Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 7 (3.1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 282 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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282 leseii. Junge Frauen und Mädchen, die an den Veranstaltungen und Arbeiten der Jugendgruppe teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Anmeldung an Edith Falk, Bornwiesenstr. 54. b./ Prof. Werner zu senden. Jüdisdier Turnerbund E. V. Von Sonntag bis Donnerstag Turnen und Gymnastikkurse für Herren, alte Herren, Frauen, Damen, Knaben' und Mädchen. Besonderer Gesundheitsgymnastikkurs für Frauen. Sämtliche Kurse unter Aufsicht und Leitung bewährter Lehrkräfte. Sonntags nach Bekanntgabe Wanderungen. Jeden Montag- und Mittwoch-Abend im Heim. Laugestr. 55, 1. St., 20.50 Uhr, gesellige Zusammenkünfte. Ausführliche Auskunft bei der Vereinsleitung: Hanauer Landstr. 45. Einzelne Veranstaltungen im März Montag Mittwoch Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Samstag Sonntag Mittwoch Samstag 3. Verein Montefiore E. V. Einweihungsfeier der neuen Vereinsräume im Jugendheim der Gemeinde, Eschersheimer Landstr. 65, Ecke Gervinusstrasse, 20 Y> Uhr. 5. Jüdisdier Jugendbund. Vortrag von Jakob Flörsheimer, 21.15 Uhr. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Warum idi Sozialist bin" von Dr. Theodor Plaut, Jugendheim. 2014 Uhr. Protestversammlung gegen die Religionsverfolgung in Russland. Redner: Kirchenrat K ü b e L Stadtpfarrer Prälat Herr, Rabb. Lazarus. Gr. Saal des Saalbaus, 20 Uhr. 8. Talmud Thora-Verein. Vortrag über „Die Ethik des Judentums nach Pirke Aboth" von Rabb. Dr. Hoffmann, Hörsaal der Syn. Börneplatz, 16 Uhr. — Vortrag über „Megillafh Esther" von Dr. B. Grünwald, Hörsaal der Syn. Börneplatz, 1 Std. vor Nadit. 9. Gesellschaft für jüdisdie Volksbildung. Vorführung eines Palästina-Films in den Kultur-Lichtspielen, des Zoologisdien Gartens. 11 Uhr vorm. Karten an der Kasse. 10. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Persönlichkeitsbildung durch Erziehung" von Dr. Falk, Jugendheim, 20Vi Uhr. 11. „Iii". Dreigespräch über „Hat unsere religiös-liberale Einstellung nur theoretisdie Bedeutung oder gibt sie uns Rückhalt im * täglidien Leben" von Hella Lion, Jak. Flörsheimer, Walter Sdieidt. Westendsyn. 20.45 Uhr. 12. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Justizkrise" von Rudolf Daniel, 21.15 Uhr. 15. Jüdisdier Turnerbund E. V. Grosses Purimfest mit Schauturnen und Ueberrasdiungen. — Eintrittskarten im Vorverkauf zu RM. 1.50, an der Abendkasse zu RM. 2.—. Karten bei der Vereinsleitung Hanauer Landstr. 45. — Grosser Saal des Zoo, 20.50 Uhr. 16. Talmud Thora- Verein. Jahrzeitlernei. für Rabb. Dr. Marcus Horovitz s. A. von Rabb. Dr. Hoffmann, Syn. Börneplatz, nach dem Morgengottesdienst. HaladiischerVortrag v. Rabb. J. Horovitz anlässlidh der 20. Jahrzeit für Rabb. M. Horovitz, Synagoge Unterlindau, 16.50 Uhr. 19. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Das Rätsel von Sdiicksal und Willensfreiheit" von Pfarrer Clemens Taesler, Jugendheim, 203^ Uhr. Talmud Thora-Verein. Jahr zeitlernen für Jakob S. Posen s. A. von Rabb. Dr. Hoffmann, Syn. Börneplatz, nach dem Morgengottesdienst. Jüdisdier Jugendbund. Vortrag über „Jüdisdier Volksbegriff" von H. Hartogsohn, 21.15 Uhr. 22. Talmud Thora-Verein. Vortrag über „Die Ethik des Judentums nach Pirke Aboth" von Rabb. Dr. Hoff mann, Hörsaal der Syn. Börneplatz, 16 Uhr. Montag 24. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Persönlidikeit und Politik" von Adolf Block, Jugendheim, 20% Uhr. Dienstag 25. „Iii". Vortrag über „Wir und die Krise der Demokratie" von Dr. Edinger, Westendsyn. 