Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 1-2 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 28 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Schicksal der Auflösung zu bewahren. — Der bekannte Wiener Neurologe Dr. Alfred Adler, der Begründer der sogenannten „Individualpsychologie" wurde zum Ehrenbürger von Wien ernannt. — Der hervorragende Arzt und Schöpfer der Psychoanalyse, Professor Dr. Sigmund Freund, erhielt den diesjährigen Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Palästina. In den Monaten September 1929 bis Juni 1930 wanderten 5671 Juden in Palästina ein, sodass die Zahl der jüdischen Bevölkerung des Landes nunmehr 172.000, d. i. 20% der Gesamtbevölkerung, beträgt. — Zu Beginn des Jahres 1930 betrug die Zahl der berufstätigen jüdischen Frauen in Palästina 15.594: von diesen waren 10.205 in den Städten und 5.189 auf dem Lande beschäftigt. — 25 jüdische Familien aus Bulgarien gründeten in der Nähe von „Ness Zionah" die Kolonie „Beth Chanan". —In der Gegend von Hebron wurden Gegenstände ausgegraben, welche aus der Zeit des Auszuges Abrahams aus Kanaan stammen dürften. Ferner wurde in einem Dorfe in Ober- Galiläa die Ruine eines jüdischen Hospizes aufgedeckt. — Der Grossnufti und die arabische Exekutive hatten alle palästinensischen Araber aufgefordert, am Jahrestag des Ausbruchs der palästinensischen Unruhen zu streiken. Nur etwa 50% der arabischen Ladenbesitzer beteiligten sich an dem Streik, der im übrigen einen ruhigen Verlauf nahm. — Die landwirtschaftliche Schule der „Alliance Israelite Universelle"-in Mikwe Israel kann in diesem Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde im Jahre 1870 von dem bekannten jüdischen Philanthropen Charles Netter begründet und wird augenblicklich von 200 Schülern besucht. Aussprache. Jüdisches Wohnheim in Frankfurt a. M. Als vor nicht sehr langer Zeit das Budgeheim eröffnet wurde, musste mit Bedauern festgestellt werden, dass dieses so segensreiche Institut leider rituell lebenden Juden versdilossen ist, so dass es wohl geboten erscheint, ein ähnlidies Heim für ältere, alleinstehende, Damen, Herren und Ehepaare ins Leben zu rufen. Vor kurzem las man im Stadtblatt der Frankfurter Zeitung eine Anzeige: Es wird beabsichtigt, bei genügender Beteiligung am 1. Oktober in guter Lage in Frankfurt a. M. ein rituelles Wohnheim zu eröffnen. Anmeldungen sind schon jetzt erwünscht. Auf diese Annonce erfolgte audi eine entsprechende Anzahl Meldungen, die zur Genüge klar legten, wie dringend der Ruf nach einer derartigen Einrichtung ist Das Bedürfnis ist also unbestritten. Die Ausführung indess stösst bei heutiger wirtschaftlicher Lage auf Schwierigkeiten, zumal mit Recht Bedenken erhoben werden müssen, wie das Bestehen einer derartigen Einrichtung, die doch nicht als Eintagsfliege gedacht werden darf, ohne ausreichende finanzielle Unterlagen gewährleistet werden kann. Zum Leben aber sollte die, einem so dringenden sozialen Bedürfnis, entsprechende Idee erweckt werden, und sollte nidit, nachdem der Wille vorhanden ist, auch ein gangbarer Weg zu finden sein? Auf der Suche nach solch gangbarem Pfad wurde der sehr beaditenswerte Plan angeregt, das Ganze ähnlich den jetzt bestehenden Genossenschaften als modernen Siedln ngsb a u erstehen zu lassen, unter Gründung einer G. m. b. H. oder ähnlichen Gemeinschaft. Gedacht ist, dass 1 und 2 Zimmerwohnungen mit Bad, abgeschlossenem Vor- und Abstellraum eingerichtet werden, die die Insassen nach eigenem Bedarf und Geschmack mit eigenen Möbeln einrichten. Im Uebrigen ist sonst gemeinsame Haushaltführung, Küche, Wasdiraum, Heizung, Verpflegung, Hauspersonal usw. vorzusehen. Damit ist bei voller Wahrung des Eigenlebens der Einzelnen, die Verbilligung der Lebenshaltung gegeben. Eine derartige Wohngesellschaft müsste bei rationeller Leitung zweifellos rentabel aufzustellen sein, gemäss den vorliegenden Statistiken ähnlicher Gemeinschaften. Der zu leistende, leider nicht zu umgehende Baukostenzuschuss Hesse sich bei genügender Beteiligung sicher auch in bescheidenen Grenzen halten, die der allgemeinen wirtschaftlichen Lage entsprechen; er könnte, wie bei bereits bestehenden Wohngemeinschaften, für den Insassen hypothekarisch gesichert und evtl. mit der Miete'verrechnet werden. Sdion bei einer Beteiligung von 20—30 Personen müsste sidi etwas, den sozialen Bedürfnissen Entsprechendes ins Leben rufen lassen, wenn alle vorgeführten Gesichtspunkte in Betracht gezogen und genügend diskutiert werden. Ja vielleicht könnte sogar eine gemeindliche oder städt Subvention in Frage kommen. Da Vorstehendes als Anregung, aber als beachtenswerte, vorgetragen wird, die bei persönlicher Aussprache weiter ausgebaut werden kann und soll, werden Interessenten gebeten, Meldungen mit genauer Adresse baldmöglichst, zunächst vollständig unverbindlich, an: Herrn Lehrer J.B. Levy, Frankfurt a. M., Ravensteinstr. 5, zu richten, damit eine persönliche Aussprache ermöglicht und die Idee auch bald verwirklicht werden kann. J. Sdi. tEüENSftiiiririiL liefern preiswert und in bester Qualität 500 „Kula"*Geschäfte in Frankfurt a. M. u. Umgebung Maleru. Weißbindergeschäft JOH. CARL ALT Ausführung |||| SPESSART 63086 Fassaden, Wohnungen, Treppenhäuser etc. BRÜCKEN-8TRASSE 51 K o s le n v o r ans ch lag unverbindlich Israelit. Knaben-Institut Trutz 47 p„ Klibansky FRANKFURT A. M. Tel. Zeppelin 55595 Allererste Referenzen. Internat-Externat.