Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-04-01 · 8 (4.1930) · p. Seite 330

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
8 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 330 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3094266-3094348-3094355--2306-3097049
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Ziehungen gegenrevolutionärer Natur mit dem Auslande unterhalten zu haben, waren 15 Mitglieder der Minsker jüdischen Gemeinde verhaftet, dann aber wieder freigelassen worden. Nach einer neuerlichen Mitteilung des Auswärtigen Amtes der Sowjetunion wird ein Pxozess gegen sie nicht stattfinden. — Moskau. Für jüdische Kolonisationsarbeit bewilligte die russische Regierung in diesem Jahre die Summe von 16 Millionen Rubel; die jüdischen Koloni- .sationsgesellsdiaften „Agro-Joint", „1CA" und „ORT" stellten für diese Zwecke bisher Millionen Rubel zur Verfügung. Die russische Regierung hat ihre Politik gegenüber den jüdischen Deklassierten insofern geändert, als sie ihnen, die ehemals Händler waren, das Wahlrecht verliehen und sie damit zur Teilnahme an der produktiven Arbeit und zum Erwerb durch sie zugelassen hat. Durch Verteilung von 60.000 Kilo Garn unter sie wurde 12.000 jüdischen Heimarbeiterfamilien die Möglichkeit gegeben, .durch die Anfertigung von Strümpfen und anderen Trikotagen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die russische Regierung hat ein Gesetz erlassen, nach dem Andachtstätten nur dann geschlossen werden dürfen, wenn das Zentralexekutivkomitee der Sowjetregierung dies gebilligt hat. — Der Moskauer Stadtsowjet hat von einer Beschlagnahme der Grossen Synagoge, die den Atheisten übergeben werden sollte, Abstand genommen. Diese glauben, in dem Zusammenfall des jüdischen Pessach mit dem christlichen Ostern die beste Gelegenheit zur Bildung einer antireligiösen Einheitsfront gegen die Feier dieser beiden Feste zu erblicken und beschlossen, den öffentlichen Verkauf von Mazzoth und Ostereiern nach Möglichkeit zu verhindern. Sie ermahnten die Gewerkschaften, sich intensiv an der antireligiösen Propaganda zu beteiligen. — Zugunsten des Industrialisierungsfonds werden in den jüdischen Städten Weissrusslands Sabbathleuchter und andere Wertgegenstände gesammelt. — In Mohilew Podolsk wurde durch den Verband zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden „ORT" eine Uhren- und eine Textilfabrik eröffnet. — Auf Antrag des Komitees für Landansiedlung der werktätigen Juden „Komzet" beschloss die Landwirtschaftsbank der Sowjetunion, die jüdischen Kolonisten in der Krim und der Urkraine von der ratenweise Rückzahlung der ihnen vorgeschossenen Beträge zu befreien. — Im Distrikt Krivojrog wurde der dritte autonome jüdische Rayon gegründet; er wird von 13.000 Personen bewohnt, unter denen sich 9.000 Juden befinden. — Die Rabbiner der Sowjetunion erlaubten den russischen Juden die Verwendung von gewöhnlichem Mehl zur Herstellung von Mazzoth. — Paris. In einer Ansprache im jüdischen Redeklub bemerkte der Deputierte Charles Lambert, dass die französische Regierung wie auch das französische Volk die Einwanderung der Juden begünstigen würde. — Prag. Der im 61. Lebensjahre stehende Prager Oberrabbiner Dr. Heinrich Brody hat sich entschlossen, von seinem Amt zurückzutreten. — Zu Ehren des Präsidenten der tschechoslowakischen Republik Thomas Garik M a s a r y k, der am 7. III. seinen 80. Geburtstag feierte, geben alle in der Tschechoslowakei erscheinenden I jüdischen Zeitungen Festnummern heraus. Die Blätter be- | tonen, dass sich Masaryk seit seiner Jugend mit dem Juj dentum beschäftigt habe und wiederholt Gelegenheit nahm, I sich mit dem jüdischen Problem zu befassen. — Strelno. Am 27. II. wurde an dem