Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 1-2 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Arthur Kronthal, Aus einem jüdischen Leben des vorigen Jahrhunderts (Sonderdruck aus „Jüdische Familienforschung"), 52 S-, brosch. RM. 1.75. Die Schrift des um die Geschichte der ostdeutschen Juden vielfach verdienten Verfassers behandelt die Generation der um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert gebornen ostdeutschen Juden, die in ihrer Kindheit noch die ganze Unterdrückung der damaligen Zeit erdulden mussten und auch, nachdem die Ghettomauern gefallen waren, noch viele Jahre von der westeuropäischen Kultur ausgeschlossen blieben, bis sie dann im Mannesalter die preussische Staatsangehörigkeit erwerben konnten, die ihnen wenigstens de jure die staatsbürgerliche Gleichberechtigung gewährte. Sie nahmen dadurch eine, auf ihre geistige Haltung natürlich nicht ohne Einfluss gebliebene Mittelstellung zwischen ihren Vorfahren und ihren Nachkommen ein. Die Schrift zeigt an einem Beispiel, dass man sich bei charakterologischen Lebensbildern, die in Familienchroniken einzufügen sind, durchaus nicht auf „prominente" Persönlichkeiten zu beschränken braucht, dass es vielmehr eine reizvolle Aufgabe sein kann, grade an dem ereignisarmen Leben eines schlichten einfachen Mannes einen Querschnitt seiner Zeit zu geben. Vor allem für den grossen Kreis der Posener ist die Arbeit von ganz besonderem Wert. Das Augustheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird eröffnet durch eine Auseinandersetzung des Dozenten Dr. Lewkowitz mit der Lebensanschauung des diesjährigen Frankfurter Goethepreisträgers Siegmund Freud, insbesondere seiner Stellung zur Religion. A. Kaminska behandelt neuere Arbeiten zur Psalmenerklärung, H. Torczyner gibt Beiträge zur Bibelexegese, Gerhard Scholem schreibt über den Begriff der Extase in der Kabbala. Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Jahrgang 2, Heft 2. Berlin, Phile- Verlag. Sehr selten sind die Siedlungsverhältnisse der deutschen Juden im Mittelalter zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung gemacht worden; die Schwierigkeit besteht darin, dass sie neben dem Historiker den Städtebauer erfordern. Nunmehr haben sie in Diplomingenieur Dr. Alexander P i n t h u s einen Bearbeiter gefunden. Seine lehrreichen, in ihrer Art bahnbrechenden „Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in den deutschen Städten" zeigen, wie die Lebensbedingungen der Bewohner die Gestaltung ihres Siedlungsraumes und seine Einfügung in den Gesamtplan der Stadt bestimmen. Dr. Raphael S t r a u s bespricht „Neuere geschichtswissenschaftliche und zeitgeschichtliche Literatur" und nimmt zu ihr vom Standpunkt des Historikers Stellung. Gestützt auf eine grössere Zahl älterer Archivakten, berichtet Oberbibliothekar Dr. Moritz Stern über „Die Niederlassung der Juden in Berlin im Jahre 1671", mit der die Wiederansiedlung der Juden in der Mark Brandenburg beginnt. Einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinden Preussens wie auch zur jüdischen Familiengeschichte liefert Studienrat Dr. Willy Cohn in seinem Aufsatz „Staatsbürgerrolle der Breslauer Juden von 1812, I. Teil. Miszellen, Buchbesprechungen und wissenschaftliche Nachrichten beschliessen das Heft (Jahresabonnement RM. 10.—). Jüdische Familienforschung. Das Juni-Heft enthält neben einer auch als Sonderdruck erschienenen Arbeit Arthur Kronthals Beiträge von Bruno Jacob über zwei Rittergeschlechter jüdischer Abstammung aus dem 14. Jahrhundert, von Otto Neumann über den Siegelstecher A'ron Isak und von Arturo Bab über Namen und Geschichte kreolischer Juden. Daran schliesst sich das für die Familienforschung besonders wertvoll gewordene Suchblatt. Korrespondenzblatt über Auswanderung s- und Siedlungswesen. Herausgegeben vom Hilfsverein der deutschen Juden. Aus dem reichen Inhalt des Mai- Heftes seien erwähnt: eine kurze Darstellung der Einwanderungseinschränkungen in einer Reihe von Staaten, Berichte über Auswanderung und Einwanderung, über die Einwanderungspolitik in Kanada und anderen Ländern, insbesondere auch in Südafrika, sowie über die Fürsorgetätigkeit des Hilfsvereins. Der Morgen. August 1930. Wiederum eine grosse Anzahl wertvoller Beiträge literarischen und religionspolitischen Charakters, wie immer anregend und belehrend; besonders hervorzuheben ein Nachlassfragment von Franz Kafka, sowie die Aufsätze: Krankheit und religiöses Erleben (Erich Stern), Mischehen (B. Jacob), Zur Problematik des Rassebegriffs (Richard Müller-Freienfels). Nouvelle Revue Juive; Juli/August 1930. Die Doppelnummer hat einen besonders reichhaltigen Inhalt. Zwei wichtige Aufsätze von Emile Vandervelde und Georges Scelle behandeln das Palästinamandat, wertvolle Informationen über die marokkanischen Juden enthält ein Artikel von Pascale Saisset. Auf besondere Beachtung darf angesichts der neuen Aktualität der der Affäre Dreyfus gewidmete Teil rechnen, der u. a. Erinnerungen von Bernard Lazare und Baruch Hagani und eine grosse Reihe weiterer Beiträge zur „Affäre" bringt. Auch die politischliterarische Chronik ist wie üblich vielseitig ausgestaltet. Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes. Der aus den Vorjahren vorteilhaft bekannte Kalender enthält wiederum eine grosse Anzahl ausgezeichneter Abbildungen äMIIIHIHIIUIIIIiHlllllllllllllllllllllllllllllllllll.....II1IIIIIIIIIIIII1III1IIIIIII1IIIIIII1IIIII1I11II1II1I1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI1IIIII1II1IIIIIIIIII1IIU Eschebach 1©U Zu einem behaglichen Heim gehört auch eine gut und praktisch eingerichtete Küche. 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