Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 11 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Svatäfutttv 3fradWfcf)cs &tmtinbtM<*U Qtmitttbe» i&vgan btt&fvatüüfäen (Scmtinbt Das Gemeindeblatl erscheint monatlich und wird den Gemeindemitgliedern unentgeltlich durch die Post zugestellt. Preis der Einzelnummer 50 Pfg. — Anzeigen nach Tarif. Schriftleitung und Anzeigenverwaltung,' Gemeindehaus, Fahrgasse 14 6. Fernsprecher : Sammelnummer Hansa 27544. Postscheckkonto : Frankfurt a. M. 33521 9. Jahrgang Frankfurt a. M., Juli 1931 Nr. 11 Die Schriftleitung übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblatts nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Erlaubnis gestattet. Natursdiau im Buch Hiob (W. Schwarz) . Fleischnahrung, Schächten und Tierschutz (H. Schlesinger)...... Tammus-Aw (J. Diament) .... Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands . Aus der Gemeindevertretung .... Jüdische Chronik....... Aus dem Inhalt 337 340 340 343 344 346 Persönliche Nachrichten Anstalten und Vereine Literarische Rundschau Veränderungen im Personenstand Gottesdienstlicher Anzeiger Statistische Uebersicht Beilage „Jugend und Gemeinde" . 348 349 356 357 358 360 1—4 Es sind mir aus Anlass meines siebzigsten Geburtstages von den verschiedensten Seiten: Gemeinden, Vereinen, Institutionen und Persönlichkeiten, auch, auswärtigen, vor allem aber von den Mitgliedern meiner geliebten Frankfurter Gemeinde und insbesondere ihren Fuhrern anerkennende Worte und gute Wünsche gewidmet worden. Ich bin gänzlich ausser Stande, jedem einzelnen zu erwidern, und bitte deshalb herzlich, meinen aufrichtigen innigen Dank für alle die Liebe und Güte, die mir zuteil geworden, und die Versicherung entgegen zu nehmen, dass ich mich weiter bemühen werde, dieser Liebe, Güte und Anerkennung mich würdig zu erweisen. Justizrat Dr. J. Blau Jugend b eilage In dieser Ausgabe erscheint zum ersten Mal und versuchsweise eine Beilage „Jugend und Gemeinde", die von der Jugendkommission der Gemeinde herausgegeben wird; sie hat eine eigene Schriftleitung, die im Einvernehmen mit der Schriftleitung des Gemeindeblatts den Inhalt bestimmt. Die Beilage soll sich,.mit allen die Jugend bewegenden Fragen befassen und Gelegenheit zu freier Aussprache bieten. Für den Inhalt sämtlicher Beiträge tragen wie beim Gemeindeblatt die Verfasser die alleinige Verantwortung; die geäusserten Ansichten sind also nicht etwa als Aeusserungen der Gemeindeverwaltung aufzufassen. Die Schriftleitung des Gemeindeblatts. Naturschau im Buch Hiob Von Dr. Walter Schwarz Der nachstehende Aufsatz ist ein bemerkenswerter Beitrag zur Deutung des Buches Hiob und wirft auf das uralte Problem der Herkunft des Verfassers dieses biblischen Buches mit den Methoden der botanischen Wissenschaft neues Licht. Schriftleitung. Unter allen biblischen Schriften ist das Buch Hiob das eigenartigste. Seltsam in Stil und Diktion, eigenartig in Dialektik und Inhalt, erhaben schön in Schilderung und Erfassung der Natur steht es als gerundetes Ganzes, als klare Einheit den übrigen Büchern der Bibel gegenüber. Dunkel liegt über Verfasser, Abfassungszeit und Ort des Buches. Und so ist seit den talmudischen Zeiten die Diskussion über das Buch Hiob nicht abgerissen. Viel Schönes und Hässliches, viel Kluges und Törichtes ist gesagt worden — eines blieb immer gleich: die dem Buche innewohnende Kraft, die Geister zu bannen. Schwarz zum 70. Geburtstag. Einheitlich vom ersten bis zum letzten Buchstaben drückt sich diese Einheit auch in der Naturanschauung des Verfassers aus. Klare, tiefe Einsicht in die Naturvorgänge liegt jedem Vers zu Grunde, der von Dingea der Natur handelt. Im Hiob wird auf zweierlei Art die Natur Objekt der Dichtung. Einmal im Gleichnis und einmal in der Naturschau. Vorbedingung zur präzisen Formulierung des Naturgleichnisses ist eine tiefe Kenntnis der Natur und ihres Geschehens. Grade diese Einsicht muss der Dichter des Hiob im höchsten Masse besessen haben; denn seine Naturgleichnisse sind nicht nur von hinreissender Schönheit, sie sind auch von einer straffen Wahrheit. Sie ruhen auf richtiger scharfer Beobachtung, die der kritischen wissenschaftlichen Prüfung standhält. Doch wird nicht nur gleichnishaft an dieser und jener Stelle von der Natur gesprochen, das ganze Werk mündet in eine übermächtige, visionäre Naturschau. (Kap. 38: Und es antwortete der Ewige dem Hiob aus dem Sturme und sprach:.....) Hier offenbart sich die ganze Grösse des