Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 1-2 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft. Regelmässige Heimabende, Arbeitsgemeinschaft, gesellige Veranstaltungen, religiöse Feiern. Nähere Auskunft: Dr. Hugo Hoff mann, Untermain Anlage 7 (Tel. 34585). „Kameraden" Deutsch-jüdischer Wanderbund. Fahrten, Heimabende. Anschrift: Fritz Rosenthal, Paul Ehrlichstrasse 28. Heim: Jugendheim. „Kadimah" Bund jüdischer Jugend. Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Heimabende, Fahrten. Sekretariat bei Paul Rindsberger, Oederweg 101. (Tel. 53450). Heim: Eschersheimer Landstr. 65. Bund jüdischer Pfadfinder. Selbsterziebung auf jüdischer Grundlage. Fahrten und Heimabende. Auskunft durch Walter Rapp, Feldbergstr. 27 (Tel. 74715). Heim: Eschersheimer Landstr. 65. Mädehenklub, Langestr. 3. Leiterin H. Wallerstein. Jeden Abend Zusammenkünfte unter Leitung: Deutsch, Zeitungslesen, Rezitationsunterricht, Handarbeiten, Rhythmische Gymnastik, Englisch und Französisch, Bücherausgabe, Pädagogische Arbeitsgemeinschaft, Aussprache über aktuelle Tagesfragen. Jugendgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Die Gruppe ist bemüht, unter ihren Mitgliedern und allen Jugendlichen für soziale Arbeit zu werben, sie lässt durch ihre Mitglieder Nachhilfestunden an unbemittelte Kinder erteilen, bei alten und blinden Leuten vorlesen. Junge Frauen und Mädchen, die an den Veranstaltungen und Arbeiten der Jugendgruppe teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Anmeldung an Edith Falk, Bornwiesenweg 54, bei Prof. "Werner, zu richten. Jüdischer Jugendbund. Der auf überparteilichem Boden stehende Verein erstrebt die Vereinigung der jüdischen Jugend, um ihr Gemeinschaftsbewusstsein zu stärken durch gegenseitige geistige Anregungen, gemeinschaftliche sportliche und turnerische Betätigung, I sowie durch Pflege edler Geselligkeit. Auskünfte: Sidney Dillenberg, Staufenstr. 2 (Tel. 74104). Jüdischer Turn- und Sportverein „Bar-Kochba" E. V. Leichtathletik, Gymnastik, Handball, Fussball, Faustball, Hockey, Schwimmen, Tischtennis. Anfragen und Anmeldung an das Büro: Eschersheimer Landstr. 65. Turn- und Sportverein „Schild" E. V. Sport- und Gymnastikkurse für Herren, Damen und Kinder. Anfragen und Auskünfte: Arthur Fuld, Schäfergasse 52 (Tel. 29503, Nebenstelle). Jüdische Erziehungsberatungsstelle. Sprechstunde Eschersheimer Landstrasse 65 II jeden Dienstag von 16—17 J4 Uhr. Die Beratungen sind unentgeltlich und streng vertraulich. Einzelne Veranstaltungen im September—Oktober 1930 September: Sonntag, 21. Mädchenklub. Rheinfahrt. Donnerstag, 25. Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung, Langestr. 3, 20V> Uhr. Oktober: Sonntag, 5. „Arbe" Besichtigung: Neuer jüdischer Friedhof. Führung: Verwalter Linnemann, Treffpunkt: 15.20 Uhr, Abzweigung Eckenheimer Landstrasse (Linie 7). Karten RM 0.50. Dienstag, 7. „Iii" Abend in der Laubhütte der Westendsynagoge. Dienstag, 14. Talmud Thora-Verein. Halachischer Vortrag von Rabb. Dr. Hoffmann, Synagoge Börneplatz, 16 Uhr. -Freitag, 24. Talmud Thora-Verein. Vortrag von Rabb. Dr. Hoffmann. Synagoge Börneplatz, nach dem Abendgottesdienst. Bücherschau Die Frauenbibel. Bertha Pappenheim hatte die Freundlichkeit, uns die Korrekturbogen ihres neusten demnächst bei I. Kauffmann erscheinenden Werkes zu überlassen. Die Unermüdliche hat es unternommen, das bekannteste aller jüdischen Frauenbücher auf ihre Weise zu verdeutschen, wie sie dies so erfolgreich bereits mit dem Ma'asse-Buch getan hat. Der „Zennerenne" hat seinen Namen von einer Stelle im Lied der Lieder, wo es heisst (3, lt): „ze'ena ure'ena bnot zion, geht hinaus und schaut ihr Töchter Zions . . ." Verfasser des Originals ist Rabbi Jakob aus Janow (geb. in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh.), der für die Frauen seiner Zeit das Fünfbuch mit den zugehörigen Prophetenabschnitten und den Megillot unter ständiger Verwendung von Midraschim und anderen volkstümlichen Erläuterungen verdeutschte, und zwar in den mit hebräischen Lettern geschriebenen jüdischdeutschen Dialekt des 16. Jahrhunderts. Die Bearbeiterin hat sicherlich schwerwiegende Gründe gehabt, wenn sie diese Sprache nun nicht nochmals ins Hochdeutsche übertrug, sondern sich im wesentlichen mit einer Umschrift der hebräischen in deutsche Buchstaben begnügte und dabei das Hemmnis der vielen im Text gebrauchten hebräischen Wörter durch Beifügung der deutschen Bedeutung umging. Der Leser hat also sozusagen das Original vor sich. Wenn er die Mühe des Einlesens in den eigenartigen Dialekt überwinden will, — was er ja auch bei Fritz Reuter tun muss — so wird er es nicht bereuen, denn es eröffnet sich ihm ein Ausblick auf die von jahrhundertelangem Ringen um Inhalt und Sinn der Heiligen Schrift getragene Deutung, die den Zusammenhang mit der gelehrten Forschung der grossen Kommentatoren niemals ganz aufgibt, wenn sie auch das (freilich heute nicht mehr immer annehmbare) volkstümliche Element bevorzugt. Wenn der nicht bibelkritisch eingestellte Leser einige Kapitel hinter sich hat, wird er nicht nur eines der merkwürdigsten deutschjüdischen Volksbücher, sondern auch einen ganz eigenartigen Zugang zu der Geschichte des Lesens der Bibel und damit zur Welt des Judentums entdeckt haben. Das neue Werk kann auf viele solcher Leser rechnen, denn wenn ein ähnliches Buch aus dem Jahr 1602 von sich sagt, es sei geschrieben „for leit die nit versteueu in iwri was zu lesen", so soll diese Kategorie auch heute noch anzutreffen sein, und zwar nicht nur bei Frauen. M. gehört. Sein Motor ist kraftvoll und gcschmeidig,scinc Bremsen wirken hydraulisch, — und es ist so leicht, ihn zu lenken. Wollen Sic nicht eineo Verse:^ machen? ADLER