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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-10-01 · 2 (10.1932) · p. Seite 45

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
2 (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 45 (sequence 23)
Language
German
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Seite 45 keine Förderung von Seiten ihrer Glaubcnsbrücler, sondern in vielen Fällen eine Benachteiligung erfahren. Dagegen anzukämpfen, war der Sinn der diesjährigen Tagung und der Sinn der Werbeschau, die keine Reklame sein sollte, sondern ein eindringlicher Mahnruf: ..Seht her, hier sind unsere Leistungen; gebt uns Arbeit, damit unser Stand nicht untergehe in der allgemeinen und in der besonderen jüdischen Not." Und dies der tiefste Eindruck, den alle Teilnehmer der Tagung mit nach Hause nehmen konnten: Das jüdische Handwerk lebt trotz allem, es lebt dank dem Lebenswillen, den die Juden schon so häufig in ihrer wechselvollen Geschichte offenbarten, und nicht zuletzt dank der zähen und unermüdlichen Arbeit von Männern, die seit Jahrzehnten in selbstloser Weise für die Anerkennung des jüdischen Handwerks kämpfen. H. J. Soncino-Gesellschaft Die Jahresversammlung der Gesellschaft der Bibliophilen, die am 12. September in Frankfurt stattfand, hatte einen besonders erfolgreichen Ausklang in einem von der Frankfurter Ortsgruppe der Soncino-Gesellschart veranstalteten Vortrag des Herrn Dr. A. Horodiscli über „Die Bedeutung der Bibliophilen-Gescllschaften". Der Vortrag gab einen Ucbcrblick über die Entwicklung in England, Frankreich und Deutschland und wurde durch Vorzeigen charakteristischer Veröffentlichungen der bedeutendsten Gesellschaften ergänzt. Nach dem Vortrag richtete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Professor Dr. Fteinunn, Dankesworie an die zahlreich erschienenen auswärtigen Gäste. Verein Montefiore In einer am 13. September veranstalteten Kundgebung, in der A. Speyer, E. Gerson und Dr. G. Löffler über „Jüdische Jugend und rote Assimilation" referierten, wurde folgende Resolution beschlossen: „Getreu einer mehr als 36jährigen Tradition und entsprechend einer lührenden Zugehörigkeit zum Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, der größten jüdischen Jugendorganisation im Reich, steht der Verein Montefiore in Theorie und Praxis auf dem Boden der jüdischen Einheitsgemeinde. Seine ganze, bewußt jüdisch betonte Erziehungsarbeit will jungen Juden eine gesamtjüdische Haltung vermitteln, die ihren Ausdruck in der Lebensgestaltung eines jeden findet. Die gesamtjüdische Haltung, wahrhaft verwirklicht, muß imstande sein, die religiösen, politischen und klassenmäßigen Unterschiede zu überschneiden, und so die Erhaltung einer echten jüdischen Gemeinschaft zu gewährleisten. Der Verein hält es für seine jüdische Pflicht, gerade diejenigen Menschen wieder heranzuziehen, die als Angestellte, pauperisierter Mittelstand und dergleichen die Bindung ans Judentum zu verlieren drohen. Er hält es aber ferner ebenso für seine Aufgaben, alle seine Mitglieder mit den geistigen, wirtschaftlichen und politischen Strömungen unserer Zeit bekannt zu machen, um ihnen überhaupt die Möglichkeit einer jüdischen Lebensgestaltung aus heutigem Geist zu geben. So führt der Verein Montefiore den einzig möglichen Kampf gegen eine Assimilation, die aus dem Judentum herausführt. Er weiß sich in dieser Kampfincthodc mit allen weltoffenen und weitsichtigen Juden