20.45 Uhr. Mittwodi 26. Jüdisdier 21.15 Uhr. Jugendbund. Diskussionsabend, Donnerstag 27. Ortsgruppe des Jüdisdien Frauenbundes. Arbeitssitzung, Langestr. 5, 10 Uhr vorm. Samstag 29. „Iii". Stiftungsfest anlässlidi des fünfjährigen Bestehens der Jüd.-lib. Jugendgemeinsdiaft. — Karten zu RM. 2.— bei den Mitgliedern und an der Abendkasse. — Clubräume Gross-Frankfurt, 20.50 Uhr. Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Vortrag über „Was Frauen von Vermögensverwaltung wissen sollten" von Frl. Selma Jolowicz bei Frau Johanna Baer, Finkenhofstr. 40, 20.50 Uhr. Talmud Thora-Verein. Vortrag über „Die religionsgesetzlidien Vorschriften für das Pessadifest" von Rabb. Dr. Hoffmann, Hörsaal der Syn. Börneplatz, 1 Std. vor Nacht. Montag 31. Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Der Stralgesetzentwurf" von Dr. Goidschmidt, Jugendheim, 20% Uhr. Ein PIiilantliropin-Buch Bausteine praktisch erPädagogik. Unter Mitwirkung o. Kollegen d. Philanthropins gesammelt u. dargeboten v. Studiendirektor Dr. Otto Driesen. Frankfurt a. M. 1929, 142 S. brosdi. RM. 5.—. Zum Jubiläum des 125jährigen Bestehens des Philanthropins hat sein Leiter eine äusserlich besdieidene, inhaltlich umso wertvollere Festgabe zusammengestellt. Bauleute berichten hier von ihrer Arbeit, und audi die Lehrlinge kommen zu Wort. Wer die neuste Entwicklung des Unterrichtswesens in Deutschland als Aussenstehender verfolgt, dem mag es mandimal angst und bang werden, wenn er erfährt, weldie Unsumme von Problemen die zuhause meist so unproblematisdien Kinder der pädagogisdien Wissensdiaft aufgeben. Bei näherem Zusehen entdeckt man dann freilich, dass die Problematik viel mehr in der Erziehungstechnik und ihren Trägern, als in dem zu bildenden Menschenmaterial zu liegen sdieint. Audi auf diesem Gebiet kann man erkennen, wie sehr gerade in Deutsdiland die Neigung zur Ueberspitzung oind zur Ueberorganisation sich breit madit. Aber es ist tröstlidi zu wissen, dass all dieser „Verschulung" der gesunde Realismus des Kindes als die am Ende stärkere Kraft gegenübersteht. Das von altersber besonders hoch entwickelte jüdisdie Sdiulwesen — auch in iJindern mit niedrigstem Bildungsstand gab es fast nie jüdisdie Analphabeten — hat stets besonderen Nadidruck auf die Herausbildung gesunder pädagogisdier Regeln gelegt; man könnte z. B. für das individualpsydiologische Prinzip eine Quelle in Misdile 22, 6 nadiweisen. Eine sdiledite Erziehung gar galt unseren Alten sdilimmer als der apokalyptisdie Krieg von Gog und Magog. So stehen wir auch hier im Ring der Gesdilediter. Den grössten Baustein hat der Herausgeber selbst mit der einleitenden Abhandlung „Erziehung zur Freude als sittlicher Grundhaltung" beigesteuert. Praktische Erfahrung und theoretisdie Forderung verbinden sich, häufig in no;gedrungener Verkürzung des gedanklidien Unterhaus, zu ein^.m kleinen System der Pädagogik, wobei, die Freude als Bildungsmittel und als Bildungsziel (letzteres nur ganz aphoristisdi) im Mittelpunkt steht. Der Erzieher (Bildner) wird dem Künstler gleidigesetzt, und auf dieser Grundlage, immer mit der Freude als Blickpunkt, wird der Bildungsvorgang im Kind und im Lehrer untersudit. Dieses „geleitete Gestalten" wird an einem ganz ausgezeichneten fremdspradilidien Beispiel erläutert. Die ansdiliessende Niedersdirift über eine Ausspräche in der Oberprima mit dem Thema „Lehrervortrag oder Schülervortrag im geschichtlichen Unterricht" ist besonders wertvoll, weil sie ein sehr hohes Niveau der Klasse erkennen lässt. Aus dem wei-