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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-12-01 · 4 (12.1933) · p. Seite 147

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
4 (12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 147 (sequence 13)
Language
German
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Seite 147 mengestellt und damit auch denen eine wichtige Stütze geschaffen, die an. der statistischen und juristischen Frage der Auswanderung interessiert sind. — Zum gleichen Fragenkomplex — er ist einer der schwierigsten der deutsch-jüdischen Situation — bringt das vom Hilfsverein der Deutschen Juden herausgegebene „Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und S i ed 1 u n gs w es en" wichtige informatorische Angaben. Hier werden in ausführlicher Form exakte Mitteilungen über Klima, Währung, Einwohnerzahl gegeben; die großen jüdischen Gemeinden der Länder, die wirtschaftliche Lage, der Arbeitsmarkt, Berufsaussichten, aber auch die Einreisebestianmungen. sind hierin zusammengestellt. Das Verzeichnis der Niederlassungsbedingungen für Aerzte außerhalb Deutschlands ist dem Hefte beigegeben und erhöht seinen praktischen Wert. (Preis 1 RM.) Das 33. Notizblatt der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler setzt das von Ida Posen gewissenhaft zusammengestellte Verzeichnis von Abbildungen jüdischer Kunstdenkmäler fort und liefert einen weiteren Beitrag zur Kenntnis jüdischer Geschichte und Kunst. „Der Morgen", bisher als Zweimonatsschrift erschienen, ist zu einer Monatsschrift umgewandelt worden und hat mit seinem äußeren Gewand auch seine inhaltliche Struktur gewandelt. Die schmalen, schön gedruckten und geschmackvoll aufgemachten Hefte bringen eine Fülle anregender Aufsätze und Glossen zur Geschichte und Situation der Juden, besonders in Deutschland. Der Charakter einer wissenschaftlichen Aufklärungsarbeit ist zurückgetreten gegenüber einer frischen, klar betonten Gesinnung, die „die Verbundenheit deutscher Juden mit ihrem Heimatland anerkennt und sich bemüht, ihnen und der Umwelt einen Standort aufzuzeigen, der als geistiger Lebensraum kein neues Ghetto schafft". Im Oktoberheft finden sich Beiträge von Leo Baeck, Martin Buber, Jakob Wassermann, Franz Rosenzweig, im Novemberheft verdienen neben dem politischen Aufsatz „Draußen und Drinnen" die Untersuchung von Kurt Wilk „Der totale Staat" — hier wird die Neuformung der deutschen Umwelt soziologisch gesehen —, der Aufsatz von Ludwig Feuchtwanger „Die Gestalt des Verworfnen Juden" und Michael Graupes George - Deutung waches Interesse. Die Glossen enthalten wertvolle Mitteilungen und Dokumente zur Situation der Juden inner- und außerhalb Deutschlands. Mit diesem zu neuem Leben gebrachten Forum jüdischer Forscherarbeit verknüpft sich die Hoffnung weiter Kreise der jüdischen geistig Schaffenden, denen hier die Möglichkeit, Anregung zu empfangen und zu geben, aufgetan erscheint. Ghr. Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Kultussteuer 1. Verwaltung der Kultussteuer Die Sprechzeit der Steuerverwaltung der Gemeinde ist jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von bis 12 lA Uhr vormittags. Wenn es einem Steuerpflichtigen nicht möglich ist, während dieser Stunden vorzusprechen, so kann eine andere Sprechzeit im Einzelfall vereinbart werden. (Fernspr. 27544.) — Bei allen schriftlichen oder mündlichen Anträgen in Angelegenheiten der Kultussteuer sind im Interesse der beschleunigten Bearbeitung sämtliche einschlägigen Steuerpapiere, insbesondere die Steuerbescheide, vorzulegen. 