einig. Er fordert jeden zur Mitarbeit auf." Jüdischer Turnerbund Am 15. September fand auf dem Ostpark ein Sportfest für unsere Knabenabteiluiig statt, das bei einer Beteiligung von ca. 33 Knaben einen . schönen Erfolg zu verzeichnen hatte. Die Leistungen waren teilweise über dem Durchschnitt dank des guten Trainings unter der bewährten Leitung von Herrn Eisenhut sowie Herrn Reich und Herrn Haar. Jüdische Arbeitsvermittlung | Männlich j Arbeitgeber! Berücksichtigen Sie bei Vergebung von Dauer- oder Aushilfsstellen den männlichen jüdischen Arbeitsnachweis, Langestraße 30, Telefon: 201 62 und 282 4S. Sic helfen uns damit, die durch die Wirtschaftslage arbeitslos gewordenen, ständig bei uns gemeldeten 300 jüdischen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß einzureihen. Unter dieser hohen Zahl finden Sie in reichlicher Auswahl: Tüchtige, geschulte kaufmännische Angestellte: wie Detail- und Engrosverkäufer, Lageristen, Expedienten aller Branchen. Buchhalter, Stenotvpisten im Slcucrfach bewandert u. a.; außerdem Handwerker jeglicher Art, Lager-, llilfs- und Bauarbeiter, Auslaufer, Packer und sonstige ungelernte Arbeiter in jeder Altersstufe. Kaufmännische Sprechstunde: Dienstag von 9—11 Uhr vorm., Eschersheimer Landstraße 63. Sprechstunde für Handwerker u. Ungelernte: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9—11 Uhr. Langestraße 30 pt. Berufsberatung: Dienstag von Vj-h—T Uhr abends, außerdem nach Voranmeldung. Langestraße 50 pt. Lehrslellcnverinittlung: nach Frankfurt und auswärts. Rechtsberatung in arbeitsrechtlichen Fragen: Sprechstunden wie oben. Schreibstubepaufträge werden jederzeit Langestraße 30 pt. entgegengenom- ' men und bestens ausgeführt. | Weiblich | Gemeldet sind: Tüchtiges Geschäftspersonal: Buchhalterinnen, Kontoristinnen, Fakturistinnen. Lageristinnen, Verkäuferinnen, Stenotypistinnen (auch mit eigener Maschine); Schneiderinnen, Näherinnen, Modistinnen, Kunststopferin mit guten Referenzen. II a u s p e r s o n a 1 : Stützen, Haushälterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Kindermädchen und Haustöchter. Kranken - und Säuglingspflegerinnen. Gesucht werden: Tüchtige Alleinmädchen und perfekte Köchinnen mit guten Zeugnissen. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestraße 30 pt. Erholungsheim Wolfratshausen Das Israelifische Erholungsheim Wolfratshausen liegt 5T? m hoch, im eigenen Park, es ist sehr geräumig und verfügt über alle modernen Bequemlichkeiten, Liegehalle und dergl. Reichliche rituelle Kost. Prospekte auf Wunsch (vgl. auch Anzeige in dieser Nummer). Beihilfe für Druckschriften Aus Mitteln der Salomon Neumann-Stiftung sollen im November d. J. einige Beträge zur Drucklegung von Arbeiten aus dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums verteilt werden. Entsprechende Gesuche sind bis Ende Oktober 1932 an den Schriftführer der Stiftung, Herrn Rechtsanwalt Dr. Alexander Philipsborn, Berlin N 24, Oranienburger Straße 13/14, zu richten. Jüdischer Turnerbund (Geschäftsstelle Hanauer Landstraße 14) W i n t e r p r o g r a m m 1952/33 Herren: Sonntag, 8.30—10 Uhr vorm.: Schwimmen (Städtisches Schwimmbad) — Montag. 8.50—10 Uhr abends: Turnen und Sport (Annascliulc Rechneigrabenstraße) — Donnerstag. 