Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 11 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 241 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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241 Schülergottesdienst Während der Soramerferien findet in der Synagoge am Börneplatz an Wochentagen morgens ein Schülergottesdienst statt. Näheres ist aus dem Anschlag in der Synagoge ersichtlich. Erweiterung des Barmizwa-Unterrichte. Unter Beibehaltung des Unterrichts, den bisher die zuständigen Kantoren zur Vorbereitung für die Synagogenfeier (Segenssprüche, Thoraabschnitt usw.) und zur Einführung in die Ritualien erteilt haben, soll den Barmizwaknaben auch der wesentliche Inhalt der jüdischen Glaubens- und Sittenlehre durch die Gemeinderabbiner nahegebracht werden. Die Gemeinderabbiner ' haben sich dankenswerterweise bereit erklärt, den Knaben zu diesem Zweck unentgeltlich einen halbjährigen Gruppen-Unterricht von einer Stunde wöchentlich (mit Ausnahme der Schulferien) zu erteilen. In jedem Jahr finden zweiKurse statt: Ostern bis Herbst und Herbst bis Ostern. Den Unterricht erteilen für die Synagoge Börneplatz: Herr Rabbiner Dr. Hoffmann; vereint für die Synagoge Bockenheim und Unterlindau: Herr Rabbiner Dr. Jakob Horovitz; vereint für die Hauptsynagoge und Westendsynagoge: die Herren Rabbiner Dr. Seligmann und Salzberger. Den Gemeindemitgliedern steht in den liberalen Synagogen die Wahl des Rabbiners frei, der dann auch die Einsegnung der betr. Knaben vornehmen wird. Die Anmeldungen auf dem Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, haben so zeitig, mindestens sechs Monate vorder Feier, zu erfolgen, daß die volle Teilnahme an dem entsprechenden Halbjahrskurs vor der Barmizwafeier gewährleistet ist. Umgehende Anmeldungen für den nach den Osterferien beginnenden Unterricht werden dringend erbeten. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes* Meldung von Sterbefällen. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr. Zepp. Sammelnummer 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jähr weise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstraße 258 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52642) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 57 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Ge m e i ndebesch1uß alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Oeffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat-Beil-Straße und an der Eckenheimer Landstraße (neuer Friedhof) sind in der Zeit von 7 b i s 19 Uhr geöffnet. Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen, Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Gedächtnislichter. Zum Andenken an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoff mann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Salzb e r g e r, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920. 15 K-—16% Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 part., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Für die im Ostend wohnenden Gemeindemitglieder ist Hjrr Rabbinatsassessor Kirschbaum zur Beantwortung halacbischer Anfragen Donnerstags von 10—12 Uhr vorm.. Freitags von 9—11 Uhr vorm. im Hause der J e s c h i w a, Theobaldstraße 6, Parterre, zu sprechen. Die Sprechzeiten des Herrn Rabbiner Kirschbaum in seiner Wohnung, Eckenheimer Landstraße 4 (Fernsprecher 58281), bleiben unverändert. Blutübertragungen Das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde sucht ständig gesunde kräftige Männer über 21 Jahre, die sich als Blutspender zur Uebertragung von Blut bei lebensgefährlich und schwer Erkrankten zur Verfügung stellen. Vorerst nur schriftliche Meldungen an die Chirurgische Abteilung des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde, Gagernstraße 36, erbeten. Persönliche Vorstellung erst 'nach besonderer Aufforderung. Bibliothek und Museum. Infolge des Umbaues des Gemeindehauses müssen die Gemeindebibliothek und das Museum vorübergehend Tür einige Zeit geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben. Der Leseraum ist wieder eröffnet und befindet sich bis auf •weiteres im Erdgeschoß des Gemeindehauses, Börnestraße 54. Zuwendungen Herr Geheimrat Dr. Rosenmeyer schenkte dem Museum jüdischer Altertümer ein Autogramm von Wilhelm Carl v. Rothschild; Herr Bürodirektor Meyer ein gerahmtes Bild. — Herr Dr. Eduard Baerwald schenkte dem Archiv mehrere Druckschriften. Sdtluss der amtlichen Anzeigen. Aus der Gemeindevertretung Sitzungsbericht von L. Lern er. Sitzung vom 16. Juni 1932. In Anwesenheit von 24 Gemeindevertretern und 7 Mitgliedern des Vorstandes eröffnet uci Vorsitzende, Herr Naphtali Fromm, die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt er in längeren, herzlichen Worten des verstorbenen Gemeinderabbiners Dr. Arnold Lazarus und dankt ihm für die großen Verdienste, die er als Rabbiner, Füh- . rer und Lehrer der Gemeinde und damit dem ganzen Judentum geleistet hat. Die Anwesenden haben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sitzen erhoben. Im Anschluß hieran gibt der Vorsitzende bekannt, daß der Vorstand beschlossen habe, für den Verstorbenen eine Grabstätte auf dem Ehrenhof des Neuen Friedhofs bereitzustellen und eine religiöse Trauerfeier in der Westendsynagoge zu veranstalten. Der Vorsitzende gedenkt ferner des 70. Geburtstages des Herrn Sanitätsrats Dr. Ettling er und hebt dankbar seine besonderen Verdienste in vielen Gremien der Gemeinde, im Schulrat des Philanthropins, im Pflegamt des Krankenhauses, im Arbeitsnachweis, im Hilfsverein usw. hervor. Zur Beratung gelangt der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1932/33. Es liegen vor der Etatentwurf nebst Erläuterungen, die Anträge der gemischten Finanzkommission, sowie deren Protokolle und die Beschlüsse des Vorstandes vom 6. und 13. Juni 1932. Sämtliche Materialien außer den Vorstandsbeschlüssen und den Protokollen der gemischten Finanzkommission sind den Mitgliedern der Gemeindevertretung im Umdruck zugegangen. Außerdem liegen vor die Spezialetats des Krankenhauses, des Philanthropins, der Jüdischen Wohlfahrtspflege und einer Anzahl weiterer von der Gemeinde subventionieretr Anstalten und Einrichtungen. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß die liberale und konservative Fraktion beschlossen haben, in diesem Jahr von einer Generaldebatte abzusehen. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei ist der Ansicht, daß gerade in der jetzigen Zeit der Not eine Aussprache über den Etat notwendig sei. Zunächst erstattet Herr Dr. Rudolf Geiger als Vorsitzender der gemischten Finanzkommission einen ausführlichen Bericht über die Beratungen. Die Finanzkommission trete in diesem Jahre mit ganz besonderem Ernst und unter der fühlbaren Last ihrer Verantwortung vor das Plenum. Rein äußerlich dokumentiere sich dies schon aus der abweichenden Form und Art, wie das Material, welches nur aus den Beschlüssen der, gemischten Finanzkommission und aus einer ziffermäßigen Zusamenstellung der geänderten Position bestehe, vorgelegt werde. Bei den Beratungen wurde im wesentlichen Bezug genommen auf den von dem Herrn Syndikus vorgelegten Entwurf W. MICHELIS «fjj^ Allerheiligenstrasse 68 Telefon 23703