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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-04-01 · 8 (4.1932) · p. Seite 181

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
8 (4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 181 (sequence 19)
Language
German
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181 75. Geburtstag. 10. März: Herr Ludwig Vogel, Eckenheimer Landstraße 22: 22. März: Frau Helene Langer geb. ßamberger, Feldbergstraße 29. 70. Geburtstag. Frau Thekla Bär, die Witwe des Herrn Moritz Bär, des Begründers der bekannten Firma „Porzellan-Bär", feiert am 9. x\pril in beneidenswerter Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag. Silberne Hochzeit. Herr Manfred Kayser (früherer Direktor der „Epoche") und Frau Rosi geb. Wenk, Gartenstraße 42, können am 14. April das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. Geschäftsjubiläum. Hundert Jahre sind seit der Begründung des Verlags L Kauffmann & Co. verstrichen. Von dem Gründer, dem aus dem Elsaß eingewanderten Isaak Kauffniann über den Sohn Ignatz zu dem Enkel Felix Kauffmänn führt ein langer, an geschäftlichen Erfolgen reicher Weg, dessen einzelne Stadien darzustellen eine Geschichte des jüdischen Buchwesens in Westeuropa bedeuten würde. So genüge die Feststellung, daß der Verlag mit der ihm angegliederten Firma M. Lehrberger & Co. auch heute noch seine führende Stellung unter den jüdischhebräischen Verlagsunternehmen und Antiquariaten behauptet. Wenn vor kurzem das Jubiläum Wolf Heidenheims gefeiert wurde, so darf die jüdische Welt mit Dankbarkeit auch seiner Schrittmacher gedenken, die den textlich mustergültigen Ausgaben unserer Gebete eine ebenso mustergültige äußere Ausstattung gaben und den Rödelheimer Ausgaben ihren Weltruf verschafften. Der Verlagskatalog der Firma umfaßt alle Zweige jüdischer Literatur und hebräischer Gelehrsamkeit und hatte biz zum Beginn dieses Jahrhunderts auf diesen Gebieten kaum sine ernsthafte Konkurrenz. Auch das Sondergebiet der Geschichte der Frankfurter Juden hat der Verlag vielfach gefördert: es sei nur an so grundlegende Werke wie das Urkundenbuch. das zweibändige Kracauer'sche Geschichtswerk, das Horovitz'sche Inschriftenwerk und den Frankfurter Kantor von Ogutsch erinnert. Weit über den Kreis unserer Gemeinde hinaus gelten dem Verlag die Glückwünsche aller, denen an der Verbreitung unseres religiösen und wissenschaftlichen Schrifttums gelegen ist. Möge es dem Enkel gelingen, das vor 100 Jahren vom Stapel gelassene Schiff ungefährdet durch die Stürme dieser Zeit zu steuern! Die bekannte Druckerei Gebr Braun, Hanauer Landstraße 155/57, in der auch seit sechs Jahren das Gemeindeblatt hergestellt wird, feierte ihr SOjähriges Geschäftsjubiläum. Im Jahre 1902 in Hayingen (Lothringen) von den Brüdern Julius und Josef Braun begründet, die beide das Druckereihandwerk erlernt hatten, nahm die Firma einen guten Aufschwung und zählte bald zu den bedeutendsten unter den mittleren Druckereien des Reichslandes. Nach Kriegsende übersiedelten die Inhaber nacli Frankfurt, wo sie ihr Geschäft mit großem Erfolg wieder aufbauten. Mit den zahlreichen Geschäftsfreunden hat auch das Gemeindeblatt allen Anlaß, den sachkundigen und zuverlässigen Inhabern seiner Druckerei, die ein schönes Beispiel jüdischen Gewerbefleißes bietet, alles Gute zu wünschen. „Golt grüss die Kunst!" Herr Konrektor Jakob H o f m a n n ist mit vielen anderen Frankfurter Schulmännern zum 1. April ds. Js. wegen Erreichung der Altersgrenze von 62 Jahren in den Ruhestand getreten. Mit ihm scheidet eine markante Lehrerpersönlichkeit aus dem städtischen Schuldienst. Wie sehr Herr Hofmann von seinen Mitarbeitern, der ihm anvertrauten Schuljugend und der zu seiner Verabschiedung zahlreich erschienenen Elternschaft verehrt wurde, zeigte die schlichte, aber sehr herzliche