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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-02-01 · 6 (2.1931) · p. Seite 197

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
6 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 197 (sequence 19)
Language
German
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197 lasst. Eine Folge dieses Anschlusses war, <lass in der Januartagung eine der leitenden Damen dieses Bundes, Frau Irene Darmstädter aus Frankfurt a. M. ein äusserst interessantes Referat über die Pappenheimsche Bearbeitung des ..Maasse- Budies*' hielt. In der Februar-Sitzung spricht Frau Emma Fabisch über „Nahida Ruth Lazarus, ein Vorbild für jüd. Frauen in ihrer Liebe und Begeisterung für das Judentum." i j^ '■ F. Konzert der Jüdischen Wohlfahrtspflege. Das diesjährige Konzert hatte durch seinen Zweck und das vielversprechende Programm am 31. Januar eine überaus grosse Anzahl von Zuhörern in den kleinen Saal des Saalbaus geführt. An der Spitze des Programms stand der Abschnitt „Gebote des Herrn" aus dem Oratorium „Mose" der heimischen Komponistin Rosy Geiger-Kullm a n n, ein Werk von durchaus eigenartiger Konzeption, das den Wunsch nach einer Aufführung des gesamten Oratoriums, vielleicht im Rahmen eines Synagogenkonzerts, nahelegt. Herr Carl Rehfuss lieh dem Gesangspart seine eindringliche Gestaltungskraft, begleiict von der Komponistin, die sich hier und auch im weiteren Verlauf des Abends als Klavierkünstlerin von hohem Grad erwies. Einen künstlerischen Höhepunkt des Abends bildete die Klavier-Violin-Sonate von Richard Strauss; das Frühwerk des Meisters kam durch Alfred 11 o e h n und Konzertmeister Kolberg zu einer geradezu vollendeten Wiedergabe und fand stürmischen Beifall. Frau Gertrude Weinschenk, von Frl. Bertlies Weinsdieuk gewandt begleitet, sang mit ihrer kultivierten Stimme drei Lieder, die beiden Gesänge von Brahms mit starker Leidenschuft, das entzückende Volkslied von Mahler mit vollendeter Grazie. Konzertmeister K o 1 b e r g spielte im Verein mit Erich Itor Kahn den oft gehörten „Nigun" von Ernest Bloch und die geschickte Instrumentierung eines jüdischen Volksliedes von Eddy Brown mit einfühlsamer Verve und hervorragender Künstlerschaft. Carl R e h f u s s brachte drei Gesänge von Hugo Wolf mit seiner männlichen und ausdrucksvollen Stimme zu vollendetem Vortrag, den er auch in einer Zugabe bewährte. Den Schluss bildeten zwei kleinere Stücke von Reger und eine Chopin-Etude, sowie ein als Zugabe gespieltes Nocturno, von Alfred Hoehn mit hinreissender Meisterschaft dargeboten. Die Veranstalter und vor allem die Künstler und Künstlerinnen haben sich mit diesem schönen Abend, bei dem die Kunst selbstlos in den Dienst der Wohltätigkeit trat, reichen Dank erworben. Wenn der materielle Ertrag des Konzerts auch nur annähernd seinem künstlerischen Erfolg entsprach, dann wird die Jüdische Wohlfahrtspflege von einem Teil ihrer in diesem Winter so besonders schweren Sorgen entlastet sein. Chanukafeier der Jüdischen Wohlfahrtspflege. In Ergänzung des in der letzten Ausgabe veröffentlichten Berichts wird mitgeteilt, dass die „Chanukaspende" zur Beschenkung der Kinder der Jüdischen Wohlfahrtspflege 1100 Paar Strümpfe zur Verfügung gestellt hatte, die zugleich mit den Geschenken der Jüdischen Wohlfahrtspflege zur Verteilung gelangten. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Wahlergebnis Die am 30. November 1930 vorgenommenen Wahlen zum Verbandstag hatten folgendes Ergebnis: Nr. Kreiswahlvorschlag Bezeichnung Liberale Partei........ Jüdische Volkspartei...... Religiöse Mittelpartei für Frieden und Einheit in der Gemeinde . Konservative Partei...... Sozialdemokratische Liste Poale Zion............. Deutsche Liste......... Klal-Jisroel-Liste........ Ueberparteiliche Vereinigung für die Gesamtinteressen und die Einheit des Judentums .... Positiv-liberale jüdische Vereinigung ..........