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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-04-01 · 8 (4.1930) · p. Seite 317

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
8 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 317 (sequence 17)
Language
German
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317 jedoch aus diesen beiden Quellen verschiedene Zahlen; und zAvar sind in den Listen der israelitischen Gemeinde mehr Sterbefälle verzeichnet als bei Horovitz. Es wird vielleicht anzunehmen sein, daß in den letzten Jahren der Registerführung der Beerdigungsbruderschaft nicht mehr so regelmäßig eingetragen wurde. In dem Zeitraum, den diese Tabelle umfaßt, hat sich die Bevölkerungszahl so sehr geändert, daß man nicht mehr nur die absoluten Zahlen vergleichen kann, sondern immer den Bevölkerungsstand mit in Betracht ziehen muß. Zum Vergleich mit der nichtjüdischen Bevölkerung Frankfurts, wie es oben geschehen ist, stehen uns hier nur die Meidingerschen Zahlen für die Jahre 1822—46 zur Verfügung21). Auch hier läßt sich die besonders hohe Sterblichkeit in einzelnen Jahren durch Krieg. Krankheit u. dergl. erklären. 1813 z. B. erwähnt Stricker22). dessen Uebersicht über die Volkskrankheiten mit diesem Jahre abschließt, ein großes Steiben als Folge des Krieges. Ueber 1819/20 schweigen die Quellen. Gründe für besonders hohe bezw. sehr niedrige Sterbezahlen erwähnt Meidinger nirgends. Auch hier in der Tabelle läßt sich ein fast paralleler Lauf beobachten. — Um nun den Wechsel genauer zu verstehen, muß man die allgemeinen „Sterbeziffern" betrachten. Sie sind das Verhältnis der Gestorbenen zu den Lebenden. Entsprechend den Verhältnissen bei den Geburten ist auch hier heutzutage die Berechnung die, die Anzahl der Fälle auf 1000 Lebende zu beziehen. — Der Jahresdurchschnitt der in einem Jahre unter 1000 Lebenden vorgekommenen Todesfälle läßt sich mit Rücksicht auf die große Verschiedenheit des Wachstums der Bevölkerung nur für verschiedene große Zeiträume berechnen. Es muß hierbei immer darauf geachtet werden, daß die Zeiträume mit möglichst geringer Veränderung zusammengenommen werden. Für die Zeit bis zum Jahre 1675 ist eine derartige Verhältniszahl nicht zu errechnen. Dietz, dessen Zahlen früher angeführt wurden, hat nämlich gerade in umgekehrter Weise seine Zahlen für die Größe der Bevölkerung nach diesen Sterbezahlen berechnet. Es hieße dies, die Grundlagen einer Berechnung durch die umgekehrte Operation aus den Ergebnissen schließen23). Für die Periode von 1675—1699 läßt sich unter Zu. 51) S. 57 fffEs sollen hier nur die Zahlen für Frankfurt ausschließlich Sachsenhausen, Berücksichtigung finden. 22) a. tu O. 28) Es geschieht dies tatsächlich bei Oppenheim in Tabelle i (S. 11) und in Tabelle 40 (S. 30). Außerdem ist dort für das Jahr 1817 nach Horovitz die Totenzahl 92 angegeben, die für 1818 gilt. Die richtige Zahl für 1817 wäre 79. Hieraus ergibt sich für die dortigen Berechnungen ein noch günstigerer Prozentsatz. Es ist damit auch die dort aufgestellte Behauptung widerlegt, daß erst nach Oeffnung der Judengasse (1844) die Sterblichkeit abgenommen hätte. grundelegung einer Einwohnerzahl von 2000 Seelen eine solche Sterbezahl finden. Ebenso für die Zeit von 1750 bis 1799. Hierbei sei die mittlere Bevölkerungszahl von 2850 Seelen angenommen24). Wie schon früher betont, muß Für die spätere Zeit zur Berechnung einer Verhältniszahl tlie Zahl der israelitischen Gemeindemitglieder (einschliefil. ihrer Angehörigen) berücksichtigt werden, d. i. für 1801—10: "5100 und für 1811—50: 3250 Seelen. Es ergeben sich für: 1675—1699 im Durchschnitt jährl. 118 Tote d. i. 41,4 Todesfälle auf 1000 Lebende; 1750—1799 im Durchschnitt jährl. 84,6 Tote d. i. 42,3 Todesfälle auf 1000 Lebende; 1801—1810 im Durchschnitt jährl. 85,5 Tote d. i. 27.5 Todesfälle auf 1000 Lebende; 1811—1850 im Durchschnitt 78 Tote d. i. 24 Todesfälle auf 1000 Lebende; Die Sterbeziffer ist also bis fast auf die Hälfte zurückgegangen. Dies kann wohl auf die Minderung der Kindersterblichkeit (s. weiter unten) und auf die Maßregeln zur Verhütung von Seuchen zurückgeführt werden. Eine genaue Gliederung der Gestorbenen nach dem Alter, wie sie Georg v. Mayr25) verlangt, könnte nach dem gegebenen Material nur für das 19. Jahrhundert in Betracht kommen. Sie kann jedoch bei einer so kleinen Bevölkerungsgruppe zu keinen weiteren Schlüssen berechtigen. Sie ist aus diesem Grunde hier nicht aufgestellt worden. Von weit höherer Bedeutung ist die viel größere Gruppen umfassende Gliederung zwischen Erwachsenen und Kindern. Hier ist die Abgrenzung besonders zu beachten, wenn das Verhältnis zwischen Todesfällen bei Erwachsenen und Kindern berechnet werden soll. Aus diesem Grunde sind hierfür die Zahlen bei Horovitz nicht zu verwenden. Es fehlt dort die nähere Abgrenzung des Begriffes „Kinder". In der 2. Periode ist, wie bereits erwähnt, die Grenze mit dem 20. Lebensjahr gezogen. Freilich kann man nicht bis zu diesem Alter von einer Kindersterblichkeit im eigentlichen Sinne reden. Dieselbe reicht höchstens bis zum 10. Lebensjahr28). Ob die aus dieser Tabelle sich ergebenden Aufwuchsziffern als normal anzusehen sind, kann nur mittels eines Vergleichs dieser Zahlen mit den entsprechenden mehrerer anderer Bevölkerungsgruppen festgestellt werden. Solche Maßstäbe sind kaum vorhanden. Die Süßmilch- 2i) Ganz unberücksichtigt muß in diesem Zusammenhang die erste Hälfte der 18. Jahrhunderts bleiben. Hier sind erstens die Angabe» über den Bestand zu verschiedenartig; außerdem traten in dieser Zeit fast jährlich Seuchen auf. Eine normale Sterbtidikeitsziffer läßt sich also aus diesen Gründen hier nicht angeben. 25) Band II., S. 272. 26) a. a. O. r X X ü X" X IL Cafg Hanselmann-Kaiscroarten ^■■^■■■■■HBO^HHnHHBHBHH gegenüber dem Opernhaus Künstlerkonzerte 4-12 Uhr JL'" -*C"JK.—*C~ X X s * X =J W Stimmet* tiiin p DlUKt Sp«fti l-t S?icH & öisbtzidx&r, Die neuen Stroh-Formen sind eingetroff n. Umfavonl rpn und Umnähen von Damen'iüten 2 50 Ma k. R. Friedenstein, Hochstraß« 9 Offenbac am Main Gr. 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