A.-G , DRESDEN