Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 7 (3.1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 160 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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dieDt ein Saal mit 150 Sitzplätzen, dem eine entsprechende Garderobe angeschlossen ist. Das notwendige Nebengelafl ist vorhanden. Die Leseynd Spielräume waren täglidi von morgens 10—1, ab 15. Dezember bis 12 Uhr und nachmittags von 3-8 Uhr geöffnet. Im Anfang wbt der »esuch dei Warraestuben noch schwach, da viele Erwerbslose von dieser Einrichtung nodi keine Kenntnis hatten. Aber von Woche zu Woche SA1ies j Z der Besucner- Da der Wunsch vieler dahin ging, die Abendstunden hier verbringen zu können, wurde die Oeffnungszeit bis 10 Uhr verlängert. Die Samstagabende wurden zu regelmäfligen Kroßeren gemeinsamen Zusammenkünften ausgebaut, an denen durch \ ertrage, Rezitationen, musikalische Darbietungen den materiell Notleidenden geistige Anregung geboten wutde. Während einer kurzen Pause wurde allen Anwesenden Tee und Gebäck gereidit. Ab 1. Dezember vurrV allen Besuchern auch an den übrigen Tagen unentgeltlich Tee verabreicht. Vortragsfolge an den Samstagabend-Veranstaltungen U. November: Eröffnungsabend. Ansprachen der Herren Rabbiner Lazarus und Julius Bloih. Gesang: Herr Oberkantor Naumov-Fleischmann. Klavier: Frau Lorsch-Morgenstern. Rezitationen: Frau Stern-Ring und Frau Else Nathan. H. November: Vortrag Herr Dr. Löffler: Bolschewismus und Judentum. Gesang: Frl. Elsbeth Strauß. Klavier: Frl. Merguerite Opnenheiiner. ü8. November: Feier aus Anlafi des 50. Geburtstages von Stefan Zweig. Vortrag Herr Dr. Philipp vom Pbilanthropin: Stefan Zweig und sein „Jeremias"*. Rezitation aus dem ,.Jeremias" mit verteilten Rollen und musikalischer Umrahmung durch Zöglinge des Philanthropins , 5. Dezember: Chanukkafeier. Entzünden und gemeinsamer Gesang. Ansprache Herr Rabbiner Salzberger. Tanz: Kind Simon. Gesang von Jargonliedem: Herr Perzog. 12. Dezember: Rezitation Frau Eisemann: „Rahel lechtet mit Gott" von Stefan Zweig. Gesans: Frau Dr. Jacohsohn-Elkan. Klavierbegleitung: Frnn Sdiwarz-Meierhofer. Violine: Frau Strauß-Seligmann. 19. Dezember: Vortrag mit Lichtbildern Frau Dr. Heinemann: Reise durch Italien. Gesang: Herr Hans Assenheim. Klavier: Frl. Ellen Bloch. 26. Dexember: Vortrag Frau Dr. Edinger: Die Tuden in Frankreich. Rezitation: Frau Liesel Oppenheim (Perez, Heine). t. Januar: Vortrag mit Rezitation Frau Liesel Opnenheim: Der Dichter und Maler Uriel Birnbaum. Gesane: Frau Gerda Opnenheim (Lieder von Brahms, Schubert. Mahler). Klavier: Frau B. Jeidel. 9. Januar: Vortrag mit Lichtbildern Frl. Ida Posen: Jüdische Volkskunde. Hebräisdie und Jargonlieder, gesungen von Mitgliedern des jüdisdien Jugendbundes Kadimah. 16. Januar: Vorfrag Herr Dr. Eduard Strauß: Der jüdisdie Witz. Gesang: Frl. Elsbeth Strauß. Grotesktänze: Frl. Roly Strauß. Klavier: Erl. Marguerite Oppenheimer. 23. Januar: Kammermusik-Trio von Beethoven: Herr Sanitätsrat Dr. Baer (Violine), Herr Privatdozent Dr. G. Schmidt (CellcO. Herr Dr. Willi Salomon (Klavier). Gesang: Frau Dr. Salomon-Rekka und Herr Prof. Dr. Icersheimer. 30. Januar: Sprechdior des Bundes jüdischer Pfadfinder. Leiter Herr Max Wald: Aus der Buber-Rosenzweig-Bibel (..Im Anfang", Kapitel I). Rezitation des Herrn Max Wald: Gedichte von Morris Rosenfeld. Lieder von Schubert, Schumann, Brahms: Herr Assenheim. Klavier: Frl. Ellen Blod.. Besnchsziffern: Die Tovnbeehalle war bis 51. Januar an 75 Tagen geöffnet. Sie wurde in dieser Zeit von 4979 Personen besucht. Dies entspricht einem täglichen Durchschnittsbesuch von etwa 66 Personen. Im Anfang war der Besudi noch etwas schwach. Wir vermerken in dieser Zeit den Tas mit nur 10 Anwesenden als den sdiwächsfen. Die höchsten Besucherzahlen bTadife der Januar mit einem Taeesdurdisdmitt von 75 und einer Höchstbesucherzahl von 250 Personen. Die Samstagabende für sich bewegen sidi zwisdien 