Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 4 (12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 152 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3094266-3094399-3094403--3879-3098661- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 152 — Die Industrie in Palästina nimmt in der letzten Zeit einen ungeheuren Aufschwung. Täglich beinahe erfolgen Neugründungen; zur Zeit wird in Palästina an der Schaffung zweier großer Bierbrauereien gearbeitet. In den Monaten Januar bis August sind 14 905, und im September dieses Jahres 3 903 Juden in Palästina eingewandert. — Die vom englischen Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister angekündigten Maßnahmen gegen illegale Einwanderung werden nunmehr durchgeführt. Da das bisherige Heim für jüdische Einwanderer aus Deutschland, das nur dreißig Betten hat, sich als zu klein erwiesen, schuf die Bnei Brith-Loge in Jerusalem ein zweites. — Am 5. XI. wurde der Chaim Nachman Bialik-Lehrstuhl für hebräische Sprache durch eine Vorlesung von Professor Harry Torczyner eingeweiht. —i Rosch Pinah. Auf dem in der Nähe der Kolonie gelegenen Berge Kanaan soll ein Sanatorium-errichtet werden, als dessen Leiter der aus Deutschland stammende Arzt Dr. Jaroslawski ausersehen ist. — Tel Aviv. Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich die Bevölkerung von Tel Aviv um 33 000 Personen vermehrt. Auch die Bautätigkeit in der Stadt wird immer reger. In der Zeit von Januar bis September 1933 wurden Baubewilligungen für allein 6084 Wohnungen und 160 Läden erteilt. — Die Habima, die für das beste Theaterstück einen Preis von 100 Pfund ausgeschrieben hatte, hat die Frist zur Einreichung von Manuskripten bis zum 1. Januar 1934 verlängert. — Der High Commissioner hat angeordnet, daß in dem Orte Sarafan in der Nähe der Kolonie Rischon le-Zion eine Versuchsstation für Citruskultur, sowie eine Musterbaumschule errichtet werden. u Persönliche Nachrichten JJ Ludwig Tietz Wenn in diesen Blättern des Todes von Ludwig Tietz gedacht wird, der außerhalb unserer hiesigen Gemeinde wirkte, so deshalb, weil sein Ableben eine Lücke in das ganze deutsche Judentum gerissen hat. Wer in den letzten Monaten einen Einblick in die schwierigen Bemühungen gewinnen durfte, im Inlande oder Auslande, mit Rat und Tat den deutschen Juden zu helfen, konnte stets den Namen Ludwig Tietz nennen hören. Dr. Ludwig Tietz kam über die deutsch-jüdische Jugendbewegung, auf die er entscheidenden Einfluß genommen hat, in den Hauptvorstand und dann in das Präsidium des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Vor mehr als sieben Jahren gründete er den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, eine Schöpfung, mit der er bis in die letzten Stunden seines Lebens untrennbar verbunden war. Er durfte noch' die Genugtuung erfahren, daß der Reichsausschuß als Spitzenvertretung der jüdischen Jugend in Deutschland vom Reichsjugendführer und damit von der Reichsregierung anerkannt worden ist. Der „öentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" war im wesentlichen sein Werk. Er verstand es, für diese Einrichtung zu werben, die als Sammelstelle aller zur Verfügung stehenden Mittel die Ader darstellt, durch die Blut und Leben in das gesamte Aufbauwerk der jüdischen Hilfsorganisationen in Deutschland gebracht wird. Die Aufzählung seiner Tätigkeit ist nicht erschöpfend und charakterisiert auch nicht den Mann, um den das gesamte deutsche Judentum trauert. Denn ebenso, wie er als Arzt nicht nur Mediziner, sondern auch Menschenfreund und Helfer war, verstand er es. einem großen Kreis, besonders jüngerer Menschen, durch seine gütige, vornehme Art ein zuverlässiger Ratgeber und Wegweiser zu sein. Durch seinen Tod ist das deutsche Judentum ärmer geworden. An seinem Grabe rief ihm Rabbiner Dr. Baeck, der Führer des deutschen Judentums, nach: „Dein Platz bleibt leer, Du wirst uns fehlen!" W. M. 80. Geburtstag Am 1. Dezember konnte Fräulein Adelheid Stiebe 1, Rotbschildsches Damenheim, Zeil 92, in Gesundheit und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Am 25. Dezember feiert Frau B. S e I i g m a n n Wwe., Grüneburgweg 12, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. 75. Geburtstag 3. Dezember: Herr Josef Sondheimer, Sandweg 42. 70. Geburtstag 18. November: Herr Max Lebrecht, Alleininhaber der Firma Lebrecht, Scheuer & Co., Unter den Akazien 1. 21. November: Frau Adele Frohmann, geb. Isaac, Karl- Flesch-Straße 1. Silberne Hochzeit Herr Moritz Kampler und Frau Helene, geb. Kratzer, Zeil 6, feierten am 15. November das Fest der Silbernen Hochzeit. Am 24. Dezember feiern Herr Louis Herzog und Frau Anna geb. Wetzler, Sternstraße 40, ihre Silberne Hochzeit. Geschäftsjubiläum Am 1. Dezember kann die Buchdruckerei I. Wolf, Bleichstraße 18, auf ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. — Schuhmachermeister L o u i s B ä r, Obermainanlage 20, konnte am 30. Oktober auf eine vierzigjährige berufliche Tätigkeit zurückblicken. DiREKTON: 2 NEUES THEATER1 D % IT I ® * K © M TL I U TT ARTHUR HELLMER BS».,?; rİTEl P R I H O D A | 20. Uhr Karten von 75 Pfg. bis Mk. 3.50 DER PIANIST KDPHT7PD Montag, 18. PROF. LEONID l\ rV C U I £- U f\ Dezember 20 Uhr PH, WITTGES K. HANAUER NACHF. HERRENSCHNEIDER Direkter Import von Qualitätstuchen TELEFON 29289 GOETHEPLATZ 3 Corsethaus GAZELLE größte Auswahl in Formen und Preislagen 7P|f 1 O/t Größte s Spezialhaus LNorddeutschlands ZA-.1L/ IZtc Hamburg Lübeck ~ Hannover Telefon 27172