Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 1-2 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Museum jüd. Altertümer, Fahrgasse 146. Gesellschaft zur Erforschung jüd. Kunstdenkmäler E. V. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 3—4 Uhr. Die Kultabteilung des Museums jüdischer Altertümer isf'völlig neu aufgestellt und durch eine Reihe neuer Gegenstände erweitert. Die neue Ausstellung kann nunmehr besichtigt werden. Für größere Gruppen, Vereine und Schulen empfiehlt sich die Besichtigung möglichst außerhalb der offiziellen Oeffnungszeiten nach vorheriger telephonischer oder persönlicher Anmeldung. Eine Anzahl Postkarten mit Abbildungen von besonders interessanten Stücken im Museum sind jetzt neu herausgekommen und beim Pförtner zum Verkauf ausgelegt. Preis für 1 Karte 10 Pfg., für die Serie mit 6 Karten 50 Pfg. Sdiluss der amtlichen Anzeigen. An die Leser! In jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähige Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen^bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hier- *j£\ami , bei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen Aus den Gemeinden Deutschland. Berlin. Zum Vorsitzenden des neugegründeten Reichstags Wahlausschusses, der sich aus Mitgliedern des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", Vertretern des Berliner Gemeindevorstandes, der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland", des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten" und der Grossloge für Deutschland U. O. B. B. zusammensetzt, wurde Dr. Alfred Wiener gewählt. Der Ausschuss soll neben den Sammlungen der Einzelorganisationen Mittel für die Erfüllung dringender deutsch-jüdischer Aufgaben aufbringen. Der Ausschuss verlangt keinerlei Gesinnungskompromisse und will die Tätigkeit der einzelnen dem Ausschuss angeschlossenen Organisationen in keiner Weise beeinträchtigen. — Mit den Reichstagswahlen und deren Bedeutung für das deutsche Judentum beschäftigte sich eine Konferenz, zu welcher der „Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" Vertreter der jüdischen Presse eingeladen hatte. — Auf eine Anfrage des Vorsitzenden des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold erklärte Reichsinnenminister a. D. Koch- Weser, dass die Deutsche Staatspartei den Antisemitismus ablehne und ihn mit allen Mitteln bekämpfe. — Auf einer Konferenz, zu welcher der Vorstand der Jüdischen Gemeinde die Zentralvorstände des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" und der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" eingeladen hatte, sollen Massnahmen zur Bekämpfung der immer häufiger werdenden Ausschreitungen gegen Juden beraten werden. — Die „Gesellschaft zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden (ORT)" hat im Jahre 1929 die Summe von 759.657 Dollar zur Produktivierung notleidender Juden ausgegeben. — Nachdem vor einiger Zeit die Jüdische Gemeinde die Schule des „Jüdischen Schulvereins" übernommen und mit der „Talmud Thora-Schule" vereinigt hat, wurde jetzt ein neues Gebäude für eine Mädchen -Volksschule eingeweiht. — Anlässlich der Tagung des Administrative Committee der „Jewish Agency" veranstalteten Vorstand und Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde einen Empfang für dessen Mitglieder. — Bei der Schlusskundgebung des Katholikentags in Münster, wo sich 140 000 Menschen versammelt hatten,. wandte sich Kardinal Faulhaber in einer Ansprache auch gegen die Nationalsozialisten. — Die Deutsche Reichspost lässt wie auch andere Postverwaltungen zum jüdischen Neujahrsfest (25. September) wieder einen Glückwunschtelegrammdienst zu wesentlich ermässigter Gebühr zu. Solche Glückwunschtelegramme können vom 19. September bis 3. Oktober bei sämtlichen Telegrammannahmestellen aufgeliefert werden. — An dem Weltkongress für das arbeitende Palästina, der am 27. September beginnnt, wird eine Reihe führender Sozialisten teilnehmen, u. a. Eduard Bernstein, Jean Longuet (Paris), Louis Pierard (Brüssel), Franz Soukup (Prag). — Wegen Beleidigung des Vizepräsidenten der Berliner Polizei Dr. Weiss wurde der Führer der Berliner Nationalsozialisten, Dr. Goebbels, zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen und einer Geldstrafe von 500 M. verurteilt. — Rabbiner Dr. Eli Münk wurde zum Rabbiner der Gemeinde Adass Jisroel in London berufen. — Im Alter von 75 Jahren verstarb der bekannte Talmudforscher und Dozent an der „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums", Professor Dr. Eduard Baneth. — Am 24. September vollendet der bekannte jüdische Historiker tind Verfasser der „Weltgeschichte des jüdischen Volkes", Professor Dr. Simon Dubnow, sein 70. Lebensjahr. — Am 5. September vollendete Professor Dr. Eugen Goldstein, der bekannte Physiker und Entdecker der Kanalstrahlen, sein 80. Lebensjahr. Aus diesem Anlass war er der Gegenstand vieler Ehrungen, so z. B. in Königsberg zu einem Kongress versammelten Naturforscher. — Zum Vorsitzenden des neu gegründeten Propaganda-Ausschusses des „Jüdischen Friedensbundes" wurde der langjährige Präsident des „Verbandes Berliner Logen", Dr. Josef Hirsch, gewählt. — Im Alter von 75 Jahren verstarb Professor Dr. Eduard Meyer, einer der bedeutendsten Historiker Deutschlands. Neben seinen Forschungen auf dem Gebiete der Geschichte des Altertums hat sich Professor Dr. Meyer durch seine Studien über die Entstehung des FRANKFURTER BANK Neue Mainzerstr. 69 Ge'°r-1854 Telöfon-AnschluQ: Sammelnummer Hansa 20901. 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