105 und 195 Besudiern. Die Höchstziffer an Wochentagen stieg auf 86. Die Durchschnittsziffer am Vormittag war 12, 160 am Nachmittag und Aben.I 42. Daß die Toynbeehalle ein wichtige. Faktor in der judischen Wohlfahrtspflege geworden ist, beweist der von Tag zu lag steigende Besuch. Die Besucher erkennen an, daß sie einen Ersatz für ihr fehlendes Heim gefunden haben und sich hier unter Glaubensgenossen und mitleidenden Stammesverwandten, mit denen sie ein starkes Gemeinschaftsgefühl verbindet, wohl fühlen und daß daher diese Einrichtung bei ihnen den Charakter einer Wärmehalle im üblidien binne der Armenpflege verliert. Die regelmäßige Anwesenheit von Damen des Vorstandes der Toynbeehalle, die auch die Ausgabe von Tee usw an den Samstagabenden leisten, trägt wesentlich dazu bei, den Besudiern den Wert der neuen Einrichtung mit ihrem wahrhaft jüdisch-sozialen Charakter zu erhöhen. Jüdische Bahnhofshilfe. Die Jüdisdie Bahnhofshilfe hat auch im Jahre 1931 große Arbeitsleistungen zu verzeichnen, die statistisch nur zum Teil erfaßt werden können. Sie ist ein Arbeitsgebiet der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes (Geschäftsstelle Langestraße 5) und arbeitet nach festgelegtem Stundenplan gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Bahnhofsmission und dem evangelischen Männerdienst. Der Dienst der Jüdischen Bahnhofshilfe wird von einer Beamtin und einer ehrenamtlich tätigen Helferin geleistet. Er umfaßt viele Gebiete der sozialen Fürsorge und verdient weitgehende Beachtung. Verein Wohltätigkeit. Am 24. Januar hielt der Verein eine gutbesuchte Generalversammlung ab. Der Kassenberidit ergab einen guten Bestand. Der Jahresbeitrag wurde von Rm. 12.— auf Rm. 8.— herabgesetzt. Die Neuwahl des Vorstandes ergab im wesentlichen Wiederwahl der seitherigen Mitglieder, mit Herrn B. Karpf als 1. Vorsitzenden. Jüdische Arbeitsvermittlung Männlich. Kaufmännische Sprechstunde: Dienstag und Donnerstag von 9—11 Uhr vorm.. Eschersheimer Landstraße 65, 1. Stock. Sprechstunde für Handwerker und Ungelernte: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9—11 Uhr, Langestraße 50 pt. Berufsberatung: Dienstag von 6—Ys8 Uhr abends, außerdem nach Voranmeldung, Langestraße 30" pt. Lehrstellenvermittlung: nach Frankfurt und auswärts. Freiwillige Arbeitsdienstpflicht: Sprechstunden: wie oben. Rechtsberatung in arbeitsrechfliehen Fragen: Sprechstunden: wie oben. Stadtrandsiedlung und Schrebergärten: Auskunft und Anmeldung: Dienstag und Donnerstag von 9—11 Uhr vorm., Eschersheimer Landstr. 65, l. Stock, und Langestraße 30 pt. — Vertrauliche Rücksprache nach Vereinbarung. Schreibstubenaufträge werden jederzeit Langestraße 30 pt. entgegengenommen und bestens ausgeführt. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestraße 30 pt. / Telefon: Hansa 26162 und 28248. Weiblich. Gemeldet sind: tüchtiges Personal für Büro, Lager und Verkauf, gelernte und ungelernte Arbeiterinnen; gutempfohlenes Hauspersonal auch für größere Betriebe; Lehrmädchen mit höherer, Volks- und Handelsschulbildung. Wir suchen besonders dringend Lehrstellen in Samstags geschlossenen Geschäften! Arbeitgeber! Im Bedarfsfalle: Hansa 25462! Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen, Langestraße 3. Besonders preiswertes Ostergeschirr in ALUMINIUM EMAILLE GLAS UND PORZELLAN LOREY S,CH ILLERSTRASSE 16 Gr. Eschenheimerstrasse 29 Das Fächgeschäft für Haus u. Küche Weine Pesacbpreisliste für Wiederverkäufer ist erschienen. Auf Wunsch portofreie Zusendung. A. METZGER, Frankfurt/M., Langesfr.7 Spezialhau« für plDÖ waren. fcWir bitten um Ueberiassung guterhaltener Möbel-,Wäsche- »Kleidungsstücke Abholung erfolgt nach Mitteilung Jüdische Wohlfahrtspflege, Frankfurt am Main Langesir. 30 Tel. H. 28249 SCHV^INN Goethestrasse 19 Tapeten-Linoleum & ST/V^ICKl Kanalu. Wasserbau-Gesellschaft' Bergersir. 6 m. b. H. Bergerstr. 6 sorgt für Instandhaltung der Kanal- und Wasserlleitungs-Anlagen. Carolus 43537/38|