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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-04-01 · 8 (4.1931) · p. Seite 444

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
8 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 444 (sequence 22)
Language
German
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264 vom Roten Kreuz, des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, der studentischen Verbindung „Nassovia" und vieler Anderer, fand die äusserst stimmungsvolle Feier statt, die eröffnet wurde von dem Trauermarsch aus der „Eroica" von Beethoven, vorgetragen von dem Frankfurter Harmonie-Ordiester unter der bewährten Leitung des Kapellmeister Weimar. Der Vaterländische Gesangverein „Ehrenfeld"' trug das Lied „Morgenrot" vor. Dann folgte die zu Herzen gehende Auspradie des Herrn Rabbiner Dr. Salzberge r. Woran wir gedenken sollen, das sei nidit so sehr all das unsägliche Leid, das wir, Bekenner aller Religionen, die vier Jahre des Krieges hindurch zu trager» hatten, sondern sei vielmehr die Verbundenheit, die damals angesichts des ungeheuren Sterbens uns alle zu einem Volksbund zusammensdiloss. Heute sollten wir uns nidit nur auf dem Felde der Toten begegnen, sondern auch auf dem grossen Felde gemeinsamer Not und Sorge, gemeinsamen Ringens und Wirkens. Micht nur der Vergangenheit, sondern audi der Zukunft soll unser Gedenken gehören. Nach einem weiteren Gesang des „Ehreufeld" folgte das Kaddisdigebet, zu Ehren aller Gefallenen von Herrn Dr. Salzberger gesprodien. Hierauf wurde im Namen des Magistrats der Stadt ein Kranz niedergelegt. Stadtrat Dr. Schlotter gedadite in warmen Worten der Gefallenen jüdischen Glaubens. Der Volksbund Deutsehe Kriegsgräberfürsorge und die Kreiskriegerkameradschaft, das Reidisbanner, der Republikanische Reichsbund, der Verband der Kommunalbeamten und der Bund der Kriegsbeschädigten legten mit gedenkenden Worten Kranzspenden nieder. Zum Schluss spielte die Kapelle das Lied vom guten Kameraden, die Fahnen senkten sich zum letzten Gruss und mit Dankesworten des Vorsitzenden, Herrn Karl Adler schloss die schlichte aber eindrucksvolle Feier. Konservativ-jüdischer Gemeindeverein. Der Verein hatte am 7. März zu einer Versammlung in die Frankfurt-Loge eingeladen, zu der etwa 1200 Zuhörer erschienen waren. Nadi den Begrüssungsworten des Herrn Reditsanwalt Dr. Schönberg sprach Herr Genieinderabbiner Dr. Hoffraann über den „Kampf gegen die E i n h ei t s g e m e i nd e". Die umfassenden Darlegungen des Redners gingen davon aus, dass es eine Austrittsbewegung in Deutsdiland nicht mehr gebe, ebensowenig eine Bewegung gegen den Austritt. In dieser Frage seien neue Gesiditspunkte nidit mehr zu erwarten, denn eine einwandfreie halaehisdie Begründung für den Austritt sei nicht erbradit worden, und es handle sich also nur noch um eine Frage der Taktik. Die Einheitsgemeinde beruhe auf der Einheit der jüdisdien Gemeinschaft, auf dem religiös-sittlichen Prinzip des ,',Arewut". Daher habe auch die Einheitsgemeinde nidit nur in Deutsdiland sidi durchgesetzt, sondern es gebe vor allem in den grossen jüdisdien Zentren des Ostens keine einzige Separatgemeinde. Nur in Ungarn, wo aber die gemeindeoolitischen Verhältnisse ganz anders liegen, habe man Separatgenieinden geschaffen, jedoch gebe es dort im Gegensatz zu Deutsdiland keine Gemeindeorthodoxie. Wenn auch die Zahl der Austrittsgemeinden minimal sei, dürfe diese zahlenmässige Sdiwäche nicht den Gradmesser ihrer Bewertung bilden. Man könne den Anhängern des Austritts, die aus ihrer TJeberzeugung heraus handeln. Aditung nidit versagen, wenn auch die in diesen Kreisen häufig anzutreffende SeJbstzufriedenheit und masslose Uebersdiätzung des Austrittsgedankens keineswegs angebradit sei. Dr. Hoffmann mahnte am Sdiluss seiner mit gespannter Aufmerksamkeit entgegengenommenen Ausführungen zur Einigkeit, zu gegenseitiger Achtung und zur freudigen Anerkennung alles dessen, was für die Verbreitung der Thora, für die Schaffung jüdisdier Werte und Werke geschieht. Diskussion über ein Zeitproblem. Am 18. April d. J. 20 V£ Uhr findet im grossen Saal der Frankfurt-Loge die Vorführung einer fiktiven Gerichtsverhandlung statt, betitelt „Die jüdische Angestellt e". Es kommen zu Wort: Parteivertreter, Vertreter der Gewerksdiaft, Sachverständige, Riditer, Zeugen. Folgende Herren haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt: Ernst Kahn, Leopold Merzbadi, Lothar Bauer, Dr. Moser, Reditsanwalt Dr. Nawratzki, Dr. Miliner, Reditsanwalt Pinkus, Dr. Pomeranz, Studienreferendar Winter, Gerichtsreferendar Georg Guthmann, Max Federlein und Frau Sternfeld-Jacoby. Wir haben die Form der Geriditsverhandlung gewählt, weil sie eine eingehende und durchgreifende Behandlung dieses Themas ermöglidit. Wir erwarten als Gäste alle jüdisdien Menschen, die für diese wichtige Zeitfrage Interesse haben. Gesellschaft für jüdische Volksbildung, Schule der jüdischen Jugend. Eine grundsätzliche Entscheidung. Von der Ortsgruppe des C.-V. wird auf eine kürzlich ergangene Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. hingewiesen, die gerade jetzt besonders bemerkenswert' ist. Ein jüdischer Einwohner einer benachbarten Kreisstadt war wegen Beleidigung angeklagt, weil er einen nationalsozialistischen Zeitungsverkäufer, der Schenken Sie zum FEST Ihren Freunden ein JAHRES- ABONNEMENT Familienkarte RM 25.-,Einzell<arteRM13.-/Aknonäred.Hälfte Gültig bis 31. März 1932. Antrag an den Eingangskassen. —PALM EN GARTEN— Ihr Heim braucht HGUC TAPETEN! Preiswerte moderne TAPETEN m. passenden DEKORATIONSSTOFFEN LINOLEUM Wir schicken unsere Musterkarle unverbindl. ins Haus A. GUTHEIM Rofjmarkt 25 Tel. Hansa 25141 Grosser OSTERVERKAUF mit ganz kleinen Oster-Preisen in allen Abteilungen SCHNEIDER Das] neuzeitliche grosse Kaufhaus ZEIL, ECKE STIFTSTRASSE LIndou-Frlsler-Salon A. OSTERMANN Spez. Dauerwellen, Neuestes Susfem Färben u. Wasserwellen Spez Bubikopfschneiden UNTERLINDAU 78 FERNRUF MAINGAU 73038

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