Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 10 (6.1933)
- Date
- 1933-06-01
- Page
- Seite 263 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUGEND UND GEMEINDE Beilage zum Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt Herausgegeben von der Jugendkommission der Israelitischen Gemeinde Nr. 10 JUNI 1933 Alle Artikel sind persönliche Meinungsäusserungen der Verfasser, die Schriftleitung der Beilage übernimmt nur die pressgesetzliche Verantwortung. — Beiträge für die Beilage und Zuschriften sind an den Schriftleiter der Beilage, Ernst Holzer, Corneliusstrasse 8, zu richten Jüdische Jugendorganisationen in Frankfurt am Main (Zum Huf ruf auf der ersten Seite dieser Nummer). 1. Verein Montefioree. V- (im Verband der jüdischen Jugendvereine). Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Älfred Speyer, Baustr. 5. Der Verein Montefiore erzieht die in ihm vereinigte Jugend zu bewußtem Judentum im gesamtjüdischen Denken und Wollen und im Geiste staatsbürgerlicher Gesinnung. 2. Esra, Jüdischer Jugendbund. Anschrift: Joseph Goldschmidt, Äm Tiergarten 28. Erziehung der jüdischen Jugend im Geiste der Tradition. 3. Habonim (Kadimah und Brith Haolim). - Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Kurt Epstein, Freiherr v. Steinst/r. 26. Der Bund erzieht junge Menschen zum Zionismus. 4. Zeire Misrachi und Brith Hanoar. Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Isi Weichselbaum, Ostendstr. 80. Der Zeire Misrachi, die religiöszionistische Jugendbewegung selzt si:h unter der Devise „Thora weawodah" für den Äufbau Palästinas ein. 5. Jüdischer Pfadfinderbund" Deutschlands (JPD). Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Ernst Löb, Stalburgstr. 32. Der JPD erzieht nach dem Prinzip der „Zofiut", d. h. der der Eigenheit des jüdischen Menschen entsprechenden Pfadfinderei, bewußte Juden in gesamt jüdischer Haltung. 6. Revisionistische Jugendgruppe „Herzliah". Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Julius Hirsch, Gauß-Straße 16 a. Die Herzliah erstrebt die Zusammenfassung der jüdischen Jugend auf dem Boden des Herzlichen Judenstaatszionismus. 7r Brith Trumpeldor (Belhar). Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Sa'.o Unger, Baumweg 37. Jugendbewegung, die die ihr anvertrauten Menschen zu Pionieren für Palästina erziehen will. 8. M ä d c h e n k 1 u b. Heim: Langestr. 3. Anschrift: Frau Irene Darmstädter, Hammanstr. 10. Der Mädchenklub bietet berufstätigen oder arbeitslosen jungen Mädchen Unterrichtskurs?, Heimabende, Vorträge. 9. Jüdisch-liberale J u g e n dgem e i nsch a f t (Iii) Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Werner Simon, Kaiserstr. 51 Rückführung dem Judentum entfremdeter Jugend. Pflege jüdischen Geistes in religiös-liberaler Form, Pflege deutschen Kulturgutes. Jugendgruppe des jüd. Frauenbundes. Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Hilde Kauffmann, Staufenstr. 31. Erziehung der weiblichen Jugend zur Sozialarbeit durch Vorträge und praktische Arbeiten. 11. Zionistische Jugendgruppe. Hehn: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Werner Zunz, Leerbachstr. 113. Die zionistische Jugendgruppe erfaßt Menschen aller zionistischen Richlungen zu gemeinsamer Arbeit. Jüdischer Jugendbund. Heim: EschersheimerlandstraBe 65. Anschrift: Helmut Strauß, Kölnerstr.. 69. Der Jüdische Jugendbund erstrebt die Zusammenfassung der jüdischen Jugend auf über- 10 12 parteilicher Grundlage, um ihr Gemeinschaftsbewußtsein zu stärken. 13. Werkleute (Kameraden, Deutsch-jüdischer Wanderbund). Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Paul Vogel, Im Trutz 30. Für die Werkleute ist der bewußte Anschluß an die Geschichte und Gegenwart des Judentums eine Aufgabe, die neben der Teilnahme an der Gestaltung der deutschen Verhältnisse den unbedingten Einsatz jedes Einzelnen erfordert. lt. Schwarzes Fähnlein (Kameraden, Deutsch-jüdischer Wanderbund). Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Ans hrift: Walter Marx, Stresemannallee 7. Der Buad sieht s^ine Aufgabe in der Erziehung und Ertü.hligung junger jüdischer Menschen auf der Grundlage des Pfadfindertums und bewußt nationaldeutscher Einstellung. 15. Poale-Zion -Jugend. Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Philipp Rochwerg, Rückertstr. 59. Erziehung der Jugend zum Poaie- Zionismus. 16. Brith Chaluzim Datiim. Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Ephra Adler, Theobaldstr. 6. Zusammenfassung der religiösen Chaluzim, ihre jüdische und berufliche Vorbildung. 17. Konservativ-jüdischer Jugendverein. Heim: Theobaldstr. 6. Anschrift: Josef Klibansky, Hochstraße 6 Der Verein umfaßt! jüdische junge Menschen, die das jüdische Religionsgesetz für die jüdische Gesamtheit als verbindlich ansehen. 18. Jung-Wizo-Kreis. Zusammenkünfte: Wolfsgangstr. 21 bei Levi, Anschrift: Hertha Schleifer, Adickesaliee 33. Der Bund vermittelt zior.Ltischec; und allgemein-jüdisches Wissen, fordert praktisch-zionistische Betätigung im Galuth und persönliche Entscheidung für Palästina. 19. HechaluzSnif, Frankfurt a. M. Heim: Unterlindau 21. Anschrift: Kurt Löwenstein, Robert Mayerstr. 18. Organisation der in der beruflichen Vorbereitung für ein Leben produktiver Arbeit in Palästina stehenden Jugendlichen. Turn- und Sportvereine 20. Jüdischer Sportverein „Bar Kochba". Heim: Esehersheimerlandstr. 65. Anschrift: Erich ransky, Kaiserstr. 48. Der Bar Kochba erstrebt körperliche und geistige Ertüchtigung einer nationalbewußten jüdischen Jugend, die gewillt ist, mit ganzer Kraft an der Regeneration des jüdischen Volkes mitzuarbeiten. 21. Jüdischer Turnerbund e. V. Büro Langestr. 18. Anschrift: Dr. Ernst Freimann, Langestraße 13. Körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend in konservativem Kreis. 22. Turn- und Sportverein „Schild". Anschrift: Artur Fuld, Schäfergasse 52. Der Verein, der politisch und innerjüdisch neutral ist, betreibt sämtliche Sportarten. Badie Ganz Israel bürgt für einander Der Beobachter der Geschichte, der vergleicht: das weite Gebiet des Griechentums mit dem engen des Judentums vor 2200 Jahren, die Macht der Römer mit der Ohnmacht der Juden vor 1800, den Umfang der Habsburgischen Welt mit der Beschränkung der jüdischen vor 400, den Reichtum der kapitalistischen Kultur mit der Geringheit der jüdischen vor 50 Jahren — er wird immer wieder verwirrt durch die Frage: wie kommt es, daß das Judentum die ihm hier gegenüber gestellten Gebilde und so viele andere überdauerte? Der religiöse Mensch beantwortet sie mit der Erfüllung der unseren Vätern von Gott gegebenen Verheißung. Der Wissensdurst des Verstandes gibt sich damit nicht zufrieden. Er stellt fest, daß die Verheißung nicht erst dann in der geschichtlichen Ueberlieferung auftauchte, als sie bereits erlüllt war, darüber hinaus, daß sie bereits zu einem Zeitpunkt im Volksbewußtsein nachweisbar ist, aus dem kein anderes der gegenwärtigen Völker eigene Geschichtsüberlieferungen und Betrachtungen besitzt. Er stellt ferner fest, daß die Pflege dieser Ueberlieferung sicherlich den