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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-02-01 · 6 (2.1932) · p. Seite 135

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
6 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 135 (sequence 17)
Language
German
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135 Werbung für Wohlfahrt Die Entwicklung der Zeitverhältnisse hat es mit sich gebracht, dali die Jüdische Wohlfahrtspflege ihre Propagandatätigkeit umstellen muß. Sie hat sich deshalb entschlossen, jedes einzelne Gemeindemitglied für den Verein „Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M." zu werben. Unter deui< Motto .Jeder m uü Mitglied der Jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M." werden, wird sie in den nächsten Wochen eine rege Werbung aufnehmen. Jüdische Arbeitsvermittlung Männlich. Kaufmännische Sprechstunde: Dienstag und Donnerstag von 9—11 Uhr vorm., Eschersheimer Landstraße 65, 1. Stock. Sprechstunde für Handwerker und Ungelernte: Montag, Dienstag. Donnerstag, Freitag von 9—tt Uhr, Langestrafie 30 pt. Berufsberatung: Dienstag von 6—V28 Uhr abends, außerdem nach Voranmeldung, Langestrafie 30 pt. Randstadtsiedlung und Schrebergärten: Auskunft und Anmeldung: Dienstag und Donnerstag von 9—11 Uhr vorm.. Eschersheimer Landstr. 65. 1. Stock, und Langestrafie 30 pt. — Vertrauliche Rücksprache nach Vereinbarung. Schreibstubenaufträge werden jederzeit Langestrafie 30 pt. entgegengenommen und bestens ausgeführt. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestrafie 30 pt. Telephon: Hansa 26162 und 28248. Weiblich. Unsere Sprechstunde für Berufsberatung und Lehrstellenverniittlung findet jeweils Mittwoch von 3—4Vj Uhr statt. Gemeldet sind: tüchtiges Personal für Büro, Lager und Verkauf, gelernte und ungelernte Arbeiterinnen; gut empfohlenes Hauspersonal auch für größere Betriebe. Wir suchen besonders dringend Lehrstellen in kaufmännischen und gewerblichen Betrieben! Arbeitgeber! Im Bedarfsfalle: Hansa 25462! Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen, Langestrafie 3. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstr. 65, 1. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, Nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in massigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Jugenddienst. Die Zentralstelle Jugenddienst (nachgehende Fürsorge) des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. will allen alleinstehenden Jugendlichen eine beratende Helferin zur Seite stellen. Anfragen und Mitteilungen an die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Langestr. 3. Jugend hilft der Jugend. Im Oktober 1951 zählte man T00 000 jugendliche Erwerbslose, die neben 5 Millionen älteren Volksgenossen zur Arbeitslosigkeit verurteilt sind. Uebcrall befinden sich unter den Betroffenen eine Anzahl jüdischer Menschen.' Ihnen mufi unsere besondere Sorge gelten. Wir wissen, daß die einzige wirkliche Hilfe, die wir bringen sollten, ,.A r b e i t" heifit, daß alle anderen noch so gut gemeinten Bemühungen nicht über die Arbeitslosennot hinwegtäuschen können. Aber wir dürfen angesichts der Tatsache, dal! Arbeitsbeschaffung heute in irgendwie größerem Rahmen unmöglich erscheint, nicht an der Frage vorbeigehen: Wie können wir, die jüdische Jugend, unseren erwerbslosen Altersgenossen helfen? Ist es überhaupt nötig, die judische Jugend gesondert zu erfassen, nachdem die verschiedensten Institutionen (Stadt, Berufsverbände, Arbeitsamt, Ortsausschuß für