Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 4 (12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 146 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 146 daraus ergibt sich, daß die Schichtung der von dieser Statistik erfaßten Fälle nicht in vollem Umfang die gesamte Not wiederspiegelt, die in den letzten Monaten unter den Juden entstanden ist. Aus der verhältnismäßig kleinen Zahl von statistisch bearbeiteten Fällen können Schlüsse auf die Gesamtlage der jüdischen Bevölkerung unseres Bezirks nur mit allergrößter Vor-r sieht gezogen werden. Es ist ein wesentliches Gesetz der wissenschaftlichen Statistik, daß Schlüsse nur gezogen werden dürfen, wenn es sich um möglichst große und annähernd gleich große Beobachtungsmassen handelt. Dies elementare Gesetz wird leider heute bei der Judenstatistik vielfach außer acht gelassen. Wir wollen also nicht ebenfalls in diesen Fehler verfallen, von den 1281 Fällen auf die zirka 50 000 Juden unseres Bezirks zu schließen. Immerhin zeigen unsere Bogen einigermaßen, wo die Notwendigkeit beraten zu werden, am dringendsten auftrat: bei den Aerzten, Juristen, kaufmännischen Vertretern und Angestellten. IL Nach Beruf, Geschlecht und Stellung im Beruf Männlich Weiblich Selbst | Arbeitn. iiasbildg Selbst. Arbeiti). Uosbildg Zus. Arbeiter . . . _ 8 _ _ l _ 9 Handwerker . . 55 60 8 12 5 3 143 Kaufleute . . . 271 277 6 33 107 — 694 weibl.Angestellte — — — — 94 14 108 Haustöchter . . — — — — 11 — 11 Sozialbeamt. . . — — _ — 2L — 21 Ärzte..... 25 13 39 . 10 — 19 106 Jur., Ref., Ass. . 19 1 35 — — 5 60 Chem., Apoth. . 3 9 — 1 — .— 13 Akad., fr. Ber. . 10 8 1 1 1 — 21 Stud., Schüler . — 1 23 — — 12 36 Lehrer. Ref., Ass. 4 5 7 — 21 8 45 ohne Beruf . . 14 14 Zus. . . . 337 382 119 1 57 261 75 1281 Von den einzelnen Arbeitsgebieten der Beratungsstelle ist von besonderem Interesse der für die Dauer vielleicht wichtigste Zweig, die Berufsumschichtung. Rein zahlenmäßig mag es auf den ersten Blick geringfügig erscheinen, daß diese Statistik nur 104 Fälle erfaßt. Aber wenn man sieh vor Augen hält, welch eine schwerwiegende Bedeutung die Umschichtung jedes einzelnen Kaufmanns oder Akademikers in einen landwirtschaftlichen oder handwerklichen Beruf für ihn hat, kann der Erfolg nicht als gering betrachtet werden, zumal da es auch schwierig ist, in ausreichendem Umfange geeignete Ausbildungsgelegenheiten bereitzustellen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Errichtung einer Schlosserwerkstätte, die fast unmittelbar nach Beginn der Arbeit von der Beratungsstelle in Angriff genommen wurde, aber erst im Verlauf von Monaten durchgeführt werden konnte; in ihr erlernen heute zwanzig junge Menschen einen neuen Beruf. Die Errichtung weiterer solcher Umschulungsmöglichkeiten in handwerkliche Berufe ist geplant; für Landwirtschaft und Gartenbau sind ebenfalls eine Reihe von Umschichtungsstätten ins Leben gerufen worden. Ein Gesamtbild über diese Berufsumschichtungsarbeit gibt folgender Ueberblick: III. In Umschichtung männlich weiblich Laod- Garten¬ Hand¬ L3Dd fiarleo Hand¬ Haos- Zus. W>rl8cb. bau werk Wirtscb. bau werk wiriseh Kautieute . . . 