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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-10-01 · 2 (10.1931) · p. Seite 42

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
2 (10.1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 42 (sequence 12)
Language
German
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vorragenden ralxbinischen Persönlichkeiten, deren Autorität und Zuständigkeit kein heute lebender Rabbiner anzufechten wagte, Eruwim eingerichtet, die ganz genau auf dem gleichen naladiischen Prinzip und den gleichen haladidsdien Erwägungen beruhen, wie der Frankfurter Eruw. Kann nun ein Eruw, der in Warschau, Krakau, Lemberg und Czernowitz aLs einwandfrei koscher anerkannt ist, den dort hunderttausende Juden, darunter hervorragende Thoragelehrte, Jerelm und Ghassidim, ohne jedes Bedenken in Anspruch nehmen, kann ein solcher Eruw ausgeredinet in Frankfurt „possul" sein? Ist ein solcher „Issur" eine Halacha oder ist er etwas anderes? 5) Nach diesen Feststellungen erkläre ich im eigenen Namen und im Namen der beiden Rabbinatsassessoren, die mit mir zusammen das Beth Din der Frankfurter Kehillo bilden, dass der Frankfurter Eruw unserer tiefsten Ueberzeugung nach einwandfrei koscher ist. Ein Eruw ist schliesslich kein Mysterium, und er ist auch kein „Poro aduino" — Gesetz, das ohne jegliche Begründung „rein" oder „unrein" spredien kann. Ein Eruw beruht auf halachischen Prinzipien und Bestimmungen, und diese sind im talmudisdi-rabbinischen -Schrifttum niedergelegt. Dieses talmudisdi-rabbänisdie Schrifttum ist aber auch den Mitgliedern unseres Rabbinats zugänglich. In diesem talmudisdi-rabbinisdien Schrifttum wissen die Mitglieder unseres Rabbinates nicht weniger Bescheid als die Mitglieder jenes Rabbinats, das jetzt überheblich den „Issur" proklamiert hat. Diese Proklamation hat für uns keinerlei haladiisdie Bedeutung und keinerlei halachisches Gewicht gegenüber den Entscheidungen der hervorragenden rabbinischen Autoritäten, auf die wir Bezug genommen haben. Wer sich auf unser Rabbinat verlässt in Fragen der Schechito, sowie in allen sonstigen rituellen und ehereditlichen Fragen, kann auch ohne jedes Bedenken den Eruw in Anspruch nehmen, für den wir die religionsgesetz- Liche Verantwortung tragen. 4) Der Allmächtige ißt mein Zeuge, dass die Notwendigkeit, von dieser heiligen Stätte aus eine soldie Erklärung abgeben zu müssen, mir in der Seele weh tut. Ginge es lediglich um meine persönliche Ehre.und rabbinisdie Würde, rührte ich keinen Finger und spräche ich kein Wort. Ich war aber diese Erklärung schuldig den beiden hervorragenden und um das Judentum hochverdienten Männern, Rabbiner Nobel und Jakob Posen s. A., die in Übereinstimmung mit der Forderung des jüdischen Religionsgesetzes rein „lesdiem sdioanajim" diesen Eruw eingerichtet haben, um tausende und abertausende Personen vor Issurim zu bewahren, und die viel Kraft und Arbeit und Mühe daran gesetzt haben, um den Eruw so zu gestalten, dass er allen religionsgesetzlidien Anforderungen entsprechen konnte. Und ich war ferner diese Erklärung sdiuldig den tausenden und abertausenden Männern und Frauen, die seit 17 Jahren sidi auf diesen Eruw stützten und sich auch weiterhin stützen werden. Wenn nun diese neuerliche „Issur"-Proklaniaüon, für die . gerade im jetzigen Augenblick nidit die allergeringste Veranlassung vorlag, geeignet ist, in weiten jüdischen Kreisen Verwirrung hervorzurufen, wenn ferner viele, insbesondere junge jüdische Menschen, durch eine solche Proklamation irre geworden, verwundert fragen, ob es denn zweierlei Halachoth gebe, eine für Frankfurt und eine für die übrige jüdische Welt, so wissen wir uns von dieser Verantwortung frei." Literarische Rundschau Ende Oktober erscheint im Sdiodten-Verlag Berlin: Ein jüdisches Lesebuch. Sendung und Schicksal aus dem Schrifttum des nadibiblisdipn Judentums. Mitgeteilt von N. N. Glatzer u. L. Strauss (geb. RM. 5.50). Auf das Buch wird nach Erscheinen nodi zurüdtzukommen sein. Einstweilen hier drei kleine Proben: STAUB UND STERN „Mehren will ich, mehren deinen Samen wie die Sterne des Himimels und wie den Sand der am Ufer des Meeres ist." Deutete Rabbi Jehuda bar Elai: Dieses Volk wird mit dem Staube verglichen und wird mit den Sternen verglichen: sinkt es, so ist es bis in den Staub gesunken, erhebt es sich, so hat es sich bis zu den Sternen erhoben. DAS TUN Den Himmel und die Erde ruf ich mir als Zeugen an: Seis ein Fremdg'läubiger, seis ein Jude, seis Mann, seis Weib, seis Knecht, seis Magd: dem Tun gemäss, wie es einer tut — also lässt sidi der Geist der Heiligkeit auf ihn nieder. DAS OFFENE TOR Nicht ächtet der Heilige, gesegnet sei Er, irgend ein Geschöpf. Sondern: Alle nimmt er an. Die Tore sind offen in jeglicher Stunde, allwer eintreten will, trete ein. In unserer, nach zeitgemäßer hygienischer Umgestaltung neu eröffneten Lebensmittel-Abteilung haben wir eine Spezial-Unterabteilung fUr TEÖ -WAREN eingerichtet, die fachmännisch geleitet wird. In dieser Abteilung führen wir erstklassige Konserven, Fleisch- und Wurstwaren der Firma Selmar Kaufmann, G. m. b. H. Berlin, (hergestellt unter Aufsicht der Adass Jisroel.) deren Alleinverkauf wir für Frankfurt übernommen haben. Die Abteilung ist von Freitag abend bis . -Samstag abend^geschlossen. Original Schrot-Brot Rheinisch Das ganze Korn mit Schale grob geschrotet Willst Du Deine Gesundheit erhalten So kehr' zurück zur Zelt der Alten 10 ein gesundes, kräftiges Brot Aus reinem Roggen-Schrot/: P.W. WIDDERS Spezial-Geschäft in nur Original Rheiniscii-Weslf ulischem u. Nordd. Bröl Markthalle Haseng., Gallerle, Stand 131-138 Textorstr. 7 (Textorblock)

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