Geburtshause des berühmten jüdi- I sehen Physikers und Nobelpreisträgers, Professor Abraham Albert Michelson-Chicago, eine Gedenktafel angebracht. — Zürich. Die Ende des Jahres 1928 gegründete „Vereinigung jüdischer Akademiker" ist dem „Bunde jüdischer Akademiker" beigetreten, der nunmehr 13 Vereinigungen und 2 akademische Stammtische umfasst. Palästina. Die palästinensischen Unruhen haben einen beträchtlichen Aufschwung des Post- und Telegraphenwesens in diesem Lande zur Folge gehabt. Als Entschädigungssumme für die infolge der Unruhen erlittenen Verluste bewilligte die Palästina-Regierung den Betrag von 100.000 Pfund. Von dieser Summe erhalten die Juden 80.000 Pfund. — Im Jahre 1929 bewarben sich 5.002 Personen um die palästinensische Bürgerschaft. — Am 23. III. wurde in der Nähe von Rischon le-Zion die Kolonie „Beth Chanan", die erste nach den palästinensischen Unruhen im August 1929, gegründet. — Im Januar 1930 betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer 555, die der Auswanderer 167. — Anlässlich des Ablebens des grossen englischen Staatsmannes und Philosophen Arthur James Balfour wurden am 22. III, in allen Synagogen Palästinas Trauergottesdienste abgehalten. — Der jüdische Dichter Franz Werfe 1, der im Jahre 1924 schon einmal Palästina besucht hatte, traf dieser Tage in Jerusalem ein. wo er eine Vorlesung aus seinen Werken halten wird. — Im Laufe des Jahres 1929 wurde Palästina von 60.212 Personen (gegenüber 63.519 im Jahre 1928 besucht. — Die Einnahmen des „K e r e n H a j es s o d" betrug im Februar dieses Jahres 52.305 Pfund; von dieser Summe wurden in Deutschland 1473 Pfund aufgebracht. — Aus dem Briefwechsel des jetzigen Königs des Irak, Feisal, und dem Vertreter der amerikanischen Zionisten, Professor Felix Frankfurter, den die Jerusalemer Zeitschrift „The Palestine Weekly" veröffentlicht, geht hervor, dass Feisal, der als Vertreter der arabischen Länder an den Pariser Friedensverhandlungen teilgenommen hat, das jüdische Nationalheim in Palästina anerkennt. — Anlässlich der Verfolgung der jüdischen Religion in Russland wurden am 27. II. in allen Synagogen Palästinas Bussgottesdienste abgehalten. — Am 1. III. ist das Gesetz über die Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina in Kraft getreten. Nach diesem Gesetz wird alle drei Jahre eine Delegiertenversammlung (Asefad Haniwcharim) gewählt, aus deren Mitte jedes Jahr eine exekutive Körperschaft, der Nationalrat (Waad Leumi) ernannt wird, des- , sen Beschlüsse die Grundlage für die Resolutionen der „Asefad Haniwcharim" bilden. — Der zum Andenken an König Peter, den Befreier der Juden Jugoslawiens, von diesen gestiftete Wald wurde am 2. III. in feierlicher Weise zu pflanzen begonnen. Sind Sie krank 9 so lassen Sie sofort den %vin untersuchen in der öngel-flpofyeke FRANKFURT AM MAIN Gr. Friedbergerstr. 44 Ecke Vilbelergasse Durch genaue Urinuntersuchung in unserem modern eingerichteten Laboratorium wird dem Arzt die Behandlung erleichtert. Auf teleph. Anruf wird der zur Untersuchung bestimmte Urin abgeholt. Hansa 22337 Nanny Levy Sömmeringstr. 32 III. St. rechts Telefon Amt Zeppelin Nr. 55639 Zeitgemässe Innendekoration Spitzen, Decken, Vorhänge waschen und ausbessern. Gemeinde- Mitglieder berücksichtigt unsere Inserenten. Gebt uns Blinden nrbßli! Korb- und Stuhlflechterei, Klavierstimmen, Bürstenwaren aller Art. " Blindenwerkstätte der Blindenverelnlonnii Predigerstr. 3-5 Fernsprecher Hansa 25594 Besuchen Sie unverbindlich unseren neu eröffneten Laden. Neue Kräme 9 Klavierunterricht für Anfänger u. Fortgeschrittenere Gehetrsbildung im Spiel Marie Frank Staatl. anerk. Klavierlehrerin Rossertstraße 11 Maingau 73522

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.