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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-12-01 · 4 (12.1930) · p. Seite 134

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
4 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 134 (sequence 44)
Language
German
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134 dem lOOprozentigen Geldmenschen, wie aus allen anderen Menschen seiner engeren Umgebung Repräsentanten einer Gemeinschaft zu machen sich anschickt. Dabei ist dieser David Golder im Grunde eine tragische Natur, die eingespannt in die ihr bezwingenden Formen eines riesigen Finanzapparates, äusserlich wie innerlich zu Gcunde gehen muss. Verzerrt und grauenhaft karrikiert sind die Mitglieder seiner geistig und moralisch verkommenen Familie, die in sinnloser Prassered und ohne jegliches Verständnis für die Tragik seines Lebens den völligen Zusammenbruch herbeiführen. Aber dieser äusserliche Zusammenbruch ist für Golder zugleich Erlösung und Befreiung. Hieran ändert die Tatsache nichts, dass er am Schluss der Erzählung noch einmal in den Strudel des Lebens hineingetrieben wird und dabei elend zugrunde geht. Dr. M. Salomon. Die in der vorstehenden Bücherschau besprochenen Werke sowie alle wichtigen Neuerscheinungen finden Sie stets in der Jos. Strauß'schen Buchhandlung Biebergasse 13 Frankfurt a. M. Fernsprecher Hansa 26313 Persönliche Nachrichten. Hygienischste Verarbeitung nur edelster Getreidesorten bürgt für die überragende einzigartige Qualität von Fritz Sondheimer geb. 19. August 1879 gest. 20. November 1930. Sichtbar für alle, die ihm nahestanden, hing seit langem das schwarze Verhängnis über ihm. Es war erschütternd zu beobachten, wie unaufhaltsam hier die Krankheit ein Leben auf der Mittagshöhe zerstörte,, erschütternd vor allem deshalb, weil es sich um ein so durchaus tätiges und erfülltes Dasein handelte. Fritz Sondheimer gehörte — und darin folgte er der Tradition seiner angesehenen Familie — zu jenen Mensdien, für die der Beruf niemals.der einzige Inhalt, vielleicht nicht einmal der wesentliche Inhalt des Lebens sein kann. So hat er sich schon in jungen Jahren der Betätigung auf allgemein-jüdischem Gebiet zugewandter gehörte in Frankfurt zu den Pionieren der zionistischen Bewegung. In späteren Jahren, als Chef einer bedeutenden Handelsfirma, widmete er einen grossen Teil seiner Zeit und seiner Arbeitskraft der Verwaltung der Gemeinde, zuerst als Mitglied des Ausschusses und seit 1921 als Mitglied des Vorstands. Hier hat er die ihm anvertrauten Verwaltungszweige, vor allem das Finanz- und Beamtenressort, mit vorbildlicher Gewissenhaftigkeit betreut, aber auch an den übrigen Angelegenheiten der Gemeinde stärksten Anteil genommen und sich dadurch bald massgebenden Einfluss gesichert. Mit besonderer Hingabe nahm er sich der Verwaltung des Krankenhauses an, in dessen Pflegamt er seit November 1927 den Vorsitz führte, und wo seine Initiative sich in ganz besonderem Mass entfalten konnte. mm® Auch dem Schulrat des Philanthropins hat er als Delegierter des Vorstands während einiger Zeit angehört. Zudem war er längere Zeit als Handelsgerichtsrat tätig. Einfachheit und Liebenswürdigkeit, dabei Aufgeschlossenheit und lebendige Anteilnahme waren die Grundzüge seines Wesens, sie sicherten ihm die Freundschaft und Achtung aller Kreise, mit denen er in Berührung kam. Die Verdienste Fritz Sondheimers um die Verwaltung der Gemeinde und ihre Anstalten bleiben unvergessen, sie mögen seinen Hinterbliebenen zum Trost und zum Segen gereichen! Die Beisetzung fand am 21. November auf dem Friedhof an der Rat Beilstrasse statt. Im Sinn des Heimgegangenen und wegen des Neumondtages wurden keinerlei Ansprachen gehalten; umso eindrucksvoller war die stumme Trauer der Vielen, die trotz des nahenden Sabbats dem Toten von der Wohnung bis zum Grabe das letzte Geleite gaben. Der Vorstand der Gemeinde hielt am 24. November eine Trauersitzung ab, an der audi einige Familienangehörige teilnahmen. Der Vorsitzende des Vorstands, Herr Justizrat Dr. Blau, ferner Dr. Hugo Emmerich und Syndikus Dr. Mayer widmeten dem Dahingeschiedenen warme Nachrufe. Auch das Pflegamt des Krankenhauses hielt am 25. November eine Trauersitzung, in der Herr Emil Carl Oppenheimer als Mitglied des Pflegamts und Herr Prof. Dr. Isaac namens der Aerzte und der Schwesternschaft dem heimgegangenen Vorsitzenden des Pflegamts letzte Dankesworte nachriefen. Beerdigungskommissar Saly Adler geb. 18. Mai 1876. gest. 5. November 1930. Mit dem Hinscheiden Saly Adlers hat die Gemeinde den Verlust eines langjährigen und verdienten Beamten zu beklagen. Adler ist am 1. April 1908 als Nadifolger Julius Wertheimers zum Beerdigungskommissar der Gemeinde ernannt worden. Er hat in mehr als zwanzigjähriger aufopfernder Tätigkeit mit vornehmer Ruhe und einem besonderen Mass von Takt einer grossen Anzahl von Gemeindemitgliedern in schweren und leiderfüllten Stunden beigestanden, bis ihn schwere Erkrankung zwang, das verantwortungsvolle Amt, an dem er mit grosser Pflichttreue und mit Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit hing, niederzulegen. Des erzwungenen Ruhestandes konnte er sich leider nicht lange erfreuen; ein rascher und sanfter Tod hat ihn von schwerem Leiden erlöst. Die Gemeindeverwaltung wird dem verdienten Beamten ein ehrenvolles Gedenken bewahren. Samuel Freudenberger Samuel Freudenberger war am 20. Februar 1859 in Sinsheim in Baden geboren; bei seiner Verheiratung im Jahre 1886 nahm er seinen Wohnsitz in Frankfurt am Main und .zählte seit dieser Zeit zu den treuesten Mitgliedern unserer Gemeinde. Hier erfreute er sidi dank seiner peinlichen Gewissenhaftigkeit in Handel und Wandel, gepaart mit einer gewinnenden Liebenswürdigkeit und einem sicheren Blick für die Zeiterfordernisse einer steigenden Achtung und Beliebtheit und durfte sich rühmen, dass sein Urteil und seine

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