8.30—10 Uhr abends: Turnen und Sport (Annaschule). — Jugend: Montag, 8.50—10 Uhr abends: Turnen und Sport (Annaschule). — Knaben: Dienstag, 5—T Uhr nachm.: Gymnastik und Turnen (Annaschule). — Damen: Donnerstag, 8.50—10 Uhr abends: Gymnastik und Spiel (Licbfrauenschule, Schäfergasse). — Frauen: Mittwoch, 7.30—9 Uhr abends: Gesundheitsgvmnastik (S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8). — Mädchen: Mittwoch: Gvmnastik und Turnen (Annaschule. Abteilung I (bis S Jahre) 4-5 Uhr nachm.; Abteilung II (8—11 Jahre) 5-6.15 Uhr nachm.; Abteilung III (über 11 Jahre) 6.15-T.30 Uhr nachm. — Heimabende: Mittwoch und Samstag ab 1. Oktober ab 8.30 Uhr abends im Heim Langestraße 55. Gelegenheit zu Ping-Pong, Schach- und sonstigen Gesellschaftsspielen. Turn- und Sportverein ..Schild" E. V. Trainings plan Für Damen Montags 20 Uhr Rhythm. Gymnastik und Turnen (Turnhalle der Pctersschule, Seilerstraße 26). Leitung: Gauobcrturnwart Martin Gebhardt. Donnerstags 20 Uhr Handball und Leichtathletik (Turnhalle der Petersschule, Seilerstraße 26). Leitung: Karlheinz Oppenheimer. — Für Kinder (4-8 Jahren) Mittwochs 16-17 Uhr Rhythm. Gymnastik und Turnen (Städt. Schwimmbad, Gymnastiksaal). Leitung: Gauobcrturnwart Martin Gebhardt. — Für M ä d c h e n (9—14 Jahren) Mittwochs IT bis 18 Uhr Rhythm. Gymnastik und Turnen (Städt. Schwimmbad, Gvmnastiksaal). Leitung: Gauobcrturnwart Martin Gebhardt. — Für Herren: Dienstags 20—22 Uhr Handball, Leichtathletik (Turnhalle der Bethmannschule. Seilerstraße). — Leitung: Sportlehrer Hermann Luber. Donnerstags 20-22 Uhr Fußball und Gymnastik (Turnhalle der Allerheiligenschule, Hanauer Landstr. 28). Leitung: Friedel Eglv. — Für J u g e n d Donnerstags 19—20% Uhr (siehe bei Herren Donnerstags). Sonntags Wettspiele.— Für Knaben (9—14 Jahren) Donnerstags 1?—18 Uhr Gymnastik, Turnen (Städt. Schwimmbad, Gymnastiksaal). Leitung: Gauoberturnwart Martin Gebhardt. Verein israelitischer Gehörloser E. V. Frankfurt a. M. Jeden ersten Samstag im Monat, abends um Vß Uhr, Monatsversammlung im Cafe Hauptwache. I., Vo-sitzender: Max Blum.nlhal, Porzelliuihofslr. ü. Festabend des Philanthropins Am 1. September fand in der überfüllten Aula eine wohlgelungene Vorstellung von Goethes ..Jahrmarktsfest von Plunderswcilern" statt. Das Stück war um zahlreiche zeitgemäße Einlagen textlicher und musikalischer Art vermehrt und wurde von allen Beteiligten mit großer Hingabe und ebensolchem Erfolg dargeboten. Für die notwendige Stimmung sorgte schon vor dem Aufgehen des Vorhangs eine launige Ansprache des Direktors. 22. Oktober bei Mittwoch, 5. Oktober Verein Montefiore. Vortrag über „Sozialismus in Frankreich" von Heinrich Safier, Paris, Eschersheimer Landstraße 65, 20.45 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Die Zukunft der jüdischen Jugend" von Kurt G r ü n w a 1 d , Eschersheimer Landstraße 63, 21 Uhr. Mittwoch, 12. Oktober Verein Montefiore. Vortrag über „Eindrücke von einer Palästinareise" von Frau Dr. Eugen Mayer, Eschersheimer Landstraße 65, 20.45 Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Kommunismus, Zionismus*"' von Jak. N e w i a d o w s k y , Eschersheimer Landstraße 65, 21 Uhr. Sonntag, 16. Oktober Talmud-Thora-Verein. Halachischer Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. H o f f m a n n , Synagoge am Börneplatz, 16 Uhr. Arterien- Verkalkung ^^SSSSS^SfS^ - DS^r» lässigste Mittel ist Disarteron. A - Ein reines Pflanzenpräparat aus: Allium sativum — Viscum album \ Equisetum arv. Crataegus oxyac. j in wohlschmeckender Trockenform. — Originaldosen nur in Apotheken erhältlich. 6alactina GmbH., 15. Obermainanlage. Frankfurt/M.

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