Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 5 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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169 Herrn Otto Adler wurde das Amt eines Generalkonsuls des Königreichs Rumänien übertragen. Der Maler HansFeibusch erhielt den grossen Staatspreis der Preussischen Akademie der Künste für Maler. Berufsjubiläum. Herr Prokurist I. Nussbaum, Eschenheimer Anlage 20, kann am 25. Januar sein 60jähriges Berufsjubiläum bei der Firma Schwarzschild-Ochs begehen. Am 17. Oktober v. J. war Herr Wolf Rosenberg 25 Jahre in der Schuhmacherei Louis Bär, Obermain-Anlage 20, tätig. Aus diesem Anlass wurde ihm von der Handelskammer ein Diplom übersandt Nachrufe Dr. David Hartmann geb. 2. Februar 1868 gest. 17. Dezember 1930 Die Israelitische Gemeinde hat durch den allzufriihen Heimgang eines ihrer bewährtesten Religionslehrer einen schweren und schmerzlichen Verlust erlitten. Mitten aus schaffensfrohem, rastlosem Leben und Streben hat Oberlehrer Dr. David Hartmann ein herbes Geschick den Seinen, mit denen ihn innigste Liebe verband, entrissen, der jüdischen Jugend, die ihm in rührender Anhänglichkeit ergeben war und der Vereinigung israelitischer Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M., zu deren stärksten Vorkämpfern er gehörte. Eltern und Schüler, Amtsgenossen und Freunde empfinden tiefe und aufrichtige Trauer um den Tod des Mannes, der wie selten einer als Lehrer, Mensch und Jude ausgezeichnet war. Zu dem schwierigsten Lehramt, dem des jüdischen Religonslehrers an höheren Sdiulen, bradite er von Hause aus die rechte Eignung und innerste Berufung mit: Sein ganzes Leben lang, vom Lehrerseminar über Hochschule und Universität hinaus bis in die letzten Tage hinein, erfüllte ihn der Drang und der Wille nach geistiger Vervollkommnung und Vertiefung, um, auf der Höhe der Zeit stehend, aus dem reichen Born seines jüdischen Wissens und seiner Erkenntnis der ihm anvertrauten Jugend täglich Neues und Wesentliches zu schenken. Er war ein Priester, ein Lehrer, wie ihn der Prophef Mnleachi zeichnet: ..Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, und Unrecht ward nicht auf seinen Lippen gefunden; in Frieden und Geradheit wandelte er mit mir und viele brachte er zurück von Verschuldung." Als «ranzer Mensch, als ffeschlossene. in sich vollendete Persönlichkeit gab er der Jusrend ein leuchtendes'Vorbild des plnnbensstarken und sittlich hohen Judentums. Lauterste Wnhrhaftisrkeit sprach aus seiner Rede, und nie kam ein Wort des Unrechts und der Falschheit über sp"*ue Linnen. M;+ s<"*nen Worten stand seine Gesinnung und Tat immer in Einklang, mit seiner Lehre sein Leben, mit seinem Aensseren sein Inneres. Er war ein aufrechter Charakter, ein warmherziger Menschenfreund von einer bewunderswerten beständigen Treue gesren sich und andere. Der hohen Verantwortunff bewusst, die ihm sein Amt auferlegte, ging er in der gewissenhaftesten und peinlichsten Erfüllung seiner Pflichten auf. Mit solchen "Vorzüffen begabt, vermochte er einen starken bildenden und erzieherischpu Einfluss auf die Jugpnd des Philanthropins und der Musterschule auszuüben, die ihn liebte nnd verehrte, rand wurde so ein Segen der heranwachsenden Geschlechter. In den dankbaren Herzen dieser juneen Generation hat er sich ein bleibendes Denkmal eesetzt. Seine Gestalt und seine Werke werden lebendig fort und fort wirken. Die Beisetzung fand unter starker!5pteilignn?. vor allem auch der Schülerschaft, am 19. l)-=/°mber auf dem neuen Gemeindefriedhof statt. An der Rnhre sprachen Herr