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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-06-01 · 10 (6.1931) · p. Seite 325

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
10 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 325 (sequence 15)
Language
German
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325 Fundsachen. Lfd. Nr. i Gegenstand Gefunden 1 wo 1 wann 1 2 Kindergeldtäschchen mit RM 1.17 Inhalt Friedhof Rat Beilstr. 1926 2 1 Halsband, schwarzer Samt 18. 7. 29. 5 1 Herrenuhranhängsel, 800 Silber 24. 2. 30. 4 1 gr. Brosche ,, 20. 7. 30. 5 1 Brosche, Schleifenform Friedh. Eckenh. Landstr. 24. 7. 30. 6 1 Salzlöffelchen Synag. Börnepl. Beim Kaschern Pessach 1930 7 1 silb. Uhrengehäuse f. Armbanduhr Friedhof Rat Beilstr. 12. 4. 31. 8 1 Touristenstock mit Pla¬ Friedh. Eckenh. kette von Heidelberg Landstr. 19. 4. 31. 9 1 Haarkämmchen 1 Die Gegenstände können gegen entsprechenden Ausweis im Gemeindehaus, Zimmer 37, abgeholt werden. Soeben erschien: Dr. Josef Unna Statistik der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1866 Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Gemeinde 78 S. brosdi. RM. 3 — Sdiluss der amtlichen Anzeigen. Jüdische Chronik Deutschland Bad Nauheim. Im Israelitischen Frauenheim wurde vor einigen Tagen ein schwerer Raubüberfall verübt; der Täter ist verhaftet. — Berlin. Der Ausschuss für die Ausschmückung des Reichstages beschloss, die von der Fraktion der Deutschen Staatspartei gestiftete Büste des Schöpfers der neuen Reiehsvcrfassung H u g o P r e u s s im Reichstagsgebäude aufzustellen. — Der kürzlich verstorbene und in Frankfurt a. M. beigesetzte Vertreter der alten Geschichte an der Berliner Universität, Professor Dr. Hermann Dessau, war das einzige jüdische korrespondierende Mitglied der Päpstlichen archäologischen Akademie zu Rom. — Am 5. V. wurde der unter dem Pseudonym „Mynona" bekannte philosophische Schriftsteller S. Fried lande r! 60 Jahre alt. — Breslau. Linter der Flagge e,"Nationalsoziaj lismus — Judentum — Vaterland" veranstaltete die Ortsj gruppe Breslau des „Centralvereins deutscher Staatsbürj ger jüdischen Glaubens'" eine von einer grossen Anzahl führender christlicher Persönlichkeiten besuchte Versammlung. — Frankfurt a. M. Der dänische Minister Georg Cohn, Leiter der Rechtsabteilung des Aussenministeriums, i hat an der Frankfurter Universität sein Doktorexamen bej standen. Seine Dissertation trägt den Titel „Kriegsverhü-! tung und Schuldfrage". — Hamburg. Im Alter von 74 Jahj ren verschied Senator Carl Cohn, der frühere Präsident der Finanzdeputation des Hamburger Magistrats, j einer der verdienstvollsten Führer der Hamburger Demoj kraten. — Am 29. IV. wurde der bekannte Psychologe Professor Dr. William Stern, der Vertreter der Philoso- : phie an der Hamburger Universität, 60 Jahre alt. Stern ist ein Enkel des früheren Direktor des „Philanthropin" Sigismund Stern. — Karlsruhe. Der badische Landtag lehnte in seiner letzten Sitzung den nationalsozialistischen An- '■ trag auf Erlass eines Schächtverbots ab. — München. "In : einer Versammlung der „Nationalsozialistischen Deutschen! Arbeiterpartei*' hielt .Prinz August Wilhelm von Preussen, \ ein Sohn des früheren Kaisers, eine antisemitische Rede. — Plauen. Der nationalsozialistische Antrag auf Erlass eines \ Schächtverbotes wurde abgelehnt. — Zwickau. Der Magistrat der Stadt Zwickau beschloss, das von den Nationalsozialisten beantragte Schächtverbot aufzuheben. I Ausland Europa Oesterreich-Ungarn. Baden. Im Alter von 74 Jahren verschied der frühere Chefredakteur der Amtlichen .Vach richtenstelle, Hof rat Dr. Maximilian Schilf. — Budapest. Der infolge des grossen Elends innerhalb der jüdischen Gemeinde herrschende Geldmangel verursachte die Auflösung einiger jüdischer Unterrichtsanstalten und Vvohlfahrtseinrichtungen. — Wien. Im Jahre 1930 wurde die Wiener Universität von 12 006 Studenten besucht, von denen 2287 Juden waren. — Zur Linderung der Not auf dem Gebiete der jüdischen Fürsorge beschloss die Zeutralkommission für jüdische Fürsorge im Verein mit sämtlichen I* ürsorgeräten die sofortige Einleitung' einer grosszügigen Sammeltätigkeit, — Professor Dr. S i g in u n d E r e u d , der Schöpfer der Psychoanalyse und Begründer der Lehre von der Psychologie des Trieblebens, beging am 6. V. seinen 73. Geburtstag. England. Manchester. In Anwesenheit des Staatssekretärs für die Kolonien sowie zahlreicher hervorragender jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten wurde der Grundstein zu einem Erweiterungsbau des jüdischen Viktoria-Spitals gelegt, der den Namen des verstorbeneu jüdischen Philanthropen Bernhard Baron tragen soll. Obwohl 90% des Betriebskapitals von jüdischer Seite zur Verfügung gestellt worden ist, sind doch 60% der Insassen des Spitals Nicht juden. Nieder lan de. Amsterdam. In den P r o v i n z i a 1 r a t von Nordholland wurden 10 Juden gewählt. — Der jüdische Staatsrat J. Limburg wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Ausgestaltung des Waserweges /.wischen Amsterdam und dein Rhein zum Grossoffizier des Ordens Orange Nassau"* ernannt. — Das von der holländischen Regierung eingesetzte Studienkomitee für K a 1 e n d e r r eform hat sich gegen die Einführung eines Blankotages sowie eines -13. Monats ausgesprochen. Polen. Warschau. Einen Rückgang der jüdischen Bevölkerung ergibt die nachstehende Lebersicht. Jahr Gesamtbevölkerung Juden 1917 837 234 * 343 263 (41,0%) 1920 945 155 327 023 (34,6%) L925 992 450 322 546 (52,5%) 1928 1 049S10 319 142(30,4%) — Nach neuesten Angaben gibt es im polnischen Heer 10 000 jüdische Soldaten und 57 jüdische Offiziere. Tschechoslowakei. Im Jahre 1930 wohnten in Böhmen 76 348 Juden. — Der jüdische Obergeriehlsrat Dr. Th. Nussbaum wurde von der tschechoslowakischen Regierung zum Mitglied des Staatsgerichtshofes ernannt. Spanien. Drei Mitglieder der neuen spanischen Regierung, und zwar der Ministerpräsident Alcala Zamora, der Innenminister Miguel Maura und der Justizminister Fernando-de-los-Rios, sind Abkömmlinge von M a r a n n e n. — In Madrid wurde kürzlich zum ersten Mal wieder seit der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492 eine Synagoge eröffnet. Der Magistrat stellte .ferner der neuen jüdischen Gemeinde ein Grundstück für einen Friedhof zur Verfügung. Amerika Havanna. Im Jahre 1930 sind 1574 Juden in Cuba eingewandert. — New York. Im Alter von 72 Jahre verstarb der Schauspieldichter und Theaterleiter David B e l a s e o, der Nestor des amerikanischen Theaters. — Der kürzlich verstorbene Morton Meinhard, 1 lauptiuhaher einer der grössten Textilfinnen New Yorks, hat in seinem Testament eine Million Dollar für jüdische Wohlfahrtszwecke vermacht. — Felix M. W a r b u r g, Präsident des „American Joint Distribution Committee". spendete; den Betrag von 50 000 Dollar für die Kampagne des ..Joint" zur Aufbringung von Der Fausfgarfen ist geöffnet u.bietei den idealsten Aufenthalt im Freien zu jeder Tageszeit. Gepflegte Küche Täglich von 4 Uhr an Künstler-Konzerte •■ Kaffee, Eis und Eisgetränke. Der einzigartige Dachgarten im 1. St. Fritj Arno Dippmann

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