Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 6 (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 190 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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190 teilte der Vorsitzende der deutschen Zentrumspartei, Prälat Dr. Kaas, aufs schärfste den Nationalsozialismus. — Konstanz. Angeblich aus der Befürchtung einer Schädigung der Belange deutscher Kunst und deutscher Künstler, erhoben die der Deutschnationalen Volkspartei angehörenden Stadtverordneten Protest gegen das geplante Gastspiel der ,.Habimali". Nur durch das energische Eingreifen des Direktors des Stadttheaters, welcher erklärte, dass grosse Kunst international sei, könnte das Gastspiel stattfinden. — Leipzig. Der Zentralausschuss des „Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes" erhob in seiner Sitzung vom 5. I. energischen Protest gegen die geplante Kalenderreform. — Mainz. Die „Israelitische Religionsgesellschaft" beging unter grosser Beteiligung den 100. Geburtstag von Rabbiner Dr. Markus (Meir) Lehmann, der von 1854—1890 ihr geistliches Oberhaupt war. Lehmann war der Begründer des „Israelit" und der Verfasser vieler historischer Romane und Novellen, u. a. der Erzählung ,Jlabbi Joselmann von Rosheim". — München. Der gesetzgeberische Berater der Nationalsozialisten. Gerhard L. Binz, veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" unter der Ueberschrift „Das Judentum in der nationalsozialistischen Rechtsordnung" einen Aufsatz, in dem er die Judengesetze des „Dritten Reiches" skizziert. — Weimar. Nach einem Beschluss ''des thüringischen Ministers für Volksbildung, Dr. Frick, wurde Generalmusikdirektor Dr. Praetorius Wegen seiner angeblich jüdischen Abstammung seines Amtes enthoben. Seine Funktionen sollen von dem jetzigen ersten Kapellmeister des Weimarer Nationaltheaters, Dr. Nobbe. welcher der Hitler- Partei nahesteht, ausgeübt werden. Ausland Europa Belgrad. Dem langjährieen Präsidenten des Jugoslavischen Zionistenverbandes, Dr. David Alkalay, wurde der Orden der „Jugoslavischen Krone" verliehen. — Brest-Litowsk. Im Alter von 65 Jahren verstarb der Leiter der Brisker Jeschiwah, Gaon Moses Sokolowski. Sokolowski, der Verfasser des Werkes „Tmre Mosche". galt als einer der bedeutendsten Talmudgelehrten der Gegenwart. — Brüssel. Auf der unter dem Vorsitz Emil Vanderveldes stattgehabten Tagung des Internationalen Sozialistischen Komitees für das arbeitende Palästina wurde eine scharfe Resolution gegen das neue Weissbuch der britischen Regierung gefasst. — Bukarest. In ihrem Bestreben, jede Judenfeind Ii che Bewegung im Keim zu ersticken, hat die rumänische Regierung sowohl an die Universitätsrektoren als auch an die Geistlidien Sendschreiben gerichtet, in denen diese aufgefordert werden, mit äusserster Strenge gegen die Mitglieder der antisemitischen Terrororganisationen „Erzengel Midiael" und „Eiserne Garde" vorzugehen und jegliche Propaganda für diese Vereinigungen zu verhindern. Die Auflösung dieser beiden Organisationen ist auf die percönliche Intervention des Königs zurückzuführen. — Charleroi. Zur Anlegung eines Friedhofes wurde der jüdischen Gemeinde seitens des Magistrates ein Grundstück geschenkt. Da bisher die belgischen Juden ihre Toten auf allgemeinen Friedhöfen beeruben, würde dies der erste nur für Juden ber stimmte Friedhof sein. — Florenz. Der vor kurzem gestorbene ehemalige Minister Vito Finzi hat als Freiwilliger an den italienisdien Freiheitskämpfen des Jahres 1866 teilgenommen. Er entstammte einer alten Familie, die sich bis in das 14. Jahrhundert hinauf verfolgen lässt. — Galatz Auf Antrag der jüdischen Stadträte wurde den jüdischen Organisationen Zuschüsse seitens des Magistrates gewährt. — Genf. Unter dem Vorsitz des Dekans der Theologisdien Fakultät der Genfer Universität Auguste Campert wurde in Genf die Gründungsversammlung der „Societe genevois e des etudes jui ves" abgehalten..— Der Leiter der Abteilung des Völkerbundssekretariats für Transit und Verkehr, der französische Jude Haas, wurde zum Direktor ernannt. — Horodenka. Bei einer Kesselexplosion im jüdischen Ritualbad wurden 8 Jüdinnen getötet und 17 verletzt. — Kowno. Infolge der neuen Verordnung der litauischen Regierung, nach der nach dem 1. I. 1932 keinerlei Arbeitsbewilligungen für Ausländer mehr ausgegeben werden und nach der sämtliche ausländischen Arbeiter bis zu diesem. Termin durch litauische Staatsbürger ersetzt werden müssen, befindet sich die jüdische Bevölkerung Litauens in einem Zustande grösster Verzweiflung. Die Führer des litauischen Judentums haben einen Hilferuf an die Weltjudenheit gerichtet. — Leningrad David Tewel Katzenellenbogen, ein hervorragender Talmud- Krlmlnalfstfscnes Privat-Mini und DeieMiv-AüsMlei „Hader"! Inhaber: Kriminalrat a D. HANS HADER Rennbahnstraße 6 — Tel. Spessart 66360 Zuverlässig Rai und Hilfe in allen Straf- und Zivilprozessen, Ermittlungen, Beobachtungen, Auskünfte aller Art u. s. w. bei strengster Discretion. Pension MWX 7aU &A. I. Un,er Aufsder Z-Cil **t Ritualkomm, der Israel. Gemeinde, Frankfurt a. M. Straßenbahnhaltestelle der Linie 3, 6 und 15 Henu Im Abonnement Mk. 1.30 liebern. von Fesrlidikeiren u. Hochzeiten etc. Reichhaltige Abendkarte Von) J. & H. Rothschild WpnJ IIUU. Te|Bwarenfabrjk Röderberflweo 197 ""U* Allerfeinste garantiert reine Hausmacher NUDELN "W3 IttJDÜ sämtlicher Frankf. 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