Rabbiner Dr. Salzbersrer, ferner die lferren Studiendirektor Dr. Driesen, Oberstudien rat Dr. Sander von der MiTsterschnTe. R o b ° r ' e;ri'i:« für die Frnnkfurf- Loee. Konrektor H o T f m a n n für den isr Lohrerverein und den allgemeinen Lehrerverband. Dr. Julius Höxter Leo Lwlwisj Sachs Leo Julius Sachs, der bedeutende Komponist, ist anfangs Dezember v. J in Paris, das ihm zur Wahlheimat geworden war. im 75. Lebensjahr gestorben und unter «rroscr Re+rili«run*r der Kunstwelt beigesetzt worden. Er war ir. FrankFurt am 3 -April -t95fi als zweites Kind des der älfpren Generation noch in gutem Gedächtnis stehenden Klavierlehrers und Virtuosen Musikprofessor Julius Sachs (geb. 12. Dezember 1830 und Ehefrau Emma, geborene Schloss, die zehn Kinder hatten, geboren und wanderte vor ungefähr fünfzig Jahren nach Paris aus. Dort bradite er es zai grossem Ansehen und grosser Beliebtheit, u. a. war er Ritter der Ehrenlegion. Ausser Liedern und Kammermusikwerken schrieb er auch eine Oper „Lesy Burgraves". J. B. Ycränderungen im Personenstand vom 15. November 1930 bis 15. Dezember 1030 Barmizwa-Feiern. Hauptsynagoge: Philipp Max Kiewe, Finkenhofstr. 20 — Alfred Weber, Sdiäfflestr. 6. Westend synagoge: Heinz Hammerschlag, Leerbadistr. 82 — Ernst Julius Cohen, Schumannstr. 4. Synagoge Unterlindau: Walter Stern, Liebigstr.3. Trannngen. Leon Heuberge r, Waldschmidtstr. 37 mit Johanna Helene Weinreich, Waldschmidtstr. 37 — Heinrich Fabian, Martin Lutherstr. 3 mit Gretel Fabian, geb. Gabriel, Martin Lutherstr. 7 — Fritz B e n d o r f, Oberramstadt (Hessen) mit Lina Beretz, Wenings (Oberhessen) — Zabel Steinlauf, Obermain-Anlage 8 mit Pauline Weiss, Hegelstr. 26 — Iwan Hess, Fulda mit Ruth Kaufherr, Kaltennordheim — Alfred Rosenthal, Ostendstr. 51 mit Minna Meier, Niederilorstadt. S. HOLLÄNDER Gegr. 1878 WERKSTÄTTE FÜR STEIN ARBEITEN GRABMALER Kunstgewerbliche Werkstätte für Metallarbeiten — Plaketten LEO HOROVITZ Bildhauer und Ziseleur ECKENHEIMER LANDSTR. 127 FERNSPR 52014 Sterbefälle. Franziska Worms er, geb. Marx, Feldbe^!-- — Richard Maurice Lebrecht, New York — 3:>Ü v (i r i e t / Kettenhofweg 125 — Prof. Dr. Hermann ¥. p s t e i n. K'» ::^- str. 57 — Ida G o 1 d s c h m i d t, geb. Ooi/.on uh. Kriierstr. 10 — Herrmann Heinrich Weil. He rnnnnristr. 30 ..... Mathilde H a b e r, geb. Cahn Speyer — Albert Kahn Unteründau 16 — Emanuel Pappenheimer. (.'ronbergerstr. 8 — Karoline G u t h e i :n. geb. Stern. K.öniir;warterstr. 15 — Julie Schwarz, geb. Hahn Zinimerweg 5 — Frieda Wolf, geb. Morgenstern, i'rin/ Riicker-Allee — Fritz S o n d h e i in e r. Liebigstr I — Sophie Nathan, geb. Kodi, Mendelssohn?tr 5S - Abraham S i m o n. Bockenbeimer Anlage 12 — Lont-- S p i e r. Bockenheimer Landstr. 77 — Max B o d e n h e i rn e r. Baum weg 32 — Bertha M a gs a m e n. geb {Jeimann. Im Sachsenlager 12 — Werner K o h n, Kantstr 3 — Lipmann Schön b erg. Eschersheimer Landsrr. 561 — Jeanette Ma t i n. geb Storch, Merianstr. 34 — Moritz Loew enstein. Körnerstr. 2 — Sophie Knoblauch, geb Flsass, Gausstr. 18 — Karl Kirchberg e r. London — Bernhard L o e s s e r. 'n M-lin — Helene Mayer. Rechneigrabenstr. IS — Amalie 11 e i n e m a n n, geb. Strupp, Friedrichstr 36 — Regini Rosen/weig, geb. Beyfnss. Schäfergasse 11 — Johnan i S p e i e r. geb. Orschel, Röderbergweg 9 — Abraham (? r ii n s p a n. Esdienbachstr. 14 — Berta S t r a n s s, geb. Scli'ibrich. Wittelsbncher PENSION ORNER Der Einheitspreis Mk. 1.30 Kein TrinWzwang ♦ ♦ Incl. Bedienung Die bekannteste und beste Küche AHerheUigenstrafye 81, an der Konstabier Wache