Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 4 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 93 (sequence 15)
- Language
- German
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Seite 93 Literarische Rundschau M «nx F r e i h e r r von 0 p p e n Ii e i m : De r Teil Kala f. Eine neue Kultur im ältesten Mesopotamien. Leipzig-: F. A. Brockhaus 1931 gebunden KM 14.—). — Wie ein spannender Roman liest sich das erste Kapitel dieses Buches, in dem Baron Oppenheim von der Entdeckung- und Ausgrabungdes Teil Halaf berichtet; und erzählt , wie er im Jahre 1899 im »Zeltlager des Beduinen- Scheichs Ibrahim Pascha zufällig auf diese Ruinenstätte aufmerksam wurde, und wie er sie dann trotz immer neuer Schwierigkeiten, die besonders Aberglaube und Habgier der Bevölkerung bereiteten, in mehreren vor und nach dem Weltkriege ausgeführten Grabungen bloßlegte. Tm Quellgebiet des Chabur, eines Nebenflusses des Euphrat, ein wenig südlich vom heutigen Ras-el-ain, liegt sein Teil Halaf, ungefähr dort, wohin nach den biblischen Berichten (2. Kg. 17,6, 18.11) der Assyrerkönig Saigon nach der Einnahme Samarias einen Teil der israelitischen Bevölkerung deportierte und ansiedelte. Doch nicht der Erhellung dieser Zeiten sind die in den folgenden acht Kapiteln des Buches niedergelegten Untersuchungen und Berichte gewidmet: diese führen uns vielmehr um einige Jahrtausende zurück und geben uns, wie nach den scharfsinnigen Deutungen Oppenheims und seiner Mitarbeiter als sicher angenommen werden kann, Einblick in die bisher so gut wie unbekannte Kultur des Subartu-Volkes, das vor den Hettitern das nördliche Syrien und Mesopotamien beherrscht hat. Es gelang, die Hauptfassade eines Tempelpalastes wieder herzustellen. Mauern und Inneres bloßzulegen und vor allem Steinbilder von riesigem Ausmaß aufzufinden, die ins dritte Jahrtausend zurückführen. In löl mit luxuriöser Technik hergestellten Abbildungen wird dem Leser ein lebendiges Bild von der eigenartigen und, wie es scheint, unabhängigen subaräischen Kunst vermittelt, die sich in riesigen (iötterfiguren auf Tierkolossen, in verschleierten Sphinxen und in phantasievollen Tierreliefs offenbart. Die Buntkeramik, die mit der von Susa und Ur erstaunlich übereinstimmt, soll noch weiter, bis ins vierte Jahrtausend zurückweisen. Leider sind keine Schriftdenkmäler aus dieser älteren Zeit bei den Grabungen zu Tage gefördert worden. — Ungefähr ums Jahr 21)00 traten Hettiter und Mitanni in jenen Landen die Herrschaft an, um gegen die Wende des 12. vorchristlichen Jahrhunderts von den Aramäern abgelöst zu werden. Von der Tätigkeit eines dieser aramiäischeu Herrscher, Kappara mit Namen, hat Baron Oppenheim in einer jüngeren Schicht auf dem Teil Haiaf deutliche, — und da von Keilschrifttexten begleitet, — sichere Spuren aufgefunden. Mit diesen Andeutungen muß die Anzeige sich begnügen und für alles weitere auf das Buch selbst verweisen, das der einzige bisher vorliegende, ausführliche Bericht über die Grabungen auf dem Teil Halaf ist, chis zu gleicher Zeit deron Ergebnisse in einen weltgeschichtlichen Zusammenhang einreiht und durch glänzende Bilder und ausführliche Beschreibung der Fundgegenstände jedem Kenner die Nachprüfung ermöglicht. Aber auch jeder Laie, der an der Geschichte und Kunst des Vorderen Orients Interesse hat, wird durch die Lektüre dieses anregenden und geschmackvollen Buches erfreut werden. G o 11 h o 1 d W e i 1 Victor G o 1 d s c h m i d t: Unser A 1 p h a b e t. Eine Studie. Heidelberg: Carl Winter 1932. 1(>4 S. (RM. ">.—.) Victor G old s c h m i d t: Die Entstehung unserer Ziffern. Eine Studie. Heidelberg: Carl Winter 1932. öl S. (RM. 2.—.) „Werfn ein Naturwissenschaftler über das Alphabet schreibt, so ist das ein kühnes Unternehmen", so sagt nicht etwa der Kritiker, sondern der Verfasser selbst im Vorwort zu seiner Studie. ,.Kühn" sind nun zwar weder die Gesichtspunkte der Untersuchung noch die Ergebnisse zu nennen, zu denen die beiden mit hingebungsvoller Liebe angestellten Studien führen: immerhin ist es anregend, die Gegenstände, die bisher fast immer nur historisch-philologisch behandelt, wurden, hier einmal vom Standpunkt der Naturphilosophie aus betrachtet zu sehen. G. W. Kaffee-Kenner kaufen bei Unsere Spezialbehandlung verleiht auch den billigsten Sorten einen Höchstwert an Geschmack und Preiswürdigkeit Frankfurt am Main Goethestrasse 25 Rufen Sie bitte unter 239 7 5 an Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter e. V. Wir bitten unsere Mitglieder, die den Jahresbeitrag für 1932 von RM. 9. — noch nidit eingezahlt haben, dies durch Einzahlung auf unser Postsdiedtkonto Nr. 50338 zu bewirken. Gleichzeitig laden wir alle, die unserem Vereine noch nicht angehören, zum Beitritt ein. Die Anmeldung geschieht am einfadisten durch Einzahlung des Jahresbeitrags auf das obige Postscheckkonto. ■DER VORSTAND. A. J. HOFMANN Hebräische Buchhandlung ist u mgez ogen von nach Aüerheiligenstr. 87 BÖrtiestr.41 Laden neben Leonhard Kahn Leid und Weh kauf Brennholz von der Heilsarmee Weserstrasse 51 Telefon 33837 Gut, trocken, billig. Buchen ofenfertig Feinholz u. Bündel (Kiefern ofenfertig für Waschküche, Ztr. 1.50 ab Hof). J. HIRSCH! CIGARREN Grüneburgweg 9 Zeppelin 51217 Vom direkten Hersteller Polster-Motel stets das Neueste und zu auffallend billigen Preisen. Hermann Schloss 0 nur Ereile Gasse 29 25? Pension ROSta Zeil 441- Unter Aufs, der Ritualkomm. der Israel. Gemeinde, Frankfurt a. M. 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