2. Kultussteuer der Lohnsteuerpflichtigen Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung in Nr. 10 des Geaneindeblattes vom Juni ds. Js. wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Steuer für das 1. Halbjahr 1933 längst fällig gewesen ist. Seitens der Finanzkassen ist bereits mit der Beitreibung begonnen. Es empfiehlt sich, zur Vermeidung von Kosten und Weiterungen, die fällig gewesene Rate nunmehr unverzüglich zu begleichen. Gleichzeitig wird daran erinnert, daß die Steuer für das 2. Halbjahr in der Woche vom 25. Oktober bis 1. November ds. Js. fällig und an die auf den Veranlagungen bezeichneten Finanzkassen zu entrichten war. Bei Einzahlung durch die Post ist die angegebene Steuernummer zu vermerken; zur Bequemlichkeit der Steuerpflichtigen wurden den Veranlagungen Zählkarten beigefügt 3. Kultussteuer der von den Finanzämtern Veranlagten Mit Rücksicht auf die ernsto Finanzlage der Gemeinde werden alle Oemeindemitglieder dringend gebeten, die Rückstände aus früheren Jahren sowie etwaige Rückstände des laufenden Jahres den Finanzkassen umgehend zu überweisen. Erhebung eines Gemeindegeldes Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung im Gemeindeblatt Nr. 9, Seite 219, wird hierdurch folgendes zur Kenntnis der Gemeindemitglieder gebracht Im Rechnungsjahr 1933 (1. April 1933 bis 31. März 1934) wird gemäß Gemeindebeschluß vom 6./13. April 1933 und nach Genehmigung der Aufsichtsbehörde neben der Kultussteuer noch ein Gemeindegeld (Kirchgeld), gestaffelt von RM. 3.— bis RM. 40.—, erhoben. Pflichtig ist jedes volljährige Gemeindemitglied ohne Rücksicht darauf, ob es Einkommen-, Lohn- oder Vermögenssteuer entrichtet Alles Nähere über die Fälligkeit, Einziehung usw. ist aus der den Pflichtigen zugehenden besonderen Veranlagung ersichtlich. Beschleunigte Einzahlung dieses Gemeindegeldes ist dringend erforderlich. Krankenhaus Zur Behebung von Unklarheiten wird darauf hingewiesen, daß das Israelitische Krankenhaus zu allen Krankenkassen zugelassen ist. Das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde, Frankfurt a. M., Gagernstraße 36, verfügt über innere, chirurgische, geburtshilflich-gynäkologische, urologische, Augen-, Hals-, Nasen- und Ohrenkliniken, sowie über eine Infektionsabteilung. Das wohlausgestattete Therapeutikum und ein aufs Modernste eingerichtetes Röntgeninstitut stehen unter der Leitung anerkannter Fachärzte. Durch das Vorhandensein mehrerer Klassen (1., 2., 3., und Zwischenklassen) wird allen Ansprüchen Rechnung getragen. In allen diesen Klassen können Mitglieder von Privatkassen und Selbstzahler von ihren Aerzten weiterbehandelt werden. Mitglieder von I'flichtkrankenkassen werden jedoch nur durch die angestellten Aerzte des Krankenhauses versorgt. Wir erwarten von unseren Gemeindemitgliedern, daß sie im Bedarfsfalle von den vorzüglichen Einrichtungen des Krankenhauses Gebrauch machen werden. Zu jeder weiteren Auskunft steht die Verwaltung des Hauses gerne zur Verfügung. Pflegamt des Krankenhauses der israelitischen Gemeinde. Museum jüdischer Altertümer — Rothschild-Museum Die Oeffnungszeiten des Museums sind künftig: Montag bis Freitag von 10—13 Uhr, sowie jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10—13 Uhr. Der Eintritt ist frei. * Führungen zugunsten der Jüdischen Wohlfahrtspflege: Mittwoca- Nachmittag, 16% Ühr; Voranmeldung erforderlich bei Fräulein Posen, Fahrgasse 146. Tel. 27 544, oder bei Frau Elli Meyer, Böhmerstraße 13, Tel. 58 813. Teilnehmergebühr pro Person Rm. 0.50. Hebräische Unterrichtsanstalt Schüler und Schülerinnen, Anfänger und Fortgeschrittene, erhalten unentgeltlich Unterricht in Hebräisch (wöchentlich 1 Stunde) in den Schulräumen der Westendsynagoge, Freiherr vom Steinstraße. Anmeldungen für das Winterhalbjahr nimmt Gemeinderabbiner Dr. Salzberger werktäglich Z%—4% Uhr in seiner Wohnung entgegen. BÜCHER ZEITSCHRIFTEN bestellen Sie in der BÜCHERSTUBE SCHATZKI BÖRSENSTR. 2-4 - TEL. 29484

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