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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-04-01 · 8 (4.1933) · p. Seite 188

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
8 (4.1933)
Date
1933-04-01
Page
Seite 188 (sequence 10)
Language
German
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Seite 188 Vorliebe für Medaillen sind die Hochzeit smedaillen, die liier wiederholt hergestellt wurden. Die Reihe beginnt mit dem 1881 angefertigten Stück anläßlich der Hochzeit Abraham und Sara Federmann, es folgen 'die Stücke zur Hochzeit Michael-Sofie Katzenstein-Ichenhäuser (1885), Moses-Clara Schnerb-Weiskopf (1896), Sigmund-Dora Rosenbaum-Hamburger (1898), Heinrich-Betty Mayer-Oppenheimer (1899), Leo-Marta Abeles-Neumann (1899). Siegfried-Helene Loewenthal-Emaimel (1900) und Willy-Jenny Koppel-Mayer (1900). Die symbolische Sprache auf diesen Medaillen erscheint unserem sachlichen, unsentimentalen Zeitalter oft rührend naiv, wenn da etwa ein fliegender Engel dargestellt ist, der in einem Blumenkranz zwei flammende Herzen hält, wenn sich zwei Hände unter einem, den Namen des Paares symbolisierenden Wappen anfassen, oder 'gar der jugendliche Gott Amor in einer Arbeitsschürze vor einem Amboß steht, um zwei Herzen zusammenzuschmieden. Außer diesen Hoehzeitsmedai'llen .gibt es natürlich auch Gedenkmünzen auf Einzelpersonen. Es existieren zwei Medaillen auf den Spitzenhändler Strauß anläßlich seines" 50. Geschäftsjubiläums (1887). eine auf den Francofnirtensiensammler Heinrich Sti-ebel (1886), den Numismatiker Adolph Heß (1897), die in Frankfurt geborene, später in Luxemburg wohnende Frau Eugenie Bloch-Mayer (1886, gestiftet von den luxemburgischen Frauenvereinen) und schließlich die interessante, von dem Bildhauer Kowarzik geschaffene Gedenkmünze zum 50. Geburtstag des Juwelenhändlers Moritz Nathan Oppenheim, die auf der einen Seite das Porträt seines Vaters zeigt-, auf der anderen seine Frau und seinen Sohn, wie sie dem Jubilar gratulieren (1898). Zu dieser Gruppe darf man auch die Münze rechnen, die der Berliner Philharmonische Chor zu Ehren seines (aus Frankfurt stammenden) Dirigenten, Siegfried Ochs herausgegeben hat (1903). Unsere Liste ist mit diesen Stücken nicht erschöpft; es gibt noch einige Prägungen, die durch Ereignisse anderer Art veranlaßt wurden. So ließ etwa im Jahre 1898 die Prima der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft anläßlich ihres Kommerses eine sehr lokalpatriotische Gedenkmünze in Silber und Bronze herstellen. Uebrigens hat diese Gemeinde für ihre Chorschüler Prämien prägen lassen, die seit 1898 verliehen wurden. Als das seltsamste Stück ist vielleicht die Gedenkmünze auf das 25jährige Bestehen des Kaffeekränzchens von Frau Flora Koch, der Gattin des bekannten Juweliers, anzusprechen, auf der die Namen der sieben Teilnehmerinnen zu lesen sind. Es mag uns heute merkwürdig erscheinen, daß man solche Anlässe als Grund zur Herstellung von Medaillen nahm; damals waren solche Dinge gang und gäbe. Unsere christlichen Mitbürger ließen zur Feier eines Whistkränzchens, zum Jubiläum eines Rudervereins und aus tausend anderen Gründen Münzen schlagen, und die Juden der Stadt folgten dieser Mode. Auch auf dem kleinen Gebiet der Münzprägung läßt sich also eine bemerkenswerte Tatsache aus dem Zusammenleben der Juden mit Nichtjuden ableiten. Zu meinen Baalschem-Bildern Von Rosy Lilienfeld .' r , Y 4^.1* ~ 1 tf^z % *; W4 u; u r i HM^-iti??, *i . .. v-..