Jugendpflege usw.) Heime eingerichtet haben oder Kurse veranstalten, deren Besuch großenteils den Jugendlichen aller Konfessionen offensteht? Die Erfahrung lehrt, daß ein großer Teil unserer jüdischen Menschen aus den verschiedensten Gründen (es würde zu weit führen, diese einzeln darzulegen) sich scheut, diese Veranstaltungen zu besuchen, so daß sich die Notwendigkeit ergibt, von unserer Seite etwas zu tun. Was tun? Wir wollen eine H e i m g e m e i n s c h a f t schaffen, in der die zu erfassenden jungen Menschen weitestgehend die Form ihres Zusammenseins und den Inhalt der Stunden, die sie gemeinsam unter der Leitung eines Führers verbringen werden, selbst bestimmen. Wir sorgen für warme, helle Räume, für Essen (unentgeltlich oder gegen geringes Entgelt), Spiele, Bücher und Zeitungen und für Handwerkszeug, um Gelegenheit zur Werkarbeit zu geben. Nach den Erfahrungen, die in städtischen und privaten Tagesheimen und in der Arbeit in Heimen anderer jüdischer Grofigemeinden gesammelt wurden, spricht vieles dafür, dul! die Arbeit mit erwerbslosen Jugendlichen im wesentlichen Gruppenarbeit sein muß. Die Beschäftigung gilt der Ausfüllung der Zeit und der beruflichen Fortbildung (Kurse, Besichtigung von Betrieben). Darüber hinaus soll das Heim ein Ort der Ruhe und Entspannung für die Jungen sein und ihnen ein Gefühl des Geborgenseins geben. Die Möglichkeit, mit anderen jungen Menschen in ähnlicher Lage zu sprechen und mit ihnen in einem gemütlichen Heim zusammenzukommen, wird für manchen Jungen schon eine Hilfe bedeuten. Dazu kommt, daß wir mit dem Heim zugleich eine ,J u g e n d b e r a t u n g" verbinden wollen, d. h. kostenlose erste Beratung in Gesundheits-, Fürsorge- und Rechtsfragen, wie sie auch anderwärts vielfach an die Aussprachen im Jugend- und Erwerbslosenheim zwanglos angeschlossen ist. Die Vorarbeiten sind so weit gefördert, daß die Eröffnung des Heimes bald erfolgen kann. Die von der Jugendkommission der Israelitischen Gemeinde getragene Einrichtung wird, wenn alle helfen, die sich für diese Arbeit mitverantwortlich fühlen, dringendster Not jüdischer Jugend entgegenwirken. Trudc Stern. Jüdische Erziehungsberatungsstelle. Beratung für Eltern und Kinder bei Erziehungs- und Schul Schwierigkeiten, Eschersheimer Landstr. 65 (Jugendheim). Die Beratungen sind unentgeltlich und streng vertraulich. Auskunft erteilen: die Leiterin Frau Dr. Alice Schaumberg, Eckenheimer Landstr. 17, sowie die Mitglieder des pädagogischpsychologischen Ausschusses des israelitischen Lehrervereins, Mittelschullehrer Julius Flörsheim, Koselstraße 32, und Lehrer Alfred Speyer, Baustraße 5. Um unnötiges längeres Warten in der Sprechstunde zu vermeiden, ist vorherige Anmeldung erwünscht. „Die Hilfe." Die Möglichkeit, für den Todesfall eine ausreichende Sicherung der Familie durch die früher üblichen hohen Lebensversicherungen zu schaffen, ist aus finanziellen Gründen oft nicht mehr durchführbar. Dieser Situation will der für die Mitglieder der jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches neugegründete Versicherungs-Verein A. - G. „Die Hilfe" Rechnung tragen. „Die Hilfe" ist in Deutschland der erste jüdische, vom Reicnsaufsichtsaint für Privatversicherung konzessionierte Versicherungs-Verein A.-G. Die Namen derjenigen führenden jüdischen Persönlichkeiten, die sich ehrenamtlich in den Dienst der „Hilfe" gestellt haben, sowie die Anlehnung an die ..Victoria zu Berlin" gewährleisten Sicherheit und Solidität des neuen gemeinnützigen Unternehmens. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Herr Dr. h. c. Kleemann. Vorstandsmitglied der Dresdner Bank. Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde. Berlin. Geschiiftsführendes Vorstandsmitglied ist Herr Wilhelm Marcus, Berlin. ..Die Hilfe" will den Mitgliedern der iiidisiben Gemeinden Deutschlands für ganz geringe Monatsheitriisre ein Sterbegeld sichern, damit den Hinterbliebenen wenigstens die ersten drückendsten Sorgen abgenommen werden. Alle Gewinne, die aus den streng nach den Vorschriften des Reichsaufsichtsamtes und nach den soliden Geschäftsgrundsätzen der Victoria angelegten Prämienseldern erzielt werden, fallen Voll den Versicherten zu. Bei Tod durch Unfall wird die doppelte Versicherungssumme zur Auszahlung gebracht. Die Aufnahme ist nach Möglichkeit vereinfacht worden und erfolirt ohne ärztliche Untersuchung auf Grund eines sehr kurzen Antrages, Uber dessen Annahme der Vorstand entscheidet. (Auf die Beilage der „Hilfe" in der vorliegenden Nummer wird besonders hingewiesen.) Volkstrauertag 1932 Am Volkstrauertag. der diesmal auf Sonntag, den 21. Februar, fällt, wird wie seit Jahren im Anschluß an die allgemeine Gedächtnisfeier auf dem Städtischen TTauptfriedhof eine besondere Feier um 11 Uhr auf dem jüdischen Ehrenfriedhof (Rat-Beil-Straße) gehalten werden. . Wir machen immer wieder die schmerzliche Erfahrung, daß nicht nur bei der Ehrung der Gefallenen aller Bekenntnisse, obwohl auch hier regelmäßig ein Rabbiner unserer Gemeinde das Wort erhält, sondern auch bei der Ehrung unserer gefallenen jüdischen Kameraden nur eine geringe Zahl jüdischer Teilnehmer sich einfindet. Nicht nur die Rücksicht auf die nichtjüdischen Vertreter von Behörden und Verbänden, sondern viel mehr noch die Pietät und Dankbarkeit gegen die. die ihr Leben für uns ließen, müßten es uns zur Ehrenpflicht machen, wenigstens einmal im Jahr ihnen eine Stunde feierlichen Gedenkens gemeinsam zu widmen. Wir dürfen erwarten, daß dieser Appell genügt, um weiteste Kreise unserer Gemeinde zur Teilnahme an der diesjährigen Feier für unsere Gefallenen zu veranlassen. Reichsbund jüd. Frontsoldaten E. V. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Franz-Rosenzweig-Gedächtnisstiftung Einem von Gemeindevorsteher Philipp erstatteten Bericht über die Tätigkeit der innerhalb der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg errichteten Stiftung ist zu entnehmen, daß sie mit Erfolg bestrebt ist, im Sinne Franz Rosenzweigs einen Damm gegen geistigen Verfall in der deutschen Judenheit aufzurichten. Bisher wurden zu diesem Zweck jungen Ehepaaren und Barmizwo-Knahen Exemplare der Buber-Rosenzweisschen Bibelübersetzung zugewendet, auch bei anderen Anlässen wurde dieses Werk überreicht, so z. B. Dr. Gar! Melchior zu seinem 60. Geburtstag. Martin Buber wird demnächst öffentlich über das Thema ..Der Glaube und das öffentliche Leben" snrechen. ferner soll eine von dem Philosophen ProT. Ernst Cassirer gehaltene Vorlesung veröffentlicht werden. Auch die Errichtung von Arbeitsgemeinschaften auf neutraler Grundlage zur Erfassung jüdisch-kulturellen Gutes wird in die Wege geleitet, wofür u. a. auch die in der Warburg-Bibliothek tätigen Dozenten herangezogen werden sollen. Schließlich ist auch an die Veranstaltung von Bibelvorlesungen gedacht. Arterien - Verkalkung —-rtÄ^«-* ^Ä^j-jrsr- Das ärztlich anerkannt beste lässigste Mittel ist Disarterort +-■ Ein reines Pflanzenpräparat aus.- Allium sativum — Viscum album Equisetum arv. 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