Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 7 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 230 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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230 tenleitungen eingesetzt, nämlidi eine Turn-, Fussball- und eine Damensparte. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: Arnold Miodowsky, Sam. Oppenheimer, Ernst Erbesfeld, Arnold Kiesel, Regine Simon. Max Rochwerg und Monek Klausner. Vortrag über „Jüdische Musik". Auf Einladung der „Gesellschaft für jüdische Volksbildung" sprach in Frankfurt a. M. der Dichter, Maler und Musiker Arno Nadel, einer der besten Kenner besonders der jüdischen Musik, über dieses Thema. Von der altjüdischen Tempelmusik ausgehend gab Nadel eine kurze Entwicklungsgeschichte der synagogalen Musik, wobei er deren Einflüsse auf die christliche Liturgie hervorhob. Bis zu Beginn des Mittelalters habe sich die Synagogenmusik stabil erhalten und in den Bahnen der Tradition bewegt; erst das Eindringen freierer Anschauungen habe eine Verweltlichung der jüdischen Musik verursacht, gegen die kein Geringerer als Maiinonides sich gewandt habe. Im Laufe der Zeit nahmen die Juden audi aktiv am Musikleben der Umwelt teil; sie traten sowohl als ausübende Künstler wie als Komponisten hervor. Unter diesen ist der bedeutendste Salomo de Rossi, auch Salomo Ebreo genannt, der von 1587—1628 als Kapellmeister am Hofe zu Mantua wirkte. Doch erst die Emanzipation der Juden im 19. Jahrhundert hat zu einer Neuorganisierung der jüdischen geistlichen Musik geführt, für die Nadel, entsprechend dem rhythmisch-bewegten Charakter der jüdisch-orientalischen Poesie, verschiedene Grundzüge festgestellt hat. Noch erwähnt sei, dass Nadel seit Jahren mit einer Reihe anderer Musiker im Auftrage der Berliner jüdischen Gemeinde im Sinne einer Umgestaltung des musikalischen Teils unseres Gottesdienstes auf der Grundlage echter alter jüdicher Musik tätig ist. Operaufführung. Der Jüdische Männergesangverein „Hasomir", der gelegentlich, seines Konzertes im November vergangenen Jahres allgemeinen Beifall gefunden hat, hat sich eine neue künstlerische Aufgabe gestellt. „Sulamith", Schauspiel mit Liedern von A. Goldfaden, dst im Auftrage des genannten Vereins von dessen Dirigenten Leo Rosenblüth als durchgesungene Oper in 5 Aufzügen neu komponiert worden und wird in dieser Form am 8. März im grossen Saale des Volksbildungsheims uraufgeführt werden. An der Aufführung sind 70 Mitwirkende und ein grosses Orchester beteiligt. Puriniveranstaltung. Der ostjüdische Frauenverein „Esras Noschi m" hatte zu seiner Wohltätigkeitsveranstaltung am 1. März eine überaus grosse Anzahl von Gästen •um eine Vortragsfolge, ein Büffet und eine Tombola versammelt, die alle drei von gleich bunter Fülle waren. Besonderer Dank wurde den Künstlern Leonore Schwarz, Naumow-Fleischmann, Johanna Zadenadc und Trude Strauss (samt zwei kleinen Pawlowas), sowie der unermüdlichen Begleiterin Frau Lorsch-Morgenstern, dem Ansager Helmuth Gans und der Rednerin Frau Vogel gespendet. Die rege Beteiligung lässt hoffen, dass auch die Damen des Komitees und die von ihnen betreuten Hilfsbedürftigen auf ihre Kosten gekommen sind. Ausstellung Arthur Galliner. In den Räumen der Kunsthandlung Heinrich Trittler, Goethestrasse, zeigte während des Monats Februar Studienrat Dr. Arthur Galliner Proben seiner künstlerischen Tätigkeit aus den letzten Jahren. Vor wenigen Wochen war anlässlich der Kunstausstellung der Frankfurter Logen Gelegenheit gegeben, einige Arbeiten Galliners kennen zu lernen. Die Ausstellung bei Trittler breitete ein wesentlich umfangreicheres Werk aus und ermöglichte dadurch, die Eindrücke zu vertiefen. Der vielseitig tätige Dr. Galliner arbeitet auch auf verschiedenen Gebieten der Kunst. Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen geben ein Zeugnis von seinem Wunsch, sich mit Landschaft und Menschen auseinanderzusetzen. Den Landschaften kommt Galliner von der Seite der Koloristik nahe. Ihm ist der räumliche Eindruck ohne Zweifel weniger widitig, als die Fixierung farbiger Zustände. Die Aquarelle, Früdite seiner Reisen in die Alpen (1928) und nach Sizilien (1**29) geben eine deutliche Vorstellung von den Absiditen Gj Iiiners, die Umwelt auf ihre bunte Erscheinung hin festzuhalten. So spridit denn aus dem Verhältnis der meist zart zueinander abgewogenen. Farben der Stimmungsgehalt eines Landschaftsausschnittes. Der im allgemeinen mit weichen, fast lyrisdien Farbtönen schaffende Maler greift manchmal zu entschiedenen Kontrasten, wie bei dem -Bild „Immenstadt". Festdichtungen und Emstud erungen Alice Kassel Piatenstraße 59 I. :: Telefon 94123 Vnn| J. & H. 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