*r-i- .:^js . S * fl Eine Mutier bringt ihren Sohn dem Baalschem. dass dieser ihn erziehen möge. Sie fühlt, dass der Knabe aas einer höheren Welt stammt uad will es nicht auf sich nehmen, ihn zu erziehen. Die Legende berichtet, dass die Existenz dieses Knaben die zweite Inkarnation einer himmlischen Seele ist. die in einem früheren Leben als Königssohn die Juden erretten durfte, und nun, in ärmlidien Verhältnissen wiedergeboren, ihr Schicksal erfüllen muss. Es wird vielleicht diesen oder jenen Leser interessieren zuerfahren, wras für innere Beweggründe es sein mochten, die «inen Künstler heutzutage veranlassen konnten,^ die Geschehnisse längst vergangener Zeiten mit seinem Griffel im Bilde darzustellen und einer solchen Arbeit Jahre zu widmen; besonders dem Leben und Wirken der Chassidini, einer Sekte, die im heutigen Judentum, außer vielleicht in begrenzten Gebieten im Osten, keine Bedeutung mehr hat, und von deren Zaddikim (Führern) nur noch einzelne Nachkommen als „Wunderrabbi" fortleben. Gewiß waren die Chassidim eine kleine Sekte, die nur zu Lebzeiten ihres großen Begründers und Führers, des „Baalschem" und seiner unmittelbaren Nachfolger eine kurze Blütezeit hatten, um dann dem Niedergang anheimzufallen, aber sie haben das Vereine Mystik gestaltet zu eben diese jüdische dienst, innerhalb des Judentums haben, die einzigartig ist, und Mystik auch im Bilde zu gestalten, erschien mir eine un geheure und wundervolle Aufgabe; ist sie doch, trotz ihrer unendlich mannigfaltigen Gesichte, noch nie von einem Künstler versucht worden. Nach der realistischen, ganz unmystischen Weltanschauung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderfcs, in der bildenden Kunst im Impressionismus verwirklicht, erlebt die Mystik seit einigen Jahrzehnten eine Wiedergeburt. Nicht mehr gilt es dem Künstler erstrebenswert, die Welt wiederzugeben, wie sie sich dem Auge darbietet, sondern er sucht die Verbindung zwischen der vergänglichen Erscheinung und dem Ewigen, dem Endlichen und Unendlichen, dem Bedingten und Unbedingten. Es ist hier nicht Raum, auf das Wesen des Kunstschaffens einzugehen, das unter dem Schlagwort des „Expressionismus" bekannt geworden ist, auch halben dies schon bedeutende Kunstgelehrte mit treffenden Worten getan, vielleicht ward es aber aus 'diesen wenigen Worten klar, was es für einen Künstler bedeutet, in den chassidischen Legenden eine Weit gefunden zu haben, in der Reales und Irreales flimmernd ineinanderspielen, in der alltägliche Dinge sich unmittelbar in Wahrzeichen einer höheren Welt verwandeln und Symbole der oberen n„„ n . , . , ., , . Welt plötzlich erdnah Das Gebet des Einzelnen ist zu sdiwadi.umauf jru „ t J in die Erscheinung treseinem Weg zu Gott den Dämonen widerstehen Hier ist also ein zu können, aber das Gemeinsdiaftsgebet der ungeheurer Stoff, des- Gemeinde hat die Kraft, sich zu Gott aufzu-?611 bildliche Darstel- . . lung verlangt, daß das schwingen. Gegenständliche, scheinbar Reale, irreal wird, herein sur Wjleuerurg fyiefföer Ifrael. Mxmffl$ttv «. & 3>ie ÜBerflrfiung einer SBraiitaiiSfreiter au§ her ©regfitS^etbefö'frfjen 2fu§= fteuemngö=(5tiftung finbei am 23. ÜJlai 1933 ftatt. 3ur SBeroerBung finb naefj ben Sajjungen ber Stiftung jugelaffen: 1. 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