Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 3 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 63 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Vom Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde von Emil Ca vi Oppenheimer. Eine der grössten und edelsten Aufgaben des öffentlichen Lebens, au deren Lösung Staat, Kommunen, private Verbände in unserer wirtschaftlich so bedrängten Zeit mit Energie und Opferwilligkeit arbeiten, ist die Hebung und Förderung der Volksgesundheit, für deren Wichtigkeit und Bedeutung gerade heute hohes Verständnis herrscht. Unter den Institutionen, die sich in vorbildldier Weise dem Dienste am Kranken von jeher gewidmet haben, sind besonders unsere jüdischen Gemeinden hervorzuheben. Wir hatten Gelegenheit, diesen Eindruck ganz besonders eindringlich zu gewinnen bei einem Gang durch die Anlagen des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde. Es dürfte die Leser gewiss interessieren, einiges über diese in jeder Hinsicht mustergültige Anstalt zu erfahren. Das 1914 eingeweihte Krankenhaus liegt auf ansteigendem Gelände an der Peripherie der Stadt und bietet durch seine grosszügige Anlage und harmonische Formgebung einen ebenso schönen wie imponierenden Anblick. Die Gebäude sind in einem weiten Rechteck um einen grossen, gut gepflegten Garten angeordnet, der den in der Genesung befindlichen Patienten eine angenehme und ruhige Erholungsstätte, den bettlägerigen Kranken von geräumigen Liegehallen und grossen Fenstern aus einen erquickenden und beruhigenden Anblick bietet. Die Anstalt umfasst eine ganze Anzahl auf das Modernste eingerichteter Kliniken. Den Grundstock bilden die grossen Abteilungen für Innere Medizin nebst Infektionsabteilung, Chirurgie, Gynaekologie, die unter der Leitung hervorragender Aerzte stehen. Kliniken für Augenkranke, für Ohren-, Nasen und Halskranke, sowie eine Abteilung für Blasen - und iNierenkranke unter der Leitung bewährter Fachärzte stehen den Heilungsuchenden zur Verfügung. Für die Unterbringung von über 200 Kranken ist in bester Weise gesorgt. Jede Abteilung des Hauses umfasst eine Reihe von Einzelzimmern, die je nach den Anforderungen an Bequemlichkeit und Komfort berechtigten Wünschen entsprechen. Für die Kranken der III. Klasse stehen kleine Säle zur Verfügung, bei deren Ausgestaltung allen Bedürfnissen der Hygiene Rechnung getragen ist. Die Bettenzahl ist im Verhältnis zur Grösse der Räume gering gehalten, um dem Patienten ein Höchstmass von Freiheit zu gewähren. Jedem Einzelnen ist die Annehmlichkeit des Radios zugänglich gemacht. Für besonders ruhebedürftige Patienten sind auch in der III. Klasse kleinere Räume, höchstens mit 4 Betten, vorhanden, sodass auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kranken auch in dieser Hinsicht Rücknicht genommen werden kann. Ein Beweis für die ausserordentlich soziale Einstellung der Krankenhausieitung und der Gemeinde ist es, dass neben der geschmuck vollen Ausgestaltung der Krankenzimmer der 1. und II. Klasse auch für die Unterbringung der Patienten der III. Klasse keine Mittel gespart wurden. Ausser den geschlossenen Abteilungen, d. h. jenen Abteilungen, die einem Chefarzt unterstehen, hat das Krankenhaus auf einer besonderen Abteilung für Patienten I. und II. Klasse den Bedürfnissen der freien Arztwahl Rechnung getragen und den Aerzten ausserhalb des Krankenhauses die Möglichkeit gegeben, ihre auf dieser Abteilung untergebrachten Patienten persönlich weiter zu behandeln und ihnen gleichzeitig alle Vorzüge eines guten Krankenhauses zu bieten. Audi für diese Abteilung slchen alle technischen, therapeutischen und diagnostischen Einrichtungen des Hauses zur Verfügung. Ebenso wie für die Unterbringung ist auch für die Verpflegung der Kranken in bester Weise gesorgt. Eine grosse Zentralküche, die mit ihren modernen Dnmpf- und elektrisdien Anlagen an sich eine Sehenswürdigkeit j ist, versorgt das Haus in vorbildlicher Weise. Ausser der gewöhnlichen Kost werden alle Formen der Krankenkost in vollendeter Art verabreicht; wir erwähnen nur Diät für Zuckerkranke, Entfettungsdiät, Mastkost, Rohkost, Gerson'sdie Diät und alle übrigen Diätl'ormen. Besondere Mühe hat das Krankenhaus darauf verwandt, die modernen Errungenschaften diagnostischer und therapeutischer Einrichtungen zum Wohl seiner Insassen zu vervollkommnen. Das Krankenhaus besitzt in dem Elektro-Cardiograph von Siemens & Haiske den modernsten Apparat zur Feststellung und Registrierung aller Störungen der Herztätigkeit, der für Diagnose und Be- BDB 3 FKRBE3EB a RöWIR mmminw färben reinigen CHEM. REINIGUNGSWERKE erneuern Bedeutendstes Unternehmen in Süddeutschland Techn. Bedarf GummisAsbesfsLeder Isolierungen Isolierungsmaferial Treibriemen Schmidt & Wiecbmann Neue Malnzerslr. 80 Tel. 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