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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-08-01 · 12 (8.1930) · p. Seite 480

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
12 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 480 (sequence 16)
Language
German
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Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten. Anlässlich der Rheinlandbefreiungsfeier in Mainz war unter den Aufmärschen der dort ersdiienenen militärischen Verbände und politischen Organisationen auch der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten in stattlicher Anzahl — mit weit über 700 Mann — vertreten. Der Zug, der am Bahnhof Aufstellung nahm, bewegte sich unter den Klängen der Militärmusik durch das fahnengeschmüdcte Mainz und wurde auf seinem- Weg von der Spalier bildenden Menge und den vorbeiziehenden Organisationen, wie „Stahlhelm" und „Reichsbanner" freudig und kameradschaftlich begrüsst Man sah unter den Kameraden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, die in Gruppenkolonnen unter der Führung ehemaliger Offiziere aufmarschierten, viele ordensgeschmückte, auch mit dem E. K. I ausgezeichnete Teilnehmer. Insbesondere waren die Landgemeinden des Bundes in fast geschlossener Anzahl erschienen. Auch am Nachmittage war der Bund zur Begrüssung des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg in Wiesbaden anwesend, der bereits am Vormittag in der Mainzer Stadthalle unter den verschiedenen Deputationen auch die des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten empfangen hat. Warnung. Briefbogen des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Jakob Hoffmann -Frankfurt a. Main, versehen mit einem Stempel „Dr. J. Hoffmann" sind fälschlicherweise im Umlauf. Da Herr Rabbiner Dr. Hoffmann keine Empfehlungen an Einzelpersonen ausstellt, bitten wir, alle derartigen Schreiben einzuziehen und die Identität der Vorzeiger festzustellen. — Zweckdienliche Meldungen an die Jüdische Wanderfürsorge, Frankfurt a. M., Langestr. 50, Telefon 26162. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestrasse 30 pt. Telefonruf jetzt: Hansa 26162 Arbeitsvermittlung. Wir richten an alle Arbeitgeber die dringende Bitte, offene Stellen aller Berufe uns sofort zu melden. Es melden sich bei uns ständig in grosser Zahl tüchtige kaufmännische Angestellte aller Branchen, sowie gelernte und ungelernte Arbeiter, Hilfsarbeiter aller Art. Auf Anruf Hansa 26162 schicken wir Ihnen sofort Aushilfskräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Paketen und Kisten etc. ■In unserer Schreibstube werden Vervielfältigungs- und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt. Sprechstunden für Arbeitsuchende: Gewerbliche und ungelernte Arbeitsuchende: von A—K Mont., Dienst, u. Donn. von %9—11 Uhr vorm. von L—Z Mont., Mittw. u. Freit, von %9—11 Uhr vorm. Kaufmännische Arbeitsuchende: von A—Z Mont, Mittw. u. Freit, von 11—12 Uhr vorm. Berufsberatung wie seither: Dienstag von 6—%8 Uhr abends ausserdem nach Voranmeldung. Für die Arbeitsuchenden ist jetzt ein besonderer Warteraum vorhanden. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße 29, 1. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Verein Wohltätigkeit. Der seit 1905 bestehende Verein bezweckt, bei Sterbefällen im Trauerhaus Gottesdienst abzuhalten und Bedürftigen zur Seite zu stehen. An den hohen Feiertagen wird regelmäßig ein eigener Gottesdienst veranstaltet. — Dem Verein ist eine SterBekasse angegliedert, die bei jedem Todesfall RM. 200.— vergütet. — Näheres durch den Vorsitzenden, Herrn ^Bernhard Karpf, Sandweg 28. Preussischer Landesverband jüdischer Gemeinden. (Amtlich) Wahl zum Verband «tag. Am 50. November 1950 finden die Wahlen zum Verbandstage des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt. Der Verbandstag besteht aus Abgeordneten, welche von den Mitgliedern der zum Verband gehörigen Gemeinden gewählt werden. Wahlberechtigt und wählbar sind alLe volljährigen, einer Verbandsgemeinde angehörenden Juden beiderlei Geschlechts, die mindestens 1 Jahr vor Auslegung der Wählerlisten innerhalb einer Verbandsgemeinde ihren Wohnsitz gehabt haben. Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist, wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft steht, und wer sich nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Die Abgeordneten werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Auf je 5000 Seelen entfällt ein Abgeordneter; insgesamt wird der künftige Verbandstag 150—140 Abgeordnete zählen. Die Abgeordneten werden auf die Dauer von 4 Jahren gewählt, die Wahlperiode läuft vom 1. Oktober bis zum 50. September. Die Wahlordnung, aus der alles Nähere über die Bildung der Wahlbezirke und das Wahlverfahren zu ersehen ist, kann durch das Büro des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158, bezogen werden. In der Wahlordnung sind insbesondere auch die näheren Bestimmungen über die Einreichung von Wahlvorschlägen und Auslegung von Wählerlisten enthalten. R e i c h s a r b e d t s g e m e i n s c h a f t. Die Reichsarbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände trat am Sonntag, den 13. Juli 1930 nach halbjähriger Pause in Berlin zu einer Beratung zusammen. Den Vorsitz führte der Präsident des Preussischen Landesverbandes, Kammergerichtsrat Leo Wolff. Die Versammlung war sehr gut besucht, insbesondere hatten auch die süddeutschen Landesverbände Vertreter in grösserer Anzahl entsendet. 1 : ■ \ ' l iT|f| Zur Sprache kam eine Reihe von Gegenständen, die über den Bezirk eines einzelnen Landes hinaus für die Gesamtheit der deutschen Juden von Wichtigkeit sind. Die Bedeutung der Tagung lag, wie von dem Vorsitzenden betont wurde, weniger in der Formulierung von bestimmten Beschlüssen als darin, dass durch die persönliche Berührung der in den einzelnen Verbänden an leitenden und verantwortlichen Stellen stehenden Männer und durch den Austausch der gegenseitigen Meinungen und Erfahrungen eine Grundlage für ein einheitliches Vorgehen gewonnen wurde. Die Versammlung beschäftigte sich zunächst mit der schweren Lage, die durch die allgemeine in Deutschland und besonders unter den Juden herrschende wirtschaftliche Not geschaffen worden ist. Es wurde dm Anschluss an die von der Tagung des Preussischen Landesverbandes Ende März ds. Js. gefassten Beschlüsse in Aussicht genommen, dass aus allen Teilen Deutschlands dem bereits gebildeten Ausschüsse die vorhandenen Unterlagen zugeführt werden sollen, und dassdann unter Zuziehung süddeutscher Vertreter in einer gemeinsamen Sitzung endgültig über die Einberufung der geplanten allgemeinen Wirtschaftskonferenz entschieden werden soll. Auf dieser ist insbesondere auch die Gründung von Bezirksdarlehnskassen ins Auge zu fassen. Die Vorarbeiten zur Bildung einer Gesamtorganisation der deutschen Juden, die von allen Seiten als dringend notwendig bezeichnet wurde, sollen in der Weise aufgenommen werden, dass zunächst durch den von dem Preussischen Landesverband bereits eingesetzten Ausschuss ein neuer Verfassungsentwurf ausgearbeitet, und dass dieser alsdann einem grösseren Kreise von Beauftragten aller Landesverbände vorgelegt wird, der prüfen soll, ob für seine Annahme DIAISN-Puder bewahrt IhrenLiebling vorWundsein.

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