Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 9 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 370 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Baeiwalds s..A. — Leningrad. Auf der Tagung des „Bundes junger jüdischer Arbeiter" wurde mitgeteilt, dass gegenwärtig über eine lialbeMillion jüdischer Arbeiter inden verschiedenen sowjetrussischen Betrieben beschäftigt sind. — Lodz. 12.000 jüdische Familien, die Hälfte der jüdischen Bevölkerung der Stadt, haben sidi an die jüdische Gemeinde zwecks Pessach-Unterstützung gewandt. — London. Die „United S y n a g o g u e", die 18 Synagogen umfasst, kann in diesem Jahre auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. In ihr sind die orthodoxen Asdikenasim organisiert, welche die Mehrheit der Londoner Judenheit bilden. Ihr Präsident ist Lionel de Rothschild. — Der Pessach-Hilfsfonds hat in diesem Jahre an 1.500 bedürftige jüdische Familien Unterstützungen verteilt. — In der Sdilussitzung der Tagung des „Administrative Committee" der „Jewish Agency" am 27. März wurde ein Kolonisationsplan angenommen, der die Ansiedlung von 1.000 Familien in. Palästina mit einem Kostenaufwand von 350.000 Pfund vorsieht — Die britisdie Regierung veröffentlichte am 31. März den Bericht der von Sir Walter Shaw geführten parlamentarischen U n t e r s u c h u n g s k o m m i s s i o n zur Feststellung der unmittelbaren Ursadien der palästinensischen Unruhen. — Unter dem Vorsitz des Präsidenten der „Jewish Agency", Professor Dr. Chaim Weizmann, fand am 1. April eine Gedenkfeier für den verstorbenen grossen englischen Philosophen und Staatsmann Arthur James B a 1 f o u r statt, in deren Mittelpunkt die Rede des Viscount Cecil of Chelwood stand. Ausserdem hielten Ansprachen der frühere Kolonialminister Amery, Lord Melchett, der Präsident des „Administrative Committee" der „Jewish Agency" Felix M. Warburg, der Reichsrabbiner von England Dr. J. H. Hertz, Sir Robert Hamilton, Frau Philipp Snowden und der Präsident der „Zionistischen Exekutive" Nah um Sokolow. — In der am 3. IV. stattgehabten Sitzung des Unterhauses erklärte der englische Premierminister MacDonald. dass die Regierung entschlossen sei, die durch die Balfour-Deklarat i o n sowohl der jüdischen wie der nichtjüdisdien Bevölkerung Palästinas gegenüber übernommenen Verpflichtungen dem Buchstaben und dem Geiste nach durdizuführen. — Im Alter von 82 Jahren verstarb der Geistlidie der West London Synagogue (Reform-Synagoge) Reverend Morris Joseph. — Melbourne. Der jüdische Richter Sir Isaac Alfred Isaacs wurde zum Präsidenten des Obersten Gerichtes von Australien ernannt. — Moskau. In der Sowjetunion gibt es im Ganzen 815 „jiddische" Schulen, die von 121.117Kindern besucht werden. Gegenüber dem Jahre 1926 hat sich der Prozentsatz dieser Schulen um 60% erhöht. — Dadurch, dass in vielen Städten Russlands die staatlichen Konsumgenossenschaften durch die Gewährung eines Mehlvorschusses für 2 Monate es den Juden ermöglichten, AI a z z o t für Pessach herzustellen, war der Bedarf an Mazzot in diesem Jahre fast überall gedeckt. — Die beiden ersten P e s - sach-Tage verliefen in ganz Russland ruhig. Die Synagogen waren überfüllt; Zusammenstösse zwischen Juden und Atheisten haben sich nirgends ereignet. — In den Putilow-Werken zu Leningrad, einem der grössten Industriewerke Russlands, in denen vor der Revolution kein einziger. Jude je beschäftigt war, arbeiten gegenwärtig rund 5000 junge Juden. — Paris. Aus Anlass des 100. Geburtstages des bedeutendsten französisdien impressionistischen Malers, des Juden Camille Pissaro, veranstaltete das Musee de TOrängerie eine Ausstellung seiner Werke. — Prag. Der Senat der tsdiedioslowakischen Republik hat für die Bedürfnisse des jüdischen Kultus die Summe von 1.800.000 Kc. bewilligt. — Rom. Fräulein Dr. Lea Merizzi, eine Jüdin, die kürzlidi zum Professor an der Universität Rom ernannt wurde, ist die erste Frau, die an einer italienischen Hochschule einen ordentlichen Lehrstuhl bekleidet. — Saloniki. Anlässlich des Pessach-Festes bewilligte der Munizipal rat der Stadt Saloniki für jüdische Arme eine Summe von 125.000 Drs. — Wien. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde bewilligte in seiner Sitzung vom 24. III. den Betrag von 40.000 Schilling für den Wiederaufbau Palästinas. — Im Alter von 72 Jahren verstarb der jüdische Philanthrop Dr. h. c. Max Ritter von Gutmann, der Seniordief der grossen Kohlenfirma Gebrüder Gutmann. — Wilna. 5.600 jüdische Familien, ein Drittel der jüdischen Bevölkerung der Stadt, wandten sich .zwecks Pessadi-Unterstützung an die jüdische Gemeinde. Palästina. Im Februar 1930 betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer 595, die der Auswanderer 190. — Nach der neuesten Statistik gibt es 7.798 jüdische Landarbeiter in den palästinensischen Kolonien. — Am 15. April wurde das David Wolfsohn-Haus der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek durch den High Commissioner Sir Ghancellor, eingeweiht. Die Festrede hielt der Kanzler der hebräischen Universität Dr. J. L. Magnes. — Das Nebi Musa-Fest, - während dessen Verlauf im Orient auch in normalen Zeiten die Stimmungen gespannte sind, ist in ganz Palästina ruhig verlaufen. — In Naaneh, etwa drei Kilometer von der grossen Kolonie Rechoboth entfernt, wurde auf einer Fläche von 1200 Dunam Boden eine neue jüdische Arbeiter-Kolonie eingeweiht, die von amerikanischen Juden gestiftet wurde. — Am Sonnabend, dem letzten Pessachtag in Palästina, war die Klagemauer von Tausenden von Juden besucht. Die Andacht verlief vollkommen ruhig. — Wie offiziell mitgeteilt wird, betrug im Jahre 1929 die Palästina-Einfuhr 7.166.535 Pfund, gegen 6.770.818 Pfund im Jahre 1928. Der Palästina-Export betrug im Jahre 1929 1.554.262 Pfund, gegen 1.487.207 Pfund im Jahre 1928. II Anstalten und Vereine II Jubiläum in der Religionsschule. Am 27. April feierte die Israelitische Religionsschule ihr fünfzigjähriges Bestehen. Am Vormittag fand ein Festakt in der vollbesetzten Aula der Elisabethenschule statt, der einen sehr erhebenden Verlauf nahm. Musik- und Gesangsvorträge, letztere von einem unter Leitung des Herrn Kantor Gerlidi stehenden Quartett klangschön ausgeführt, umrahmten die Feier. In seiner Festrede gab der Leiter der Anstalt, Herr Rabbiner Dr. Horovitz einen aufschlussreichen Ueberblick über die Geschichte der Reli- Kohlen Koks Briketts Bockenheimer Landstraße 19 äejgnSftfy Kohlenhandelsgesellschafft m. b. H. Spezialität: la Ruhrzechenkoks ff. 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