Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 11 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 247 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3094266-3094373-3094384--3266-3098034- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
247 Auslanderredil und Wanderung. Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: Am 1. Juli 1932 soll das neue Ausländerrecht für Preuße n in Kraft treten. Ausführungsbestimmungen sind bisher nicht vorhanden. In weiten Kreisen hat dieses seit vielen Jahren erwartete Gesetz sowohl unberechtigte Hoffnungen als auch unbegründete Aengste erweckt. Leider finden sich auch schon Winkeladvokaten, die auf Bevorschussung Gesuche durchsetzen wollen, von denen heute schon zu sagen ist, daß sie nicht zugelassen werden. Das besondere Merkmal dieses Gesetzes ist die Zusammenfassung der vielen Bestimmungen, die bisher im Umlauf waren, in 48 Paragraphen. Für Osteuropa werden die Einreise- und Niederlassungsschwierigkeiten ziemlich unverändert bleiben. Wir werden später, falls das Gesetz überhaupt zur Geltung kommt, noch ausführlich berichten. Im Sichtvermerkverkehr zwischen Deutschland und Polen treten in Kürze verschärfte Bestimmungen in Kraft, insbesondere wird das Visum an Polen nicht mehr langfristig erteilt und der Gebührensatz erhöht. Das deutsch-polnische Gegenseitigkeitsabkommen über die Unterstützung von Hilfsbedürftigen dürfte wohl in Kürze von beiden Teilen ratifiziert werden. Für die hier lebenden Polen würde dieses Gesetz gewisse Erleichterungen bringen. Jeder Ausländer über 16 Jahre, auch wenn er schon lange in Frankfurt ansässig ist, muß im Besitze eines gültigen Passes oder Pafiersatzes sein, andernfalls er sich strafbar macht. Die Arbeitsverhältnisse in Spanien haben sich bedeutend verschlechtert; in einer Reihe von Betrieben wird bereits verkürzt gearbeitet. Die Auswanderung nach Portugal zur Arbeitsaufnahme ist denkbar ungünstig. Wer nicht genügend Geldmittel vorweisen kann, läuft Gefahr, an der Grenze zurückgewiesen zu werden. Der Aufenthalt im Inlande wird nur kurzfristig erteilt. — AVer die Absicht hat, auszuwandern, tut gut daran, sich bei den hiesigen gemeinnützigen Auswandererberatungssteilen vorher genaue Informationen einzuholen. Die allgemeine Auswandererberatungsstelle befindet sich Braubadistr. 30/32, die jüdische Auswandererberatungsstelle Langestraße 30, part. Aufruf für die jüdische Kindererholungs-Fürsorge! An alle, die unsere Jungen und Mädchen lieben, an alle Mütter und Väter, an die glückliche und gesunde Jugend selbst geht unser Ruf: Helft, daß unsere Kinder und unsere Jugendlichen gesund bleiben und werden. Gemeinden und Vereine werden fast erdrückt von der Not des Tages. Für Erholung und Gesundung der Kinder und Jugendlichen sind kaum noch Mittel vorhanden. Und doch warten, in großen und kleinen Gemeinden, viele Hunderte von Kindern, Mädchen und Jungen, die von Krankheit bedroht oder ergriffen sind, sehnsüchtig darauf, daß dieser Sommer ihnen sonnenfrohe Erholung und Kräftigung bringe. Das ist nur möglich, wenn alle nach dem Maß ihrer Kräfte, alle, die sich selbst noch eine Erholung gönnen können, beitragen und helfen. Für 16 Mark kann ein Kind eine Woche Erholung finden. Arbeitsgemeinschaft ..Jüdische Erholungsfürsorge". Prof. Seligmann. Zentralwohlfahrtsstelle der. deutschen Juden. B a e c k. Jüdischer Frauenbund. Schwesternverband der U. O. B. B.