Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 7 (3.1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 162 (sequence 20)
- Language
- German
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162 wenn die Beschlüsse des Landesverbandes berücksichtigt werden, und daß der Landesverband sich vorbehalte, andernfalls seine Forderungen vor dem Landtag zu vertreten." Trotz schärfster Sparmaßnahmen ergab sich die Notwendigkeit, neben der von allen Gemeinden zu erhebenden Umlage von 4/s Prozent des Reichseinkommensteuersolls ihrer Mitglieder von den leistungsfähigeren Gemeinden eine besondere Notstandsumlage in Höhe eines weiteren 1/s Prozents zu erheben Der Zusammenschluß der führenden jüdischen Organisationen Deutschlands zur Behandlung der brennenden wirtschaftlichen und sozialpolitischen Probleme der deutsdien Juden hat am 30. Januar zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftsfragen der Juden in Deutschland geführt. In Anwesenheit hervorragender Sachkenner wurde beschlossen: ständige Fühlungnahme mit geeigneten jüdischen Vertretern der verschiedenen Wirtschaftszweige, um die Berufsaussichten für Juden zu verfolgen; Ausbau der jüdischen Arbeitsnachweise im Sinn einer §lanmäfiigen Arbeitsbeschaffung, im Zusammenhang damit Schaffung einer pitzenorganisation für den akademischen Stellennachweis. Die Bekämpfung des Wirtschaftsboykotts soll dem Centraiverein übertragen werden. Die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände des Deutschen Reiches tagte am 31. Januar in Berlin und beschloß, zur Vertretung der jüdischen allgemeinen Interessen bei den öffentlichen Stellen im Reich eine Reichsvertretung zu schaffen. In diese soll der Preußische Landesverband 6, die Süddeutsche Arbeitsgemeinschaft 4 und die übrigen Landesverbände 3 Mitglieder abordnen, außerdem sollen ihr 2 Rabbiner angehören. Es darf erwartet werden, daß diese Reichsvertretung ihre Aufgaben erfolgreich durchführen wird. Die Tagung hatte sich noch mit einer großen Reihe anderer Fragen zu befassen und insbesondere mit der Aufbringung der Mittel, die sich auf das Reichsgebiet erstrecken, ferner für Wohlfahrts- und Ausbildungszwecke. Auch die Notlage der kleineren Landesverbände wurde erörtert. Das Präsidium des Landesverbandes erläßt einen Aufruf an die Synagogengemeinden, worin es an die Beamten und Angestellten die Bitte richtet, die schweren Opfer, die von ihnen verlangt werden, nicht als willkürliche Härte aufzufassen, sondern als den von ihnen angesichts der völlig veränderten, außergewöhnlichen Verhältnisse zu leistenden Beitrag zur Erhaltung der jüdischen Gemeinden und ihrer Einrichtungen. Gleichzeitig werden die Gemeinden und ihre Verwaltungen gebeten, die Stellung und die Bezüge ihrer Beamten und Angestellten keinesfalls über das Maß des unbedingt Notwendigen hinaus zu beeinträchtigen. Raphael- und Jeannette-Ettlinger-Heim Das in Hofheim i. T gelegene Heim nimmt während der Osterferien ab 23. Marz 1932 Kinder, sowie junge Mädchen und Frauen zum ermäßigten Satze auf. Anmeldungen baldigst erbeten an die Leiterin Frl. Friederike Heller, Hofheim i. T., Kapeilenstraße 12. Einzelne Veranstaltungen im März: (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 22. März bei der Schriftleitung vorliegen.) Samstag, 5. März Turnnnd Sportverein „Schild". Gesellschaftsabend mit Tanz, im Volksbildungsheim. Gäste willkommen. Eintritt: RM. 1.