Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-08-01 · 12 (8.1931) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
12 (8.1931)
Date
1931-08-01
Page
Seite 377 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3094266-3094360-3094372--2909-3097664
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

m (Fortsetzung von Seite 376.) enthält die behaglich eingerichteten Wohnzimmer der Schwestern, einen Speisesaal, Gesellschaf tsraume, eine wunderbare Terrasse, Halle, Unterrichtsräume, Sitzungszimmer, Büro usw. Das Haus ist von einem schönen Garten umgeben und bietet eine herrliche Aussicht auf das Gebirge und die Mainebene. Selbstverständlich sind allen Erfordernissen neuester Hygiene weitgehendst Rechnung getragen; Luft, Licht, Bäder. Duschen, iiiessendes Wasser, viele Veranden, Zentralheizung machen den Bewohnern des Hauses den Aufenthalt lieb und angenehm. Terrasse Neben den Persönlichkeiten, die durch reichliche Mittel den Verein unterstützen und den Bau des Hauses ermöglichten, fanden sich glücklicherweise Männer aus dem Aerztestand, die ihr Bestes gaben, um Ausbildung und Leistungsfähigkeit der Schwesternschaft auf die grösstmögliche Höhe zu bringen. Ausser dein schon erwähnten, unvergessliehen Dr. Simon Kirchheim sei an dieser Stelle in Dankbarkeit des vorbildlichen Arztes und Lehrers Dr. Deutsch gedacht und unseres noch heute im Vorstand tätigen Freundes und Förderers Sanitätsrat Dr. Alfred G ü n z b u r g. Leider hat der Verein schwer unter den schlimmen Zeit- Verhältnissen zu klagen. Nicht nur, dass das früher sehr grosse Vermögen, dessen Zinsen den alten Schwestern Aufenthaltsraum einen ruhigen, sorglosen Lebensabend gewähren sollte, der Inflation fast ganz zum Opfer fiel, auch die ehedem reichlich fliessenden Spenden und regelmässigen Beiträge haben sich stark vermindert. Der Verein hat viel Sorgen und sieht sich kaum mehr in der Lage, für seine dienstunfähig gewordenen Schwestern in ausreichendem Masse aufzukommen. Es wäre sehr zu begrüssen, wenn unsere jüdischen Mitbürger dem segensreich wirkenden Verein, der so oft in Not und Krankheit geholfen hat, in grosser Zahl als Mitglieder beitreten würden und dadurch helfen wollten, dass der Verein wieder auf eine sichere finanzielle Grundlage käme, sodass wir ohne Angst in die Zukunft blicken könnten und seine Existenz, um die es uns bange ist, gesichert wüssten. Neuerdings nimmt der Verein in seinem Hause eine beschränkte Anzahl Damen auf, die bei streng ritueller Verpflegung vorzügliche Unterkunft finden. Essen und Wohnen werden sehr gelobt, der Preis ist mässig. Diese Einrichtung hat viel Anklang gefunden, sodass nur noch für einige Damen Platz vorhanden ist. Wir schliessen diesen Bericht, der den Zweck haben soll, in weitesten Kreisen der jüdischen Bürgerschaft Interesse für den Verein für Jüdische Krankenpflegerinnen zu erwecken mit dem Ausdruck herzlichsten Dankes an alle diejenigen, die unsere Arbeit erleichtert und uns Gutes erwiesen haben. An den Dank knüpfen wir die Bitte um weitere Hilfe. Emil Carl Oppenheimer. Am Ende des fünften Buches. Seit nunmehr zwölf Jahren liest eine kleine Gemeinschaft die fünf B ü eher der Schrift. Sie ist in diesen Tagen damit zu Ende .gekommen. Nicht die Ausdauer allein, mit der ihr Leiter Dr. Eduard Strauss und ihre Teilnehmer das Begonnene durchführen, ist beachtlich, sondern die Art und Weise, wie gelesen, man könnte sagen, gelernt wird, und dass dies auf Grundlage des deutschen Textes geschah, ist beachtenswert. Der Anfang dieser Betätigung ruht in einer Zeit, die eine solche Lektüre wenigstens mit deutschem Text kritisch angefasst hätte, die nach der Schule eines Wellhausen etwa den Text zergliedert und analysiert, Gedankengänge in ihn hineingetragen hätte, die er nicht enthält. So waren in den ersten Jahren der Tätigkeit, die mit dem wissenschaftlichen Text von Kautzsch-Weizsäcker arbeitete, teils heftige Kämpfe .gegen solche Betrachtungsweise zu führen. Doch dieses wurde überwunden. Heute gehen wir vom gegebenen Wort aus, nehmen es als feststehende Tatsache und kommen so zum Wirklichkeitsgehalt der Schrift aus dem Wortsinn. Als Franz Rosenzweig nach Frankfurt kam, fand er diese Betätigung bereits vor, die dem Wirkungsgebiet seines Lehrhaiuses vorgearbeitet hatte. Er wurde ein begeisterter Teilnehmer, bis ihn seine schwere Erkrankung davon zurückhielt, und auch dann noch Hess er sich von der Tätigkeit regelmässig berichten. Er war es auch, der uns veranlasste, den volkstümlichsten, in der Sprache besten deutschen Text, die Lutherbibel zu lesen, „Mir ging es genau so. Heute freue ich mich aber herzlich, daß ich endlich zur Thompson- Methode übergegangen bin. Ich setze abends in Dr. Thompson's Seifenpulver Marke Schwan ein, koche morgens ein Viertelstündchen in Ozonil und schon ist alles erledigt. Habe ich fleckige Wäsche oder will ich bleichen, setze ich dem ersten Ausspülwasser ein Paket Seifix zu, das kostet nur 15 Pfg. Ich habe stets eine ausgezeichnete schriee-' weiße Wäsche, and ich brau Ohe mich nicht aiehr dafür zu quälen.*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.