• insgesamt gültige Stimmen . . Stimmen 41904 25949 1751 1419 1932 1341 129 2443 650 77518 Mandate 35 22 1 1 1 1 0 2 0 63 Ratsitzung. Am 11. Januar hat in Berlin unter dem Vorsitz des Präsidenten Kainmergerichtsrat Leo Wollt" eine Sitzung des Rates des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden stattgefunden. Ua mit Rücksicht auf die Ende November 1930 erfolgten Neuwahlen zum Verbandstag ein früheres Zusammentreten des Rats nicht möglich war, hatte sich ein recht umfangreicher Beratuugsstoff angesammelt. Zu seiuer Bewältigung war der Rat noch in seiner alten Zusammensetzung berufen. Zum stellvertretenden Schatzmeister des Landesverbandes wurde an Stelle des im vorigen Jahre verstorbenen Direktors Hugo Ostberg der neu in den Rat eingetretene Direktor Gerson Bach gewählt. In der Sitzung wurde zunächst das Ergebnis der Wahl vom 30. November 19-)U festgestellt. Es entspricht durchaus den in der Oeffeutlichkeit bereits-bekannt gewordenen vorläufigen Ermittlungen. Sodann wurde beschlossen, den Verbandstag auf den 22. und 23. März 1931 einzuberufen und auf seine Tagesordnung, abgesehen von den regelmässigen Gegenständen (Tätigkeitsbericht des Rats, Redinungsabschluss und Voranschlag; insbesondere die folgenden Punkte zu setzen: Stand der Bestrebungen nach Schaffung einer Reichsorganisation und Eriass eines Gesetzes betreffend die Rechtsverhältnisse der Juden in Preussen, Gründung einer Beamtenpeusionskassc sowie Schaffung eines Beamtenrechts, eines .Normalstatuts für Gemeinden. Zur Prüfung des noch fertigzustellenden Rechnungsabschlusses für 1929;5ü wurde das Kollegium der Berliner Dezernenten ermächtigt, lieber den vorgelegten Haushaltsplan für 1931/32 fand eine sehr ausgedehnte und inhaltsreiche Besprechung statt, deren Hauptgegenstand das Problem bildete, wie trotz der schweren wirtschaftlichen Not, durch die alle jüdischen Gemeinden betroffen sind, die Aufgaben des Landesverbandes wenigstens in einigermasseu vertretbarem Umfange weiter erfüllt werden können. Die hauptsächlichsten dabei zu berücksichtigenden Gesichtspunkte sollen in einer demnächst einzuberufenden Zusammenkunft von Vertretern der Gross- und Mitteigemeinden gründlich besprochen, alsdann soll die Gestaltung der Etatsvorlage und die Höhe der Umlage endgiltig festgesetzt werden. Die für das abgelaufene Etatsjahr von dem Wohlfahrts-Auschuss ausgesprochenen Unterstützungen wurden entsprechend den von dem Ausschuss gefassten Beschlüssen bewilligt. Einen besonderen Raum nahm in der Beratung die Frage ein, in welcher Weise Massnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen Not unter den Juden getroffen werden können, insbesondere die Frage der Errichtung von Kreditvereinen auf genossenschaftlicher Grundlage in den einzelnen Gemeinden. Bei der Schwierigkeit des Gegenstandes werden noch weitere Erörterungen sich anschliessen müssen. Der Rat beschäftigte sich im übrigen eingehend mit der Frage der Lehrerbildung. Es wurden richtungweisende Erschliessungen gefasst, die dem Fachausschuss zur Berücksichtigung vorgelegt werden sollen. Der augenblickliche Stand der Bestrebungen zur Reform des Kalenders, die von den Juden aller Länder wegen der unter Umständen für die Erhaltung des Sabbaths bestehenden Gefahren mit Besorgnis verfolgt werden, wurde dargelegt. Die in dieser Beziehung von mehreren Stellen eingeleiteten Schritte sollen durch den Landesverband in zweckmässiger Weise unterstützt werden. Aus Anlass eines Einzelfalls wurde erwähnt, dass in solchen jüdischen Gemeinden, in denen Juden nicht mehr ansässig oder die durch den Wegzug zahlreicher jüdischer Einwohner in ihrem Bestände stark herabgesetzt sind, vielfach Synagogen bestehen. Diese werden entweder gar nicht mehr benutzt oder sind für das jetzige Bedürfnis viel zu gross. Es wäre dringend wün- LeDensverlxlieronos-Gelelllcliolf die alleinige Vertragsgesellschaft der Weltorganisation AgudasJisroel und des Keren Hatorah •e Versicherungsoestand über l.eMillUrden GM; Oarantiemittel üb. 200 Millionen OM. Der Empfehlungsvertrag der Agudas Jisroel sichert ihren Mitgliedern wesentliche Vergünstigungen i ■ Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix Abteilung Agudas Jisroel, Deutsche Landesorganisation Leopold Oppenheimer, Frankfurt a. M. Bärenatrassa 12 Telephon Carolus 41380

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