Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 12 (8.1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- Seite 379 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3094266-3094360-3094372--2911-3097666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
379 gewährt in seinem g roßzügigen Saison- Ausverkauf A auf alle regulären u. herabge- 2 setzten Seidenstoffe — Samte q Bänder — Tücher — Shawls Kravatten - Garnituren Blumen Jüdischer Mädchenklub. j Am 2. Juli hielt der Verein seine 29. Generalver- \ Sammlung ab. Nachdem Frau Irene Darnnstädter als j l. Vorsitzende den Abend eröffnet hatte, verlas Frl. Henny j Walleristein als Leiterin des Klubs den Tätigkeitsbericht des j vergangenen Jahres. Es war durchaus zu ersehen, das« trotz I der herrsehenden materiellen Not das geistige Niveau unj serer Arbeit nicht gelitten hat. Das beweisen der gute I Besuch der Heimabende und die rege Beteiligung der Mit- 9 i gilieder an den Kursen, den Arbeitsgemeinschaften, den j Vorträgen, den Führungen und Konzerten, sowie die Bej nützungunserer Bibliothek. Der körperlichen Ertüchtigung j dienten Gymnastik und Wanderungen. Die Pflege der Gej selligkeit wurde nicht vernachlässigt. Oefters wurden gej mütliche Abende veranstaltet und zu besonderen Gelegen- I heiten Theater gespielt. Die Handarbeitskurse waren derart \ überfüllt, dass die Anstellung einer neuen Lehrkraft drinj gend gewünscht wurde. Im weiteren Verlauf der G.-V. j wurde der >neue Vorstand gewählt, und statt ides sonst üblidien Vortrages entwickelte sich unter Leitung von Frl.! Bertha Pappenheini eine Aussprache über die Not der heu-! tigen Jugend. Diese Aussprache erschien einigen Mitgliedern so wertvoll, dass sie sie an anderen Abenden fortzusetzen j wünschten. Nachdem Frau Clem Cramer den Kassenbericht 1 verlesen hatte, wunden die Vorschläge für die Arbeit im neuen Vereinsjahr besprochen und diesbezügliche Beschlüsse gefasst. Unsere Arbeit nach den Ferien soll mit einem Vorj tragsabend beginnen, an dem Frl. Bertha Pappenheim einen j Bericht über ihre Russlandreise geben wird. j Jugenddienst. _ | Die Zentralstelle Jugenddienst (nachgehende Fürsorge) | des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. will allen! alleinstehenden Jugendlichen eine beratende i Helferin zur Seite stellen. Anfragen und Mitteilungen an j die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Langestrasse 3, tragen j zur Erreidiung dieses Zieles bei. i Jüdischer Jugendbund. j In der Gen e r a 1 - V e r s a m m 1 u n g am I. Juli wurde! berichtet, das« der Verein sich weiter gut entwickelt hat. Es fanden . insgesamt 154 Veranstaltungen statt, die von! 5709 Personen besucht wurden. Das Hauptgewicht wurde j auch im vergangenen Jahre auf unsere Mittwoch-Abende gelegt, an denen bedeutsame Heferate von verschiedenen j Rednern erstattet wurden. Ausser einem englischen Zirkel i fand ein literarischer Zirkel, statt, der von den Mitgliedern sehr rege besucht wurde: neben Klassikern wurde audi das moderne Drama, insbesondere Werke neuerer jüdischer! Dichter gelesen. Die aus über 100 Bänden bestehende Biblioj thek, die von den Mitgliedern sehr rege benutzt wurde, I verwaltete in 'dankenswerter Weise Frl. Lina Rosenthal. Infolge der wirtschaftlichen Lage mussten die Mitgliedsbeii träge erheblich herabgesetzt werden, wodurch ein kleines \ Defizit entstanden ist. Die Beteiligung an den Wanderlingen, i insbesondere an der zweitägigen Pfingstfahrt, war gut. Der i J. Vorsitzende, Herr Hellmuth Strauss, der einen kurzen j Ueberblick über das vorgesehene W i n t e r p r o g r a m m j gab, sieht eine Zyklus-Veranstaltung „Jugend in Not" vor, ferner eine Arbeitsgemeinschaft „Deutschtum und Judenj tum", "weiteren Ausbau des literarischen Zirkels und der ,' musikalischen Abende. Die V o r s t a n d s w a h l. ergab: i i Hellmuth Strauss (1. Vors.), Sidney Dillenberg (2. Vors.), Walfgang .Bisenheimer (1. Schrift!'.), Frl. Leni Rosenthal I (2. Schriftf.), Otto Sichel (I. Kassierer), Frl. Erna Rosenthal (2. Kassierer). Leiter des geistigen Ausschusses: Hellmuth Strauss. Leiter des Werbe- und Geselligkeit«-Ausschusses: Kurt Adler. Der .Jüdische Jugendbund" erstrebt eine Zusammenfassung jüdischer Jugend jeder Tendenz unter absoluter-Toleranz ihrer innerjüdischen Richtung zu einem geeinten sclbstbcwusslen Judentum. ACHTUNG! Der jüdische Arbeitsnachweis ist zu erreichen unier Ruf: 26162 und 28248 Wir bitten, diese Nummern aufzunotieren, da sie nicht im Telefonbuch stehen. Unser Büro ist täglich von 8—7 Uhr geöffnet. Melden Sie uns bitte jede vorkommende Dauer- und Gelegenheitsarbeit. Für prompteste Ausführung durch Fach- und Hilfsarbeiter, sowie Kaufleute aller Art wird garantiert. Unsere Berufsberatung ist bis t. September 1931 geschlossen. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. Y. LangestraBe 30 pt. (Männlicher Arbeitsnachweis) Jüdische Lethkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung beiludet sidi Eschersheimer Landstrasse 29, l. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mässigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Verschollen. Jizchak Schmidt aus Secureni, Bez. Hotdn, Rumänien, 26 Jahre alt. Mittelgrösse, dunkelblond, aus Brasilien, anscheinend geisteskrank, im April 1931 nach Bremen in Begleitung eines Herrn Ephraim Wenger zurückgekehrt. Nachricht erbeten an Rabbiner Dr. E. Münk, Berlin, Artilleriestrasse 31. Preussischer Landesverband jüdischer Gemeinden W i r t s c h a F t s f r a g e n. Die w i r t s e Ii a f t 1 i c I; e X o t I a g e . von der immer weitere Kreise der jüdischen Bevölkerung Deutschlands erfassi werden, beschäftigt bereits seit kingem die massgeblichen Instanzen des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Xeuer.din.gs ist ein besonderes Dezernat für die sozial-wirtschaftlichen Fragen geschaffen worden, dem ein Sonderaussehuss für Wirtschaftsfragen beigeordnet ist. Dieser trat am 6. Juli 1931 zu einer ersten Sitzung unter dem Vorsitz dis Herrn Bruno Woyda-ßerlin zusammen. Einleitend betonte-der Vorsitzende, dass es nicht die Aufgabe des Ausschusses sei, theoretische Erörterungen anzustellen, sondern praktische Hilf inassiiahmen im Interesse der deutschen Judenheit durchzuführen. Aus diesem Grunde sol-