Abschiedsfeier am letzten Schultage in der Varrentrappschule. Herr Hofmann kam vor etwa 12 Jahren als Flüchtlingslehrer hierher, wurde zunächst an verschiedenen 'hiesigen Schulen beschäftigt und gehörte seit 9 Jahren dem Lehrkörper der Varrentrappschule an. Der Magistrat ließ dem Scheidenden eine Radierung überreichen. Auch die jüdische Schuljugend der Varrentrappschule wird den verehrten Religionslehrer nur ungern missen. Die besten Wünsche geleiten Herrn Hofmann in sein ferneres Leben. H. Dr. Richard Stern Sanitätsrat Dr. Richard Stern, der am 20. März im Alter von 66 Jahren nach längerem Leiden verschieden ist, war der Sohn des im Janre 1893 verstorbenen Dr. Bernhard Stern, eines bekannten und beliebten Frankfurter Arztes und Vetters des Gründers des Frankfurter Bankhauses Jacob S. H. Stern. Der Verstorbene, der in den Jahren 1904 und 1905 dem Gemeindeausseh/uß angehörte, war als Arzt in weiten Kreisen der Gemeinde geschätzt und darüber hinaus als gütiger und überaus wohltätiger Mensch besonders beliebt. Von der großen Verehrung, deren er sich erfreute, wurde von berufener Seite an der Bahre Ausdruck gegeben. Der Heimgegangene wurde gemeinsam mit sedner Gattin, der er nach drei Tagen in die Ewigkeit gefolgt war, zur letzten Ruhe gebracht. Dr. Friedrich Reinach Am 17. März ist Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Friedrich Reinach im Alter von 57 Jahren einer tückischen Krankheit erlegen. Der Verstorbene, der während des Krieges als Oberkriegsgerichtsrat tätig war und sich durch hervorragende Sprachkenntnisse auszeichnete, gehörte zu den angesehensten Anwälten unserer Stadt und war u. a. Mitglied des Aufsichtsrats der Leonhard Tietz A.-G. Trotzdem die Beisetzung in der Stille stattfand, hatten sich Verwandte und Freunde in großer Zahl eingefunden, um dem allseits beliebten Mann die letzte Ehre zu erweisen. Hugo Mainz In Hamburg starb am 25. Februar d. J. eine der geaehtetsten Persönlichkeiten der Deutsch-Jüdischen Gemeinde, Herr Hugo Mainz s. A. Der Heimgegangene war ein Sohn der altangesehenen Frankfurter Familie, die sich um die Frankfurter Gemeinde und das gesetzestreue Judentum überaus verdient gemacht hat; sein Großvater war der gelehrte Rabbi Moses Mainz, sein Vater Lassar Mainz, der Begründer des Bankhauses „L. Mainz sen.", war einer der führenden Männer der Gemeinde und hat als Mitglied der Ritual-Kommission verdienstvoll gewirkt. In diesem Geiste erzogen, setzte Hugo Mainz die segensreiche Wirksamkeit seiner Väter fort und bewährte sich viele Jahre im Dienste der jüdischen OefTentlichkeit. Sein Zugehörigkeitsgefühl zur Frankfurter Gemeinde kam zu bleibendem Ausdruck, als er im Jahre 1927 zum ehrenden Andenken an seinen Vater der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Jakob Holtmann stehenden Rabbindschen Lehranstalt „Jeschiwa" einen Flügel des Mainz - sehen Familienhauses, Uhlandstraße 46, in dem sein Vater viele Jahrzehnte seines dem Thorastudium zugewandten Lebens verbracht hatte, als „Lassar M a i n z - J e s c h i w a - S t i f - tung" mit der Bestimmung schenkte, daß in diesem Hause Tkorawissen gepfleg L und verbreitet werden solle. In dem Stiftungshause, in dem ein Dozent der Jeschiwa wohnt, finden täglich mehrere Schiurim statt. Die große und wertvolle Lassar Mainz-Bibliothek, die dort aufgestellt ist, wird von Hörern und Dozenten der Rabbinischen Lehranstalt fleißig benutzt. — Am 29. Februar fand in den Räumen der Rabbinischen Lehranstalt eine Gedenkfeier anläßlich des Heimgangs des Herrn Hugo Mainz s. A. statt, wobei Herr Rabbiner Dr. Hoffmann die reiche und verdienstvolle Persönlichkeit des Heimgegangenen würdigte. ClftiL e rfcL vn i e Je §§ AB 11. APRIL, KAISERSTJRASSE 12 QOir geßaiien uns ssur <^fyesiQah§un§ unserer neuen <$Lauwie ergeben/? emssulaJen.

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