-Logen. Bettina Brenner. Anna L e w y. J Spenden werden erbeten an: Postscheckkonto Berlin 140617, Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg, mit dem Zusatz „Erholungsfürsorge" oder an alle Filialen der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft, für Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg, Konto „Erholungsfürsorg e'*. Jüdische Gaststätten. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg, Große Beckerstraße 6, weist auf Grund einer Anregung religiösliberaler Rabbiner darauf hin, daß an sehr vielen Erholungsplätzen jüdische Hotels und Speisehäuser vorhanden sind, die allen Ansprüchen Genüge leisten. In der heutigen Zeit sollte jeder, der eine Erholungsreise antreten kann, auch wenn er im übrigen die Speisegesetze nicht beobachtet, jüdische Gaststätten aufsuchen, zumal audi die Annahme, sie seien teurer als andere, nicht zutrifft. Veränderungen im Personenstand vom 15. Mai 1932 bis 15. Juni 1932 Barmizwa-Feiern. Synagoge am Börneplatz: Leo Klappholz, Allerheiligenstr. 22 — Jakob T e p 1 i t z k i , Ostendstr. 63. Westendsynagoge: Ernst Lewysohn, Gutleutstr. 93 — Walter Traug o 11 , Bettinastr. 47. Trauungen. Herbert Stern, Sandweg 143 mit Frieda Bacharach, Eschenheimer Anlage 22 — Kurt Isaak, Offenbach a. M. mit Anna Nadel, Heiligkreuzgasse 9 — Isaak C y w i a , Auf der Beun 19 mit Erna Riegel — Dr. Josef S o u d e k , Thorwaldsenstr. 35 mit Gretel Heimann, Habsburger-Allee 44 — Herbert Wiesenthal, Berlin mit Gretel L e t i , Berlin — Jakob Grün, Weberstr. 12 mit Sophie G u t h e i m , Weberstr. 12. S. HOLLÄNDER Gegr. 1878 WERKSTÄTTE FÜR STEINARBEITEN GRABMALER Kunstgewerbliche Werkstatte für Metallarbeiten — Plaketten LEO HOROVITZ Bildhauer und Ziseleur ECKENHEIMER LANDSTR. 127 FERNSPR. 52014 Sterbefälle. Hannchen S c Ii o 11 geb. Maier, Bornheinier Landstr. 42, 87 J. — Ludwig Moses, Holbeinstr. 27, 56 J. — Emma Schlenker, Sandweg 6, 62 J. — Richard Adler, Hansa-Allee 12, 55 J. — Dr. Flora B o n d i , Braubadistr. 56, 64 J. — Paul Dreifuß, Eschersheimer Landstraße 69, 20 J. — Emil Sulzbach, Friedridistr. 57, 77 J. — Hermann Herxheimer, Cronberger Str. 14, 77 J. — Mathilde Mayer, Rechneigrabenstr. 18. 80 J. — Lola I t k e s , Dahlmannstr. 20, 46 J. — Max Rosenberg, Sonnemannstr. 77, 50 J. — Meta Scheidt geb. Scheidt, Bockenheimer Anlage 58, 57 J. — Eva Simon geb. Wolf, Eschersheimer Landstr. 140, 59 J. — Otto Sternberg, Ostbahnhofplatz, 64 J. — Henriette Hirsch geb. Grünebaum, Greifstr. 2, 84 J. — Moritz Herz, Zeil 14, 56 J. — Rabbiner Dr. Arnold Lazarus, Friedrichstr. 29, 54 J. — Jakob Spiro, Waldsdimidtstr. 123, 75 J. — Paula B e n e d i c k geb. Heß, Landau, 35 J. F. HOFMEISTER STEINMETZ- UND BILD HAU ERWERKSTÄTTEN GRABDENKMÄLER ECKENHEIMERLDSTR. 165 Eröffnet seit 1-Juni 1932 israelitisches Männerheini, Bafl-Nanheim Anmeldungen sind möglichst umgehend an Herrn M. Polian, Frankfurt a. M., Grüneburgweg 12 p, zu richten. Neu eröffnet Pension SleM Reineckstr. 9 vii a vis Emma Blum Mittag- und Abendessen. Streng -»^p reichlich, gutu. billig. Daselbst auch möbl. Zimmer mit oder ohne Pension Leihweise schwarze ANZÜGE Krankenpfleger MASSEUR empfiehlt sich auch ausserhalb zu zivilen Preisen j. GrüDefiaum,RoifecKstrofle 6 Kneipp-Bad Camberg i. Taunus Beste Verpflegung, rituell, von RM. 3.60 bis 4.50 bei 4 Mahlzeiten, (la Referenzen) Pension Ba um