Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 8 (4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 185 (sequence 23)
- Language
- German
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185 Friedenskundgebung. Am 29t Februar fand unter der Losung „Nicht Aufrüstung — Weltabriistung!" eine von den konfessionellen Friedensbünden und anderen Organisationen veranstaltete Kundgebung statt, die so stark besucht war, daß eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Redner der verschiedensten Länder sprachen zum Friedensproblem, auch der Frankfurter Jüdische Friedensbund kam durch Herrn Ernst Hölzer zu Wort. Es ist geplant, eine interkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft der drei religiösen Friedensbünde zu schaffen. Wohlfahrtsfest. Am 19. März, abends 11 Uhr, fand in dem von Herrn Direktor Hellmer in entgegenkommendster Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellten Neuen Theater eine gesellschaftliche Veranstaltung der Jüdischen Wohlfahrtspflege statt. Das Fest nahm einen glänzenden Verlauf und machte den Veranstaltern wie den durch Darbietungen . Beteiligten die größte Ehre. Zahlreiche hervorragende Künstler und begabte Dilettanten hatten sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache gestellt und führten dem sehr zahlreich erschienenen Publikum ein auf ungewöhnlich hohem Niveau stehendes Programm vor. Der Raum verbietet es leider, alle Leistungen einzeln zu würdigen, und wir müssen uns mit der Feststellung begnügen, daß jeder sein Bestes gab, um der guten Sache mit Kunst, Schönheit und Anmut zu dienen. Auch der uneigennützigen Lieferanten sei dankbar gedacht. Um die mühsam« Vorbereitung haben sich besonders verdient gemacht: Frau Martha Nathan, Herr Julius Bloch, Herr und Frau Julius Werner, Frau Lulu Bloch-Neustadt, Herr S. R. Dr. Ettlinger, Herr Dr. Bergel und Frl. Stern. Ihnen wie allen Mitwirkenden wird der schönste Dank und Lohn sein, daß der erhebliche Ertrag des Festes zahlreichen Bedürftigen Linderung ihrer Not bedeutet. Gedächtnisfeier Die Intendanz des Frankfurter Schauspielhauses widmete gemeinsam mit der Hermann-Cohen-Loge dem früh verstorbenen Dramatiker, Kritiker und Dramaturgen, Artur Sakheim, eine Erinnerungsstunde im Saal der Frankfurt-Loge, die von einer ergriffenen Zuhörerschaft bis auf den letzten Platz gefüllt war. H. Landshut ließ in einer Ansprache das Bild des Entschlafenen lebendig erstehen. Es folgten Vorträge aus den Schriften Sakheims. Trumpeldor-Feier. Am 12. März veranstaltete der Brith Trumpeldor anläßlich des 12. Todestages Josef Trumpeldors eine Gedenkfeier. Nach Begrüßungsworten der Frankfurter Bundcsleitung sprach Otto Hecht, Heidelberg, über „Der Kampf der jüdischen Jugend". Dann hielt B. Teitler, Gießen, die Gedenkrede ,,Im Geiste Trumpeldors". Die Feier wurde von hebräiscneD Liedern umrahmt Tarn- und Sportverein „Schild" E. V. Am 5. März veranstaltete der Verein im Volksbildungsheim einen besonders gut besuchten und wohlgelungenen Geselldthaftsabend. Die Begrüßungsansprache hielt der erste Vorsitzende. Herr Arthur Fuld. Im Namen der Behörde begrüßte Herr Herth die Anwesenden. Alle beim Programm Beteiligten taten ihr Bestes, um der Veranstaltung einen guten Verlauf zu sichern. Kriegsgräberfürsorge. Der Volksbund Deutsche Kriegsgraberfürsorge richtet an die Cemeindemitglieder die Bitte, das Andenken der im Weltkrieg Gefallenen auch dadurch zu ehren, daß sie zur Erhaltung der Gräber von nahezu zwei Millionen gefallener Soldaten beitragen. Da die in den christlichen Kirchen üblichen Kollekten für diesen Zweck in unseren Synagogen nicht durchführbar sind, wird um direkte Ueberweisung von Spenden gebeten. Anschrift: Münzgasse 3, Postscheckkonto: Ffm. Nr. 70. Hebräisches Wörterbuch. Während einiger Zeit weilte hier Herr Ehud Benyehuda, ein Sohn des berühmten verstorbenen Hebraisten Elieser Benvehuda. der anfan"s der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit seiner Familie nach Palästina ubersiedelte und sich die Wiederbelebung des Hebräischen zur Lebensaufgabe machte. Die Frucht dieser jahrzehntelan-en Arbeit wie sie sonst nur von einer Akademie geleistet werden kann, liegt in den bis jetzt erschienenen acht Bänden des „Milon Halaschon Haibrif (Verlag ,*"ß?ns,che'd' B,erlm) Yor- Im Interesse der Fertigstellung des auf 12 Bande berechneten Werkes bereist Herr Benvehuda die Länder der Diaspora und hielt auch in Frankfurt im Rahmen der Gesellschaft für Ji1l(?le Volksbildung?»nen Vortrag über die wahrhaft romantische Geschichte des Lebens und Wirkens seines Vaters. Hilfsverein der deutschen Juden. Aus dem Jahresbericht des Vereins für 1931 entnehmen wirfür das im Februar 1932 eröffnete Kinderhans in Kowno, das für 120 Kinder eingerichtet ist, hat der Hilfsverein RM. 24 000.— beigesteuert Für Ausbildungszwecke in Rumänien wurden RM. 12 251.- aufgewendet, für Schulen in Polen und Palast.ua RM. 10 677.-. Das Dr. Paul Nathan-Ambulatorium in der Krim erforderte einen Gesamtaufwand von RM 80 637 _ Aus Mitteln der Haffkine-Stiftung wurden RM. 47 730.- für Zwecke der Thoralehranstalten (Jesduwot) im Osten ausgegeben. Die Emigranten- ^AiißMf\aümü$ ftarfetpaHti! Richtig fparen beifet Dr.Thompsons öeifenpulver „CDarhe 6d>wan" verwerten. Seit merjr als 50 Jahnen rjat Scbwanpulver |ict> in CTMWonen Bausrjaltungen als 3uverlä(figer fielfer bewährt. Sd)wanpulver ift feitöem nodj verfeinert unb vervollkommnet worben. jein preis ilt ben beutigen Verbältniüen angepafjt. Darum 3ur Wäfche, 311m ödjeuem u. 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