Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 7 (3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 284 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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der Herkunft und Bedeutung der berühmten Raschikapelle in seiner Heimatstadt, indem er das Bauwerk selbst untersucht. In einer umfassenden Darstellung entwirft der frühere Posencr Archivar Professor Dr. M. Laubert ein Bild von der langsamen Aufwärtsbewegung der jüdischen Bildungsanstalten der Provinz Posen in den ersten 20 Jahren preussisdier Herrschaft. Landesrabbiner Dr. Siegfried Silberstein (Rostock) setzt seine auf bisher unbenutzten Akten des Schweriner Geheimen und Hauptarchivs beruhende Publikation über „Mendelssohn und Mecklenburg" fort. Ueber „Oberrabbiner Michael Scheuer als Kritiker seiner Zeit" berichtet Rabbiner Dr. Isak Unna (Mannheim) auf Grund einer Reihe handschriftlich erhalten gebliebener Reden aus den Jahren 1782—1809, die manche interessante Parallele zu unserer Zeit nahelegen. Die im 1. Heft begonnene, von Professor Heinrich Loewe (Berlin) besorgte reichhaltige Bibliographie der neuesten einschlägigen Literatur über die „Juden in Deutschland" wird weitergeführt . Die Zeitschrift hat im ersten Jahre ihres Bestehens in der jüdischen und deutschen Oeffentlidikeit viele Freunde und Leser gefunden; sie hat sich grosse Anerkennung in weitesten fadiwissensdiaftlidien Kreisen erworben. Für den IL Jahrgang dieses neuen grosszügigen Fachorgans liegt bereits eine stattliche Zahl wertvollen und bisher unbearbeiteten Materials vor. Es ist erstaunlich und zugleidi erfreulich, wie befruchtend die Zeitschrift bereits in der kurzen Zeit ihres Bestehens gewirkt hat. Die in der vorstehenden Bücherschan besprochenen Werke sowie alle wichtigen Neuerscheinungen finden Sie stets in der Jos. Strauß'sdien Buchhandlung Biebergasse 13 Frankfurt a. M. Fernsprecher Hansa 3610 Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik, Zeitschrift der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und der Haiiptstelle für jüdisdie Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise, Bezugspreis jährl. 12 M., für Ermässigungsberechtigte 8 M. Die Zeitschrift stellt nunmehr eine Vereinigung der bisherigen „Zeitsdirift für jüdisdie Wohlfahrtspflege' und der Zeitschrift „Jüdisdie Arbeits- und Wanderfürsorge" dar, Sie wird monatlich erscheinen und, gemäss dem Sinne der Verbindung der bisherigen beiden Zeitschriften, das gesamte Gebiet der jüdisdien Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik in Aufsätzen, kleineren Beiträgen, in einer Umsdiau, in Berichten und Besprediungen, vor allem auch der Fadiliteratur und der Fachzeitschriften, eingehend behandeln. Hagescher. Breslau 1950 (Grabsdienerstr. 146). Unter dem Titel „Hagesdier" (die Brücke) ersdieint seit einiger Zeit im Verlag des Breslauer hebräisdien Klubs eine Zweiwochensdirift, die für hebräisch Lernende bestimmt ist und, nach der vorliegenden Nummer 9 zu schliessen, in sehr praktischer Anordnung durch Nadiriditen und kleine Aufsätze unter Beifügung eines Vokabulars ein besonders geeignetes Hilfsmittel für das Studium der hebräisdien Sprache darstellt Der vierteljährlidie Bezugspreis (6 Nummern) ist RM. 1.50, für Schulen RM. 0.90. Dawar. Die hebräisdie Tageszeitung der palästinensischen Arbeitersdiaft „Dawar" hat sidi entsdilossen, auch eine Wochenausgabe in deutscher Sprache zu schaffen. Bezugspreis RM. 1.— monatlich. (Berlin N. 24, Auguststr. 