—. Montag,?. März Verband jüdischer Frauen für' Palästina-Arbeit. Gruppenzusammenkunft. Vortrag über „Grundsätze der Küchenteeanik nach dem augenblicklichen Stand der Ernährungswissenschaft" von Frau Ida Wolf, Cafe Falk, Eschenheimer Anlage, 20% Uhr. Mittwoch, 9. März Schule der jüdischen Jugend. Vortrag über „Die Juden und die politischen Parteien in Deutschland" von Ernst Holzer, Eschersheimer Landstraße 65, 20% Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag Uber „Wirtschaftliche Not oder geistige Krise" von Sidney Dillenberg, Eschersheimer Landstr. 65, 21 Uhr. Samstag, 12. März Talmnd Thora-Verein. Lehrvortrag für junge Leute „Die Ethik des Judentums nach Pirke Aboth" von Rabb. Dr. Hoffmann, Hörsaal der Syn. Börneplatz, 16 Uhr. Brith Trumpeldor. Trumpeldor-Feier. Vortrag „Die aktuelle Situation der Jugend" von A. Rafaelo witsch, Heidelberg, und „Im Geiste Trumpeldors" von B. T e i t I e r , Gießen. Sprechchöre, hebr. Lieder. Heim der Revisionistischen Union, Seilerstraße 33. Mittwoch, 16. März Jüdischer Jugendbnnd. Diskussionsabend über aktuelle Tagesfragen, Eschersheimer Landstraße 65, 21 Uhr. Samstag, 19. März Talmud Thora-Verein. Wie 12. März. Jüdischer Jugendbund. Purim-Feier, Cafe Hauptwache. Mittwoch, 23. März Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Purim-Kinderfest mit Aufführungen der Kinder, 15 Uhr. Lokal wird noch bekanntgegeben. Schule der jüdischen Jugend. Vortrag „Der Antisemitismus und seine Abwehr" von Dr. M. Marx, Eschersheimer Landstraße 65, 20% Uhr. Jüdischer Jugendbnnd. Feier anläßlich des 100. Todestages Goethes, Eschersheimer Landstraße 65, 21 Uhr. Freitag, 25. März Talmud Thora-Verein. Jahrzeitlernen für Rabbiner Dr. Marcus Horovitz s. Ä. -von Rabbiner Dr. Hoffmann, Synagoge Börneplatz, nach dem Morgengottesdienst. Samstag, 26. März Talmud Thora-Verein. Wie 12. März. Sonntag, 27. März Talmud Thora-Verein. Jahrzeitlernen für Jakob Posen s. A. von Rabbiner Dr. Hoffmann, Synagoge Börneplatz, nach dem Morgengottesdienst. Mittwoch, 30. März Jüdischer Jugendbnnd. Diskussionsabend über „Okkultismus, Spiritismus", Leitung: Kurt Grünewald, Eschersheimer Landstraße 65, 21 Uhr. Donnerstag, 31. März Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung, Langestr. 30, 10 Uhr vormittag«. Veränderungen im Personenstand vom 15. Januar 1932 bis 15. Februar 1932 Barmizwa-Feiern Synagoge am Börneplatz: Adolf Wongtschowski, Braubachstr. 7 — Erich Goldschmidt, Sandweg 16. Hauptsynagoge: Bernhard Natt, Mittelweg 28 — Otto August, Oberweg 42 — Eugen Heisser, Ebersheimstr. 5."' Westendsynagoge: Hans Müller, Amsterdam. Synagoge Unterlindau: Paul Schaff er, Im Trutz Frankfurt 47. PENSION ORNER befindet sidTjeizt Allerheiligenstrasse 76'" separater Eingang'fan der Seife des Hauses. Im ehemaligen ^Lckal des'Restaurant Goldschmidt I GUMMISTRÜMPFE unsere Spezialität J. M. GUTTENSTEIN Neue Mainzerstrasse 82 am Opernplatz I Osterferien! Gute Erholung finden Damen, Herren, Schülerinnen) zu den Ferien, in gepflegtem Haushalt mit vorz. rit. Küche von 3.50 an in schöner Wald umgebener Kleinstadt am Fuße des Westerwaldes. In 2 Std. Schnellzug erreichbar. El. Licht u. Telefon im Hause. Zuschriften erb. unter B. W. 1000 Exped. d. Blattes. 4f ^12^.454,*% |§T* J*0^ K^Komv ■m _-aste 36.-' IltilVHHpHifltt: £5 r P. J. 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