7 6 30 _ _ _ _ 43 weibl. Ang. . . — — — 5 — 5 10 20 Kmdergärtn. . . 2 2 Fürsorgerinnen — — 2 — — — — 2 Juristen .... 2 1 1 — —• — — 4 Lehrer .... — 1 1 — — — — 2 Studenten . . . 1 — 3 — 2 — 3 9 Schüler .... — — 10 — — — — 10 ohne Beruf . . — - — — — 8 4 12 Zus. . . . 10 * 47 5 2 15 17 104 Verband nationaldeutsdier Juden e.v. <gegr. 1921> Ortsgruppe Frankfurt am Main. _ EINLADUNG zum Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Dr. Robert Rosenburg über: »Wesen und Aufgabe der Bewegung nationaldeutsdier Juden" am Montag den 4. Dezember 1933 Abends 9 Uhr Saalbau kleiner Saal. =— Unkostenbeitrag 30 Pfg. Günther Dammann: Die Juden in der Zauberkunst. Berlin 1933, 100 S. brosch. RM 3.50. Die Schrift ist dem Leben und Wirken von Taschenspielern gewidmet. Sie enthält auf knappem Raum eine Fülle biographisch-bibliographischen Materials. Es hat bereits Taschenspieler unter den Juden in allerfrühester Zeit gegeben. Der Talmud berichtet von ihnen. In der ausgezeichneten Arbeit Albert Wolfs „Ueber fahrende Leute bei den Juden" sind einige Notizen über Taschenspieler des 17. und 18. Jahrhunderts enthalten, die zur Ergänzung dieser Schrift herangezogen werden könnten. Die Arbeit Dammanns beginnt mit dem 18. Jahrhundert. Wir heben besonders die ausgezeichnete Studie über Philadelphus Philadelpha und Samuel Bellachini, nach dem noch heute sich Taschenspieler, wenn sie öffentlich auftreten, nennen, hervor. Der Anhang des Buches enthält eine Bibliographie von Büchern von jüdischen Zauberkünstlern und Büchern über jüdische Zauberkünstler sowie Mystifikationen jüdischer Zauberkünstler, auf die besonders hinzuweisen ist. Für die mühevolle Arbeit müssen wir dem Verfasser besonderen Dank sagen. Fr. Der Zentralausschuß der deutschen Juden versendet eine Broschüre „Hilfe und Aufbau". Sie gibt einen klaren Ueberblick über die umfassende und weitverzweigte Sozial- und Wirtschaftshilfe, die der Zentralausschuß leistet. Nach halbjährigem Bestehen kann auf die Frage „Was wird geleistet?" eine Antwort erteilt werden, die alle Kreise der jüdischen Oeffentlichkeit befriedigen wird. Drei Aufgaben sind es vor allem, denen der Zentralausschuß seine Tätigkeit zugewandt hat: die Wanderung, die Wirtschaftshilfe, die Wohlfahrtspflege. Das illustrierte Heftchen „Hilfe und Auf bau'* 'zeigt in Bild und Wort den Umfang und die Intensität der geleisteten Arbeit und läßt die Aufgaben, die in nicht geringerer Dichte der Lösung harren, deutlich werden. Zur Frage der „Wanderung" hat der Verlag B. Heller, München, ein Büchlein herausgegeben, das unter dem Titel „A u swandern — wohin.?" ein Führer durch die Fragen Aufenthalt, Erwerbstätigkeit und Einbürgerung in mehr als 60 Ländern sein will. Paul Horast hat gewissenhaft die Bestimmungen der Länder über Einreise- und Aufenthaltsbedingungen zusam- BAH K u.SPARKASSE des ERWERBSTÄTIGEN MITTELSTAN OES GEGR. 1 862 FRANKFURTER GEWERBEKASSE E-G-M-B-H Annahme von. Sdteck:Depositeft ^Spareinlagen auch yon Nicht- ECKE KALBÄCH ERGASSE und BÖRSEN STRASSE mit9,,edern-