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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-04-01 · 8 (4.1931) · p. Seite 445

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
8 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 445 (sequence 23)
Language
German
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265 Druckschriften mit Beschimpfungen der Juden feilbot, durch Zurufe beleidigt haben sollte. Während in der zweiten Instanz der jüdische Angeklagte zu einer geringfügigen Geldstrafe verurteilt worden war, wurde er in der Revisionsinstanz mit der Begründung freigesprochen, dass sogenannte Ehren not wehr vorliege. Von der Universität. Professor Dr. Martin Buber, der bisher mit der Abhaltung von Vorlesungen über jüdische Religionswissenschaft und jüdische Ethik an der Universität Frankfurt a. M. beauftragt war, hat nunmehr einen Lehrauftrag für Religionswissenschaft erhalten. Gedenkfeier für Lehrer Unna. Am 1. März fand in der „Kippestub" eine stark besuchte Gedenkfeier für den heimgegangenen geistigen Führer der sich um dieses Bethaus gruppierenden kleinen Gemeinde statt. Im Mittelpunkt der eindrucksvollen Feier stand die von dem Sohn des Heimgegangenen. Rabbiner Dr. Josef Unna, gehaltene Gedenkrede, sowie eine Ansprache des Herrn Dr. Felix Kauffmann Für den Vorstand der Krankenkassen. Ausserdem sprachen die Herren Rechtsanwalt Dr. Adler >und Robert Strauss. Die Feier schloss mit einem von Herrn Rabbiner Donath vorgetragenen Gebet. Sulamith als Oper. Im grossen Saal des Volksbildungsheims fand am 8. März die mit Spannung erwartete Uraufführung der Volksoper „Sulamith" von Leo Rosenblüth statt. Die auf einer talmudischen Legende aufgebaute Handlung, in deren Mittelpunkt der Königssohn Absalom steht, konnte sehr wohl den Text zu einer Volksoper abgeben, aber der Entdecker dieses Stoffes, Abraham Goldfaden (1840—190S) stand in zu engem Kontakt mit den jüdisdien Massen, um nicht zu wissen, dass man mit den Mitteln der Volkskunst nicht die Absiditen der grossen Oper zu verwirklichen vermag. So waren denn seine eigenen Werke, die jahrzehntelang die ostjüdische Bühne beherrschten, nichts anderes als Singspiele, in denen Dialog und volkstümlidve Gesänge, wie das berühmt gewordene „Rosinkes un Mandlen" abwechselten. Die Bearbeiter H. Frommer (Text) und L. Rosenblüth (Musik) haben sich von dieser gegebenen Grundlinie bewusst entfernt und .sich dabei naturgemäss von Einflüssen aller Art (bis zur Porzia) nicht fern gehalten. Es kann fraglich sein, ob nicht das ältere Singspiel auch heute nodi wirksamer wäre, sogar dort, wo die es naturhaft tragenden Massen nicht vorhanden sind. Die offenbar mit unendlicher Mühe vorbereitete Aufführung verdiente grösstes Lob. Der Komponist war sich selbst der beste Interpret, aber auch alle übrigen Mitwirkenden, das von Peter Ernst geleitete Orchester inbegriffen, waren mit Eifer und Hingabe bei der Sache, und da sie in dem dichtgefüllten Saal das denkbar aui'nahmewilligste Publikum vor sich hatten, ernteten sie alle stürmischen und wohlverdienten Beifall. AUFII ü F. Die herannahenden Pessach-Feiertage geben uns Veranlassung, uns an Ihr menschliches und jüdisches Empfinden mit der dringenden und herzlichen Bitte zu wenden: Helfen Sie uns. wenn Sie nicht wollen, dass die Not in dem Kreise unserer Hilfsbedürftigen, besonders des Mittelstandes, so zunimmt, dass die unglücklichen und zermürbten Menschen gezwungen sind, an sich und ihren Mitmenschen zu verzweifeln. Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. Julius Bloch, Rabbiner Dr. Jakob Uorooiti, Sanitätsrat Dr. Albert Ettlinger, Wolfgang Auerbach, Johanna Baer, Lulu Bloch-Neustadt, Moritz Bloch, Stephanie Forchheimer, Therese Freimann, Paula Frenkel, Heinrich Ger lieh,- Dir. Isaac Meyer, Paula Nassauer, Eli Posen, Max Tannenbaum, Daoicl Weill, Ella Werner, Julius Werner. Jüdische Arbeitsvermittlung. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. V. Langestrasse 30 pt. Telefon: H 26162 Infolge des grossen Andranges der Arbeitsuchenden werden folgende Sprechzeiten festgelegt: für gewerbliche und ungelernte Arbeitsuchende: Buchstaben: Tag: Zeit: A—L Montag Vi 9—10 Uhr L—Z Dienstag %9—VAi Uhr A-K Donnerstag 10— 12 Uhr L—Z Freit*»" 10— 12 Uhr für Kaufleute: Buchstaben: Tag: Zeit: A-L Montag Hl 1—12 Uhr M—Z Dienstag KU—12 Uhr A-L Donnerstag Vi 9—10 Uhr M—Z Freitag K9— VA\ Uhr Für Arbeitgeber ist unser Büro täglich von Vt9—7 Uhr geöffnet. Gardinen SpexialitSt: Anfertigung modern. Innen- Dekorationen, Siedlungsfenster Metallschienen und Holzleisten Dekorations*Stoffe in reichster Auswahl! Gardinen« w% ---* -____ Haus isam Dereger 29 Liebfrauenbercj 29 Aeltestes Frankfurter Gebäude- und Glasreinigungs-Institut und Erstes Mitteldeutsches Steinrenovierungs-Geschäit Abwaschen u. Reinigen von Häuser-Fassaden, Stein-Fassaden, auch mittels Sandgebläse, Wohnungsfenstern, Spiegelscheiben, Kronleuchtern. Wachsen und Oelen von Parkett- und Linoleum böden. 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