Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 4 (12.1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 133 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3094266-3094360-3094364--2625-3097372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
133 Freitag 26. Talmud Thora-Verein. Vortrag, Hörsaal der Synagoge Börneplatz, nach dem Abendgottesdienst. 2?. Talmud Thora-Verein. wie 6. Dez. 28. Talmud Thora-Verein. wie 7. Dez. Donnerstag25. bis Sonntag 28. Verein Montefiore E. V. Führerlager der süd- und westdeutschen Landesverbände in Langensch walbach. 30. „Iii" Ausspracheabend. Sitzungszimmer der Westendsynagoge, 20% Uhr. Samstag Sonntag Dienstag, Im Heft 9/10 der Monatsschrift für Geschichte ^U n d Wi s s e n s c h a f t des Judentums setzt Kaminka seinen Bericht über Neuerscheinungen zum Verständnis der Hagiographen fort, mit besonderer Ausführlichkeit werden Kommentare zu Hiob behandelt. Wertvolle Beiträge zur Erklärung des Buches Jesaja steuert Martin B u b e r bei; sie sind aus der gemeinsamen Arbeit mit Franz Rosenzeig an der neuen Bibelübersetzung hervorgegangen. Ein Aufsatz von Rahel Wisch nitzer- Bernstein behandelt die Illustrationen zum Buch Esther. Auch unter den übrigen Arbeiten des besonders reichhaltigen Heftes sind manche für einen weiteren Kreis lesbar geschrieben; so I. Heinenva n n s -Nachweis, dass die alexandrinischen Juden im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen in Palästina eine besondere Profangerichtsbarkeit-nicht besassen, und Matthias Mieses Aufdeckung der jüdischen Vorlage der Johannes-Apokalypse. - Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Philo-Verlag, Berlin. III. Heft 1930. Jahresabonnement RM. 10.—, Einzelheft RM. 2.75. Das Oktoberheft der „Zeitschrift für die Ges chic h t e de r Juden in Deutschland" (Philo-Verlag, Berlin SW 68) bringt einen lehrreichen Beitrag zur Geschichte der Reichshauptstadt, „Die Juden im Berliner Wirtschaftsleben zur Zeit des Merkantilismus", von Dr. Hugo Rachel, einem der Mitarbeiter der Acta Borussica, Hier wird auf Grund gründlicher Kenntnis der Akten in einer grossen Linie dargestellt, welche Leistungen das Judentum schon in der Voremanzipationszeit für die wirtschaftliche und kulturell-geistige Entwicklung der Stadt aufzuweisen hat. Diplomingenieur Dr. Alexander Pinthus berichtet in seinen „Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in deutschen Städten" diesmal über die Beziehungen der Judensiedl'ungen zum Stadtganzen und ihre Gestaltung im einzelnen. Seine Betrachtungen zur „Neueren geschichtswissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Literatur" beschliesst Dr. Raphael Straus (München) mit einer eingehenden Kritik von Passarges Hassgesängen in anthropogeographischem Gewände. Cecil Roth (London) weist neue Wege zur Erforschung der ältesten Geschichte der Marranen in Hamburg, er schöpft dabei aus Prozessprotokollen der portugiesischen Inquisition, die in Lissabon aufbewahrt sind. Studienassessor Hans Lichtenstein (Schlochau) veröffentlicht im Urtext zwei Klagelieder über die Opfer der Verfolgungen des Jahres 1096. Prediger S. Steinberg (Wolfenbüttel) aufschlussreiche „Bekanntmachungen des Kgl. Westphälischen Konsistoriums der Israeliten zu Kassel aus den Jahren 1S08—1813". Ein Anhang von kleineren Abhandlungen, Rezensionen und wissenschaftlichen Nachrichten beschliesst das inhaltsreiche Heft. Irene N e m i r o w s k y : David Golde r, Berlin 1930, S. Fischer-Verlag. — Eine gegen Ende des Krieges in Frankreich eingewanderte junge Russin schreibt einen Roman, der nach der Ankündigung des Verlages einen aussergewöhnlichen Erfolg, wie auch höchst beachtliche Anerkennung bei der Kritik gefunden hat. Er liegt uns nunmehr in deutscher Ucbersetzung vor. Es ist schwer, ein zusammenfassendes und klares Urteil über den Wert des Romans abzugeben. Mag sein, dass man bei der starken psychologischen Gabe der Verfasserin, sich in seelische Vorgänge einzufühlen, ihre Voraussetzungen und Wirkungen zu erkennen und zur Darstellung zu bringen, ihr eine immerhin bedeutende schriftstellerische Begabung zusprechen muss. Aber darüber hinaus hätte sie sich doch mehr der Wirkung ihrer allzu realen, ja einseitigen Darbietung von Dingen und Personen bewusst sein sollen. Das sei kein Vorwurf, denn dichterisches Schaffen gestaltet frei und unabhängig von Konsequenzen, welcher Art sie auch seien. Aber in einer Sphäre, wo Einzelpersonen Gefahr laufen, auch literarisch typisiert zu werden, ist stärkste Objektivität und Einengung gewisser unangenehmer Charakterziige auf das Individuum geboten. David Golder, hineingestellt in den Kreis seiner grösstenteils jüdischen Umgebung, in den Kreis der ihn beeinflussenden und formenden Personen, ist ein Einzelmensch wie alle die, die sich auch sonst plastisch besonders abheben. Gross ist die Gefahr, dass man aus ihm, JÜDISCHE W°HLFAHRT$ ALLGEMEINE FÜRSORGE! PFL5SE ERHOLUNGSFÜRS. I^BERKULOSE- RSORGE W^NKENHAUS- FÜRS0RGE STUDENTEN- FÜRSORGE GEFANGENEN- FÜRSORGE TEL. HANSA 26631 POSTSCHECK 54693. Gemeindemitglieder bedient Euch zur Gräberpflege der mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestatteten Friedhofsgärtnerei der Israelitischen Gemeinde. Sie übernimmt die Neubepflanzung von Grabstätten in jeder gewünschten Art, sowie die jahrweise und dauernde Pflege. Lieferung von Kränzen, sowie von Topfpflanzen und Schnittblumen für alle Gelegenheiten. Bestellungen durch das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde, Zeppelin 52041 oder direkt in der Gärtnerei, Eckenheimerlandstrasse 238. r~: Uli Hanselmapii-Kaiserea'icn gegenüber dem Opernhaus Künstlerkonzerte 4-12 Uhr