Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 9 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 291 (sequence 13)
- Language
- German
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291 lud der alte Baron nach der Bockenheimer Chaussee zu Freitag Abend viele Leute vom Büro ein. Gustav Cassel war einer der Beliebtesten. Die Krebbelzeitung von Stoltze war eine Lieblingslektüre und dem Herausgeber wurde mancher Hundertguldenschein in die Rippen gestossen. Baron Amschel verstand die Menschen in ihrer Individualität. Mein Vater war einer der damaligen Leiter der Talmud Thoraschule und von Quaita war Dezernent und letzte Instanz über den Senat hinweg. Er hatte ein Anliegen und sagte es an Anselm von Rothschild, der ihm erwiderte: „Geh nur in Ruhe, lieber Mosche, ich besorge Dir alles und von Quaita empfängt Dich. Er sprach bei Quaita vor und sagte ihm: „Herr Mainz, ein glaubenstreuer Bruder mit etwas älteren Ansichten, hat ein Anliegen an Sie, empfangen Sie ihn freundlichst. Sie wissen ja ab und zuzugeben." So geschah es. Mein Vater kehrte sehr zufrieden zu ' Rothschild zurück und noch ehe er sich setzte, sagte Amschel: „No, wie bist Du empfangen worden?" Er hatte die grösste Kunst mit allerlei Staatsmännern umzugehen und Börne bemerkt bei einer Differenz von 8 Millionen Gulden beim Verkauf französischer Renten „Durch gegenseitig Entgegenkommen wurde alles ausgeglichen." Seine Charakterzüge waren die eines echten Juden. ,.>rinöti?1 Wlö'tP hat mich der Himmel erfreut, so will ich Andere erfreuen." Dies hielt er ein, borgte Leuten Geld und Devisenbeträge auf 10 Tage, so däss dieselben zweimal umsetzen konnten. Und dennoch kam er selten um Etwas. Besonders bevorzugt war bei ihm Salmon Bass mit dem Klumpfuss, indem er sagte: „Der läuft mir nicht davon." Aber auch die Inhaber von Gebr. Bass haben ihm viel zu verdanken. — Ging er zur Synagoge, so nahm er immer eine Rolle von fl. 10.— 6 Kreuzer-Stücke in seine Hand, Hess solche teilweise hinter sich fallen, sodass ein ganzer Schwärm sich ihm anhängte. Seine Mutter holte er mit seinem Landjäger fast täglich mit Wagen ab, machte ihr bequem Sitz und sagte: „unter Pari 100% darf sie v't£M nicht nehmen. 5%% Frankfurter stehen auch pari": — Ich war noch viel zu jung um alles Schöne und Gute von diesem Mann zu hegreifen und Einzelheiten aufzufassen ... Bekannt sind ja seine Worte bei Eröffnung der Generalversammlung der Taunusbahn: „Meine Herren, zu prangen haben wir nichts." Auf Jacob (James) hielt er am Meisten. „Mein Jankewche ist grosser Chochom". Seine Stiftung von fl, 1.200.00.— 5K% Frankfurter wirkt heute noch segensreich. Wie oft wurde beim Tode von Empfängern Säcke , mit Wochenrathen von fl. 2.— gefunden, die als Nothpfennig zurückgelegt waren. Denn zu damaliger Zeit gab es wenig Noth, da der Gassenzettel knapp 36 Familien aufwies. Mit ihm ist ein Stück Alt-Frankfurt ciahingegangen. Ein alter Thaler eingeschmolzen. Die neue Generation war anders geartet, daher der Verfall der Familie. Geld und Rang haben keinen Bestand. Nur TlöJ?n □<?1#'? 'n Hüft? Mit Hochachtung 25. Januar 1931 Isaac M. Mainz. Elbeo Weltbekannt durch seine Güte Führend in der Mode Führend in der Qualität Führend in der Preissenkung Damenstrümpfe Xi herabgesetzt von 3.50 auf 2.95 Alpha herabgesetzt von 4.50 auf 3.90 Juwel herabgesetzt von 4.50 auf 3.90 Besuchen Sie bitte meine Spezialabteilung Goethestrasse 7 Bergerstrasse 181 Hasengasse 2 Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Sonderausstellung im Museum jüdischer Altertümer. ' Vom 1. bis 25. Mai wird im Museum eine Ausstellung der ältesten Frankfurter hebräischen Drucke bis 1700 veranstaltet unter besonderer Berücksichtigung der künstlerischen Ausstattung der Bücher. Die abwechslungsreichen Titelblätter, Vignetten und Zierleisten verdienen eine besondere Beachtung. Anmeldung von Trauungen. Jede Trauung muss, wenn sie von einem Gemeinderabbiner vollzogen werden soll, mindestens zwei Wochen vor dem Termin im Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, unter Vorlegung der standesamtlichen Papiere und unter Angabe der Zeit und des Ortes der Feier angemeldet werden. Anmeldung von Barmizwa-Knaben. Die Anmeldung für den Barmizwa-Unterricht geschieht für die Gemeindesynagogen im G e m e i n d e b ü r o, Fahrgässe 146, Zimmer 37. Die Anmeldung soll mindestens f ü n f M o na t e vor der Feier erfolgen; bei geringen Vorkenntnissen ist ihr Anmeldung schon 6 Monate vorher ratsam. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes. Meldung von Sterbefällen. Bei vorkommenden S t e r b e fällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr. Zeppelin Sammelnummer 52041), erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanz u n g der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jahrweise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstr. 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitgileder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das . Verka<ufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestes Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstrasse werden laut Gemeindebeschluss alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamts der Gemeinde ausgeführt. Gesangskräfte gesucht. Für den liberalen Filialgottesdienst im Philantbropin werden zu den kommenden hohen Feiertagen musikalisch gebildete Damen und Herren gesucht. Meldungen an den Chorleiter, Herrn Kapellmeister Mor. Meier, Sömmeringstrasse 101. erbeten.