17.) Persönliche Nachrichten Ida Cohen geb. 12. Oktober 1854, gest. 15. Januar 1950. Ida Cohen ist in Cincinatti als Tochter von Abraham Kuhn aus Herxheim i. d. Pfalz und von Regina Loeb aus Worms geboren, die beide auf dem Friedhof an der Rat Beilstrasse ihre Ruhestätte gefunden haben. Ihr Vater war der Begründer des grossen Bankhauses KuhnLoeb & Co. 284 in New York, dessen Inhaber — seinem Beispiel folgend — es stets als ihre Aufgabe angesehen haben, den bedrängten Glaubensgenossen in reidistem Masse beizustehen. Frau Cohen hat die zweite Hälfte ihres Lebens in Frankfurt am Main verbracht. Nach aussen ist sie weniger hervorgetreten, als ihr Gatte, der ihr vor fast zwei Jahrzehnten ~ im Tode vorangegangene feinsinnige Maler Eduard Cohen aus Hannover, der den älteren Gemeindegliedern als treuester Besucher der Hauptsynagoge und allen, die auf sozialem Gebiet sich betätigt haben als unermüdlicher Mitarbeiter und Förderer in Erinnerung geblieben ist. Sie selbst hat in Zurückgezogenheit gelebt, aber sie war allen, die sich um die Armen unserer Gemeinde bemühen, als eine der wenigen von denen wohlbekannt, die immer wieder bereit waren, Bedürftigen aus ihrer Not zu helfen. Kaum jemals hat sie sidi in ihrem grossen Wohltätigkeitssinne einer Bitte versagt, und so wird ihr Andenken bei einem weiten Kreise von Armen in unserer Gemeinde dankbar festgehalten werden. Goldene Hochzeit. Herr Sali Strauss und Frau Thekla, geb. Bendheim, Grünestrasse 42, konnten am 12. Februar das Fest ihrer goldenen Hodizeit begehen. 92. Gebnrtstag. Frau Betty Wolf, Elkenbächstr. 25, konnte am 24. Februar ihren 92. Geburtstag in voller Gesundheit feiern. Der verehrten allen Dame, die zu den ältesten Mitgliedern der Gemeinde zählt, gelten die herzlichsten Glückwünsche für ihren Lebensabend. 87. Geburtstag. Herr Eduard Homburger, Gwinnerstr. 5, feierte am 25. Februar in voller Gesundheit und Rüstigkeit seinen 87. Geburlstag. Auch hier seien herzliche Glückwünsche für seinen weiteren Lebensabend zum Ausdrude gebracht. 85. Geburtstag. Am 8. März wird Frau Franziska Bamberger, geb. St. Goar, Mittelweg 25, ihren 85. Geburtstag begehen. Die. einer angesehenen altfrankfurter Familie entstammende alte Dame erfreut sich einer in diesem Alter seltenen körperlidien und geistigen Rüstigkeit. Sie ist eine der ältesten nodi lebenden ehemaligen Schülerinnen des Philanthropins und nimmt nicht nur an den Zeitgeschehnissen lebhaften Anteil, sondern hat sidi nodi in der letzten Zeit mit mancher sie besonders interessierenden Frage schriftstellerisch auseinandergesetzt. Es ist ein besonderer Genuss, die rüstige Greisin von ihrer Jugend sprechen zu hören, aber auch die heutige stürmische Zeitlage erfasst sie mit ihrem durch ein langes und wediselvolles Leben abgeklärten und verständnisvollen Urteil. Wir wünsdien der ehrwürdigen Greisin noch viele Jahre ungetrübter Gesundheit. 80. Geburtstag. Am 21. Februar feierte Herr Hermann S. Kahn, Sternstr. 51, in seltener Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Als Alt-Frankfurter und früherer Inhaber einer grossen Textilfirma ist Herr Kahn in weitesten Kreisen bekannt. Audi war er in früheren Jahren vielfach ehrenamtlich tätig, u. a. in der Männer- und Frauenkrankenkasse. Der Vorstand der Syuegoge am Börneplatz, zu deren treuen Besuchern Herr Kahn gehört, Hess es sich nicht nehmen, mit Herrn Rabbiner Dr. Ho ff mann an der Spitze seine Glückwünsdie zu überbringen. Auch die Frankfurt-Loge hatte eine Deputation, geführt von ihrem Präsidenten Dr. Katzenstein, entsandt. MögGn alle guten Wünsche sich erfüllen! 75. Geburtstag. Herr Ludwig Stern, Sandweg 42, feiert am 3. März 1930 in körperlicher und geistiger Frisdie seinen 75. Geburtstag. J